nnz-Betrachtung: Zufälligkeiten?
Freitag, 21. November 2008, 08:21 Uhr
Es ist schon dreieinhalb Jahre her, da sich Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) im Norden seines Landes mal gründlich umgesehen hatte. Am Montag ist es wieder soweit. Althaus kommt in den Landkreis Nordhausen. Die nnz mit einer Vorbetrachtung...
Es ist ja wunderschön, wenn sich ein Mann, der von seiner Partei, die die Wahl gewonnen hatte, zum Ministerpräsidenten gewählt wird, sich im Land, das er regieren soll, immer mal umsieht. Wenn sich Dieter Althaus umsieht, dann bekommt er das zu sehen, worüber Politiker später gern reden. Vor allem in Zeiten wie diesen: Über Erfolge, über Innovationen, über den Aufbruch. Da bleibt kaum Platz für Probleme oder Schwierigkeiten. Um die kümmern sich die anderen.
Wenn der Herr Althaus unterwegs ist, dann ähneln sich nicht nur die Stationen, sondern auch die Themenfelder. Und mit ihnen die Zufälligkeiten. Just am Montag – welch ein Zufall - soll also am Nordhäuser Weinberg das neue Institut für regenerative Energietechnik der Fachhochschule gegründet werden. Und just am Montag soll auch der Produktionsstart im zweiten Werk von Feuer Powertrain vollzogen werden, obwohl dort schon seit einigen Wochen Kurbelwellen produziert werden. Es ist also ein Zelebrieren, es ist ein Vorführen, auch in der neuen Berufsschule an der Nordhäuser Morgenröte.
Vielleicht hätte sich unser aller Ministerpräsident mal ein Schulgebäude im Landkreis Nordhausen ansehen sollen, das noch so aussieht wie in der Zeit, da Dieter Althaus im Eichsfeld stellvertretender Schuldirektor war und über die Sinnhaftigkeit der Jugendweihe nachdachte. Aber nein, wenn Schulen gewünscht worden wäre, dann doch eher Wolkramshausen oder die Regelschule in Heringen. Dort, in Heringen, dort wo erst Millionen in die Schule geflossen sind, dort wird das Ende der Rundreise mit einem Bürgergespräch gefeiert. Die Bürger sind natürlich im Vorfeld handverlesen worden, 200 Einladungen, so erfährt man, sind verschickt worden. Ein harter Tag soll nicht unbedingt mit politischer Härte ausklingen.
Die nnz hatte natürlich auch über die Kreisbereisung im Juni 2005 berichtet, die damals noch als Thüringen-Tour postuliert wurde. Und wenn dann auffallende Ähnlichkeiten festzustellen sind, ist das wohl nicht zufällig. Übrigens: Vorzustellen ist, daß derartige Veranstaltungen nicht unbedingt mit der Person des Dieter Althaus zusammenhängen müssen. Sie wären ähnlich, wenn es Christoph Matschie wäre. Der SPD-Ministerpräsident-Kandidat geht und fährt bekanntermaßen auch nur dorthin, wo es vorwärts geht.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEs ist ja wunderschön, wenn sich ein Mann, der von seiner Partei, die die Wahl gewonnen hatte, zum Ministerpräsidenten gewählt wird, sich im Land, das er regieren soll, immer mal umsieht. Wenn sich Dieter Althaus umsieht, dann bekommt er das zu sehen, worüber Politiker später gern reden. Vor allem in Zeiten wie diesen: Über Erfolge, über Innovationen, über den Aufbruch. Da bleibt kaum Platz für Probleme oder Schwierigkeiten. Um die kümmern sich die anderen.
Wenn der Herr Althaus unterwegs ist, dann ähneln sich nicht nur die Stationen, sondern auch die Themenfelder. Und mit ihnen die Zufälligkeiten. Just am Montag – welch ein Zufall - soll also am Nordhäuser Weinberg das neue Institut für regenerative Energietechnik der Fachhochschule gegründet werden. Und just am Montag soll auch der Produktionsstart im zweiten Werk von Feuer Powertrain vollzogen werden, obwohl dort schon seit einigen Wochen Kurbelwellen produziert werden. Es ist also ein Zelebrieren, es ist ein Vorführen, auch in der neuen Berufsschule an der Nordhäuser Morgenröte.
Vielleicht hätte sich unser aller Ministerpräsident mal ein Schulgebäude im Landkreis Nordhausen ansehen sollen, das noch so aussieht wie in der Zeit, da Dieter Althaus im Eichsfeld stellvertretender Schuldirektor war und über die Sinnhaftigkeit der Jugendweihe nachdachte. Aber nein, wenn Schulen gewünscht worden wäre, dann doch eher Wolkramshausen oder die Regelschule in Heringen. Dort, in Heringen, dort wo erst Millionen in die Schule geflossen sind, dort wird das Ende der Rundreise mit einem Bürgergespräch gefeiert. Die Bürger sind natürlich im Vorfeld handverlesen worden, 200 Einladungen, so erfährt man, sind verschickt worden. Ein harter Tag soll nicht unbedingt mit politischer Härte ausklingen.
Die nnz hatte natürlich auch über die Kreisbereisung im Juni 2005 berichtet, die damals noch als Thüringen-Tour postuliert wurde. Und wenn dann auffallende Ähnlichkeiten festzustellen sind, ist das wohl nicht zufällig. Übrigens: Vorzustellen ist, daß derartige Veranstaltungen nicht unbedingt mit der Person des Dieter Althaus zusammenhängen müssen. Sie wären ähnlich, wenn es Christoph Matschie wäre. Der SPD-Ministerpräsident-Kandidat geht und fährt bekanntermaßen auch nur dorthin, wo es vorwärts geht.
Peter-Stefan Greiner
