nnz-online

nnz-Forum: Alle unter einem Schirm

Freitag, 13. Februar 2009, 08:01 Uhr
Am Montag dieser Woche fand im Leipziger Congress Center die Auftakt-Veranstaltung der DGB-Kampagne zur Altersversorgung statt. Gerechnet hatte man mit 500 Teilnehmern aus den Ländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, gekommen waren 1100 Personen. Auch ein Leser der nnz war mit dabei...


Eröffnet wurde die Veranstaltung von den Kabarett „Pfeffermühle“ Leipzig. Mit viel Humor wurde die Lage der Rentner auf die Schippe genommen. Im Anschluss sprachen Annelie Buntenbach, Mitglied des DGB Bundesvorstands und Frank Bsirske, Vorsitzender ver.di, über das Thema „Rente muss zum Leben reichen“ und „Alterssicherung – alle unter einen Schirm!“ In ihren Reden ging es darum, dass die ganze Rentenreform keine Reform ist, sondern nur eine verschleierte Rentenkürzung beinhaltet und somit nur noch eine Rentenlüge ist.

In Leipzig dabei (Foto: Buntfuß) In Leipzig dabei (Foto: Buntfuß) Während der Mittagspause nutzten viele die Gelegenheit, ihre Wünsche und Forderungen auf ausliegende Transparente zu schreiben (siehe Foto). Diese sollen bei einem stattfindenden Fahrradkorso mitgeführt, und am Ende den Politikern, die für den Rentenbetrug verantwortlich sind, übergeben werden.

Nach der Pause ging es weiter mit einer Podiumsdiskussion. Hierzu hatten die Grünen, DIE LINKE und die SPD je einen Vertreter gestellt. Die CDU und die FDP waren zu feige sich an der Debatte zu beteiligen. Sie wollten sich wohl nicht ausbuhen lassen Auf die Diskussion möchte ich nicht weiter eingehen, nur auf eine Frage aus dem Saal und deren Beantwortung.

In Leipzig dabei (Foto: Buntfuß) In Leipzig dabei (Foto: Buntfuß)

Die Frage hatte folgenden Inhalt und ging an die Vertreterin der Partei Die Grünen: „Sie waren zu der Zeit, als die Hartz-IV-Gesetze beschlossen wurden, Abgeordnete des Bundestags. Ich möchte von ihnen wissen - ob und wenn ja - warum sie für die Hartz-IV-Gesetze gestimmt haben?“

Die Antwort war: „Ja ich habe für die Gesetze gestimmt. Warum? Es standen nur zwei Alternativen zur Wahl: Entweder Hartz-IV oder die Auflösung der Regierung, und das wiederum wollte unsere Parteiführung nicht.“

Diese Antwort zeigt sehr deutlich, wenn es um Macht und Ministerposten geht, dann ist das Volk Nebensache. Nur um die Machtgelüste von Fischer, Künast, Trittin und Co. zu stillen, müssen heute Millionen von Bürgern mit dem menschenfeindlichen Gesetz „Hartz-IV“ leben.

Zum Schluss der Veranstaltung versammelten sich alle Teilnehmer im Foyer. Die roten Schirme, die bei der Ankunft ausgeteilt wurden, wurden nun alle aufgespannt – als Symbol für das Motto „Alle unter einen Schirm.“ Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die nachfolgenden Veranstaltungen auch so ein Erfolg werden.
Harald Buntfuß, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de