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Schlägerei auf dem Eis

Samstag, 22. November 2008, 10:48 Uhr
Nirgendwo geht es im Sport so „zur Sache“ wie beim Eishockey. Vielleicht hat diese Sportart auch deshalb so viele Anhänger? Gestern prügelten sich die Harzer Wölfe in Hannover. Es wurde aber auch gespielt und – gewonnen, berichtet Robert Koch für die nnz.

Geprügel und gespielt (Foto: Koch) Geprügel und gespielt (Foto: Koch)
Nach einem Check gegen Wölfe-Goalie Tobias Bannach ließen beide Teams anschließend die Fäuste fliegen.

Auf die Offensive der Harzer Wölfe ist Verlass. Mit einem 9:4 (3:0, 2:2, 4:2) kehrten die Harzer vom Auswärtsspiel beim ECH Pferdeturm Towers zurück. Der ESC festigte damit den zweiten Tabellenplatz und hält weiter zielstrebig Kurs auf die Spitze. Insgesamt 156 Strafminuten sammelten beide Mannschaften in einer teilweise sehr hektischen Partie.

Dabei sah es zunächst so aus, als könnten die Wölfe in Hannover relativ leichte Beute machen. Von Beginn an drückte der ESC aufs Tempo, wenngleich es bis zur 17. Minute dauerte, ehe Stefan Bilstein und Erik Pipp per Doppelschlag die längst überfällige 2:0-Führung besorgten. Zuvor scheiterten die Harzer bei etlichen Chancen am guten Stephan Miskovic im Tor der Towers. Falk Elzner traf nach einem Solo in der 20. Minute zur hochverdienten 3:0-Führung nach dem ersten Drittel.

Im zweiten Durchgang waren genau 61 Sekunden gespielt, als Bilstein im Powerplay das 4:0 markierte. Anschließend nahm Jeff Maronese Maß und zimmerte den Puck zum 5:0 in den Winkel (26.). Dass die Towers durch zwei Powerplay-Treffer bis zur zweiten Pause auf 5:2 verkürzen konnten, beunruhigte zunächst nicht, zu sicher hatten die Wölfe die Partie in der Hand.

Doch die Partie nahm beinah noch eine dramatische Wendung. Zunächst versagte Schiedsrichter Patrick Meier einem Treffer der Wölfe die Anerkennung, im Gegenzug war Armin Finkel von der blauen Linie erfolgreich (45.). Als schließlich Lliam Webster in doppelter Überzahl gar den direkten Anschluss markierte, drohte das inzwischen ruppige Spiel zu kippen (47.). Tobias Bannach verhinderte kurz darauf aber den Ausgleich. Der Wölfe-Goalie sollte auch bei der nächsten Szene im Mittelpunkt stehen. Nachdem Bannach den Puck hinter dem Tor geklärt hatte, wurde er von Hannovers Nils Blankschyn mit einem Check in den Rücken rüde gefällt, der Ausgangspunkt für eine heftige Massenkeilerei.

„Eine absolut unfaire Attacke, so etwas hat beim Eishockey nichts zu suchen“, war ESC-Trainer Bernd Wohlmann auch nach Spielschluss noch aufgebracht. Blankschyn erhielt für seine Aktion eine Matchstrafe, auf Seiten der Harzer durfte Benjamin Zech für seine Boxeinlage frühzeitig zum Duschen.

Eishockey wurde anschließend auch wieder gespielt, und endlich machten die Wölfe den Sack zu. Pipp scheiterte zwar noch an Miskovic, doch John Kraiss setzte den Nachschuss zum wichtigen 6:4 in die Maschen (50.). Zur Freude der rund 80 mitgereisten Fans nutzte Alexander Deibert kurz darauf eine doppelte Überzahl zum 7:4 (52.), Pipp (53.) und Benjamin Schulz (57.) machten den Auswärtssieg schließlich perfekt.
Robert Koch
Autor: nnz

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