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Die tiefe Angst

Dienstag, 27. Januar 2009, 15:24 Uhr
Mit einer Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof haben heute rund 100 Nordhäuser – darunter viele Schüler - der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Mit dabei auch ein Überlebender der „Hölle Dora“...

Gedenken (Foto: nnz) Gedenken (Foto: nnz)

Der ehemalige Häftling des früheren Konzentrationslagers Mittelbau-Dora, der Belgier Gaston de Witt, sagte, „diese Angst, sie ist noch immer in mir. In der Nacht, wenn ich alleine bin, kriecht sie in mir hoch – dann ist es besonders schlimm. Ich kann das KZ nicht loswerden, auch nicht die Bilder von den dürren Menschen, die nicht mehr aufwachten; die schrecklichen Demütigungen, das Gefühl, nicht als Mensch, sondern als Ding behandelt zu werden – und das alles, während zur selben Zeit, das Leben vor den Lagertoren seinen normalen Lauf nahm. Was mir bleibt, ist, meine Erinnerungen weiter zu geben, wie ich es an den Nordhäuser Schulen jetzt tun werde.“

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung lasen Schüler Erinnerungen von ehemaligen Häftlingen an die Befreiung ihres Lagers und rezitierten ein Gedicht von Sarah Kirsch mit dem Titel „Mond vor meinem Fenster.“

Am Vormittag hatten Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und de Witt im Eingang zum Neuen Rathaus eine Tafel angebracht, die Nordhausen als „Ort der Vielfalt“ ausweist - eine Anerkennung, die der Stadt Nordhausen aufgrund des Engagements vieler Initiativen gegen Rechtsradikalismus und für Toleranz und Demokratie im November von der Bundesregierung verliehen worden war.
Autor: nnz

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