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Auswärtssieg beim Tabellendritten

Mittwoch, 03. Dezember 2008, 07:35 Uhr
Mit zwei Pluspunkten im Gepäck kehrte die Zweite unerwartet vom Punktspiel aus der Landeshauptstadt heim. Vor dem Spiel war an einem Sieg gegen den Ligafavoriten HSC Erfurt II, angesichts der bisherigen Ergebnisse, nicht zu denken.


Die Zweite des NSV ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Bedingt durch die Verletzungsserie der Ersten und eigenen Abgängen, wird um die jungen Spieler gerade eine neue Mannschaft aufgebaut. In dieser Situation müssen Nachwuchsspieler schneller Verantwortung übernehmen. So war der bisherige Saisonverlauf eher eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Zu oft konnten die Spieler das von Trainer Roy Grob geforderte Konzept nicht auf dem Parkett umsetzen. Da wechselten sich Höhen und Tiefen in einem atemberaubenden Tempo ab.

Geprägt war die Begegnung von zwei Fakten. Zum einem die kämpferische Entschlossenheit der Südharzer und zum anderen das Schiedsrichtergespann, die beiden Mannschaften das Leben schwer machten. Letzteres war vielleicht ausschlaggebend für den Sieg des NSV beim HSC. Zu sehr waren sie mit sich selbst beschäftigt und schwangen sich zu den eigentlichen Akteuren des Spiels auf, dabei sollten sie es doch nur leiten. Auch wenn die Herren oder Damen in Schwarz zur Durchführung einer Begegnung, egal in welcher Sportart, notwenig sind, sollten sie sich nicht zu Dreh- und Angelpunkt aufschwingen. In diesem Spiel setzten jedenfalls nicht die Spieler, sondern die Schiedsrichter die Akzente, was sich zum Schluss bitter rächen sollte.

Durch die auf beiden Seiten fragwürdigen Entscheidungen blieb das Spiel von Beginn an offen. Der NSV, als Außenseiter gehandelt, setzte verstärkt auf sein Abwehrsystem. Dies verunsicherte die Gastgeber und zwang sie zu unüberlegten Torwurfaktionen. Es schien als wäre bei den Südharzern ein neuer Wind eingekehrt. Der HSC, im Gedanken vielleicht schon Sieger, war von der Spielstärke beeindruckt. Bis zur Halbzeit gelang es keiner Mannschaft sich mehr als ein Treffer Vorsprung bei wechselnder Führung zu erkämpfen. Das bessere Ende erwischte zur Halbzeit die Nordhäuser mit einer knappen 13:12 Führung.

Nach der Pause hieß es, nur nicht einbrechen. Erfurt warf alles in Spiel um seine Favoritenrolle doch noch gerecht zu werden. Ihre Bemühungen schlugen Mitte der zweiten Halbzeit fast in Resignation um. Sie vermochten es an diesem Tag aber nicht die Nordhäuser mit spielerischen Mitteln zu überwinden. Entscheidender Trumpf die Deckungsarbeit und die konsequent ausgespielten Angriffe. So ließen sie nur ganze drei Konterangriffe des HSC nach Fehlwürfen zu.

Erfurt schwächelte und geriet prompt mit 20:17 ins Hintertreffen, erholten sich aber bis zum 21:20. Danach war wieder der NSV am Zug, der die sich bietenden Chancen zur 23:20 Führung nutzte. Dramatisch die letzten Minuten und Sekunden des Spiels. Der HSC kämpfte, spielerisch nicht glänzend, kam aber auf 24:23 heran. Es blieben ganze 8 Sekunden um zumindest den Ausgleich zu erzielen. Einziges Manko, sie waren in Unterzahl. Sie gingen zur offenen Manndeckung über, konnten den 24:23 Sieg aber nicht mehr verhindern. Jedoch gab es mit dem Schlusssignal einen großen Tumult um Stephan John und Christian Gehr.

Die Auswirkung, es stürmten einige Spieler beider Mannschaften auf das Parkett und lieferten sich unschöne Szenen. Eigentlich war das zu erwarten. Auf Erfurter Seite explodierte der angestaute Frust über die Spielleitung und die Niederlage. Doch in dieser Beziehung hatten beide Vereine nichts zu lachen, um so unverständlicher die Reaktionen. Die Folge, 3 Disqualifikationen nach dem eigentlichen Spielende. Da gibt es eine Menge aufzuarbeiten beim Staffelleiter. Die Spieler kühlten sich unter der Dusche ab und diskutierten das Spiel beim wohlschmeckenden Bier aus. So sollte es sein.

Der NSV war in dem ganzen drunter und drüber die clevere Mannschaft. Sie kämpfte entschlossen in jeder Minute der Begegnung und Fortuna belohnte sie mit zwei Punkten.

Christian Knolle/ Kai Näther/ Christian Gehr 7/ Christian Müller 5/ Johannes Walter 1/ Roy Grob/ Tim Alperstedt 2/ Dirk Seifert/ Steffan John 1/ Marc Strache/ Stephan Heise 2/ Martin Pooch 6

Frank Ollech
Autor: nnz

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