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Besser als erwartet

Mittwoch, 04. Februar 2009, 15:29 Uhr
Die Jubelzeiten der Wirtschaft im Landkreis Nordhausen sind vorbei. Das ist die absolute Aussage. Relativ betrachtet, blicken die Unternehmer der Region jedoch weitaus optimistischer in die Zukunft als ihre „Kollegen“ in den Nachbarlandkreisen. Die nnz mit einer Bestandsaufnahme...


Wie die Auswertung der Konjunkturumfrage (September bis Dezember 2008) der Industrie- und Handelskammer bei den Unternehmen im Landkreis Nordhausen aktuell zeigt, geht auch hier die Stimmung der befragten Unternehmer zur gegenwärtigen Geschäftslage, zu den Erwartungen und Plänen, zur Beschäftigtenentwicklung sowie zu Investitionsausgaben stark zurück.

Wurde die Geschäftslage für den Befragungszeitraum September bis Dezember von 90 Prozent der befragten Unternehmer mit gut bis befriedigend eingeschätzt, sind die Zukunftserwartungen nicht mehr so optimistisch ausgeprägt. Bemerkenswert jedoch scheint, dass die Zukunftserwartungen im Landkreis besser ausfallen als in anderen Kreisen des Kammerbezirkes.

So erwarten immerhin 10 Prozent eine günstigere und 62 Prozent eine gleich bleibende Entwicklung. 28 Prozent (im Vorjahreszeitraum 13 Prozent) sehen für ihr Unternehmen jedoch eine ungünstigere Entwicklung. Im Kammerbezirk insgesamt liegt dieser Wert jedoch bei 46 Prozent. Der breite Branchenmix im Landkreis Nordhausen wirkt sich in Zeiten zunehmender wirtschaftlicher Probleme nicht so anfällig aus wie monostrukturierte Regionen.

Bei der Aussicht auf Beschäftigung fallen die Umfrageergebnisse im Landkreis Nordhausen ebenfalls günstiger aus als im Kammerbezirk insgesamt. So gehen 13 Prozent (im Vorjahr 23 Prozent) von weiterhin steigenden Beschäftigtenzahlen aus. Im Kammerbezirk insgesamt liegt dieser Wert nur bei 7 Prozent. 69 Prozent im Landkreis wollen die Beschäftigtenzahlen beibehalten und lediglich 18 Prozent (im Vorjahr 9 Prozent) gehen von einer Personalreduzierung aus. Dieser Wert liegt im Kammerbezirk bei 27 Prozent.

Gestützt werden diese Befragungsergebnisse durch die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. So wurden im Januar im Landkreis Nordhausen weiterhin Arbeitskräfte in Unternehmen vermittelt und stieg die Arbeitslosenquote geringer als in anderen Kreisen. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass die Anmeldungen für Kurzarbeitergeld einen starken Anstieg verzeichnen; was davon letztendlich tatsächlich eintritt bleibt abzuwarten.

Nahezu unbeeindruckt von den aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen zeigt sich das Baugewerbe. Der Schrumpfungsprozess der vergangenen Jahre hat in dieser Branche zu einer gewissen Stabilität geführt. Überwiegend gut und befriedigend wurde hier die Geschäftslage im Auswertungszeitraum bewertet und auch hinsichtlich der Erwartungen und Pläne blickt die überwiegende Mehrzahl (84 Prozent) optimistisch in die Zukunft. Die in den Konjunkturpaketen der Bundesregierung enthaltenen Milliarden für Investitionen zeigen im Stimmungsbild schon positive Auswirkungen.

Die Einzelhändler sorgen sich um ihre Zukunft. Der Handel verzeichnet seit Jahren teilweise massive Umsatz- und Ertragsverluste. Auch das in weiten Teilen erfolgreiche Weihnachtsgeschäft ändert nichts an der insgesamt schlechten Situation für die Branche. Die Geschäfte im laufenden Jahr hängen von der Arbeitsmarktentwicklung ab.

Die IHK Erfurt macht Unternehmen nochmals auf die Initiative "Unternehmenssicherung" aufmerksam. Durch dieses Projekt soll Unternehmen in wirtschaftlich schwieriger Situation professionelle Unterstützung angeboten werden.

Bildung ist eine Chance, die Unternehmen in Kurzarbeit nutzen können. Öffentliche Mittel stehen für deren Finanzierung zur Verfügung. Die IHK Erfurt stellt mit ihrem Angebot Bildungsmöglichkeiten dar, die kurzfristig umsetzbar sind und auf Grundlage von anerkannten Konzepten erarbeitet wurden.
Autor: nnz

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