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Herzlichen Glückwunsch, Richard Eisfeld

Donnerstag, 22. Januar 2009, 07:01 Uhr
Auf stolze 75 Jahre kann heute Richard Eisfeld zurückblicken. Rund ein Vierteljahrhundert davon widmete er mit Leidenschaft seinem Fußballverein Motor Nordhausen West. Dabei kam Eisfeld erst relativ spät zum Entschluss, dem runden Leder nachzujagen. Mit knapp 14 Jahren begann er 1948 seine sportliche Laufbahn bei der B-Jugend der SG Nordhausen, dem Vorgänger von KWU Lok bzw. Motor (West). Diese Laufbahn zeichnet Klaus Verkouter für die Leser der nnz nach...


Eisfeld (Foto: Archiv Klaus Verkouter) Eisfeld (Foto: Archiv Klaus Verkouter)
Eisfeld bei seinem Debüt in Erfurt

Vier Jahre durchlief er die Nachwuchsabteilungen des Vereins, wo frühzeitig Trainer wie Willi Schönleiter sein Talent entdeckten und förderten. Schon hier gehörten eine stabile Deckungsarbeit und ein kluges Aufbauspiel zu seinen Trumpfkarten. So wurde Eisfeld der erste eigene Nachwuchsspieler des Vereins, der nach dem Krieg den Sprung zu den gestandenen Männern schaffte.

Am 21. August 1952 erfolgte dann sein Debüt in der ersten Mannschaft gegen den SC Turbine Erfurt vor 8.000 Zuschauern im Georgi-Dimitroff-Stadion. Bei der knappen 1:2-Niederlage gegen den hohen Favoriten aus der Oberliga erhielt der rechte Läufer, wie die Mittelfeldposition damals genannt wurde, gute Kritiken, selbst wenn er in der „Fußballwoche“ nur als Eichfeld bezeichnet wurde. Wegen seiner Leistungskonstanz sprach nichts gegen weitere Einsätze.

Der bescheidene und zuverlässige Richard Eisfeld arbeitete sehr fleißig unter den Trainern Hofsommer, Warg und Wollenschläger an sich. In einer vereinsinternen Wertung nach zehn fußballerischen Kriterien belegte er 1953 den ersten Platz – vor allen „alten Hasen“. Im Spiel störte er unermüdlich die gegnerischen Angriffe und setzte mit genauen Vorlagen seine Mitspieler in Szene. Auch die Aufgabe als Sonderbewacher für gegnerische Führungsspieler erledigte er überzeugend, wie diese Schlagzeile beweist: „Eisfeld legt Ilsch auf Eis“ (Dessaus damaliger Superstürmer).

Eisfeld (Foto: Archiv Klaus Verkouter) Eisfeld (Foto: Archiv Klaus Verkouter)
Eisfeld als Zugpferd auf einer Werbepostkarte aus dem Jahr 1955

Was man selten bei ihm sah, waren Fouls und eigene Tore. Ein Bilderbuchtor gelang ihm zum 4:3-Erfolg über Magdeburg 1955 und auch das wichtige 1:0-Siegtor gegen Bautzen 1957. Er war sich nie zu schade, die so genannte „Drecksarbeit“ zu leisten und freute sich, anderen die Tore vorzubereiten. Neben allen Höhen und Tiefen der Nordhäuser Ligafußballer dieser Jahre erinnert er sich besonders gern an das Spiel der Motor-West-Auswahl gegen die DDR-Nationalelf des Jahrgangs 1955, das 1969 im Albert-Kuntz-Sportpark stattfand und 1:6 endete.

Für seine langjährigen Verdienste und Erfolge erhielt er 1963 die Ehrennadel des Vereins in Silber. Bis zur Saison 1963/64 gehörte Richard Eisfeld zum Stammaufgebot der ersten Mannschaft von Motor West, deren Kapitän der untadelige Sportsmann mehrere Jahre war. Danach spielte er noch einige Jahre in der zweiten Mannschaft, bis er Mitte der 60er-Jahre die Alte-Herren-Mannschaft ins Leben rief, die er dann 1972 in Hände seines Bruders Ottokar und Horst Schultzes übergab. Diese Mannschaft existiert noch heute als Traditionsteam.

Richard Eisfeld war einer der wenigen Fußballer jener Zeit, die nicht im VEB IFA Motorenwerke beschäftigt waren. Sein gesamtes Berufsleben verbrachte er in der Backstube, zunächst in der Familienbäckerei und später bei Konsum-Backwaren.

Der FSV Wacker 90 Nordhausen bedankt sich bei Richard Eisfeld für seine Einsatzbereitschaft für den Verein, gratuliert herzlich zum Geburtstag und wünscht ihm noch viele Jahre bei guter Gesundheit im Kreis seiner Familie.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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