Zank und Streit beim Horizont-Verein
Freitag, 27. Februar 2009, 12:52 Uhr
Konflikte austragen, das kann verschiedene Erscheinungsformen haben. Vor Gericht, vor einer Schiedsstelle oder beim Horizont Verein. Dort gibt es jetzt ein neues Projekt und einen Mediator im nnz-Interview.
Konflikte lösen (Foto: Horizont)
nnz: Was verbirgt sich hinter dem Begriff MEDIKON?
Rzepus: MEDIKON ist ein neues Dienstleistungsangebot des HORIZONT e.V. in Nordhausen. Es setzt sich aus den zwei Begriffen MEDIation und KONfliktmanagement zusammen. Unternehmen, Betriebe, Institutionen, Ämter, Behörden sowie Privatpersonen können dieses Angebot bei bestehenden Konflikten z.B. in Form von Weiterbildungsseminaren, Kommunikationsschulungen und Schlichtungsverfahren nutzen.
nnz: Was kann ein Laie unter Mediation verstehen?
Rzepus: Mediation ist ein Verfahren zur professionellen Streitschlichtung, um beispielsweise Gerichtsverfahren zu umgehen. Hier wird kein Recht gesprochen, sondern eine Situation angestrebt, aus der beide Parteien als Gewinner herausgehen. Gemeinsam mit dem Mediator werden einvernehmliche Lösungen erarbeitet.
nnz: Was kann ein Laie unter Konfliktmanagement verstehen?
Rzepus: Konfliktmanagement betrachtet die Kommunikation als Werkzeug, durch dessen richtigen Gebrauch Konflikte angegangen und bearbeitet werden können. Konfliktmanagement ermöglicht außerdem, das eigene Konfliktverhalten besser zu verstehen.
nnz: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Studium zum Mediator zu absolvieren?
Rzepus: Aufgrund meiner beratenden Tätigkeit werde ich häufig mit Situationen konfrontiert, in denen Konflikte auftreten. Konflikte sind fester Bestandteil unseres Lebens. Das Studium zum Mediator ermöglicht mir, Konfliktverhalten zu hinterfragen und Konflikte als Chance zur positiven Veränderung zu sehen.
nnz: An wen richtet sich MEDIKON?
Rzepus: MEDIKON steht in erster Linie den zu begleitenden Teilnehmern des HORIZONT e.V. zur Verfügung. Des Weiteren sollen natürlich auch soziale Einrichtungen, Behörden, Ämter und Unternehmen der freien Wirtschaft angesprochen werden, die auf dieses Angebot zurückgreifen möchten. Generell richtet sich MEDIKON an alle Institutionen und Personen, die ernsthaftes Interesse an einer Konfliktbeilegung haben.
nnz: Welche Rolle spielt der Mediator innerhalb dieses Prozesses?
Rzepus: Der Mediator baut durch die professionelle Nutzung erlernter Werkzeuge und Methoden eine zwischenmenschliche Kommunikationsgrundlage auf. Hiermit befähigt er die Parteien dazu, einvernehmliche Lösungen zu erarbeiten. Ein Mediator ist stets allparteilich, d.h. er steht beiden Parteien in gleichem Maße zur Seite.
nnz: Welche Chancen bringt eine Mediation für alle Beteiligten mit sich?
Rzepus: Ziel der Mediation soll es ein, dass beide Parteien den Standpunkt ihres Gegenübers besser nachvollziehen können. Somit ist auch im Nachhinein eine weitere Zusammenarbeit möglich. Beide Parteien behalten ihre Würde, d.h. es gibt keinen Verlierer. Es wird eine schnelle Konfliktlösung angestrebt, die beispielsweise juristische Schritte vermeidet.
nnz: Woran misst man den Erfolg einer Mediation?
Rzepus: Eine Mediation war dann erfolgreich, wenn beide Parteien zufrieden auseinander gehen und einen Kompromiss gefunden haben, der nachhaltig wirkt.
nnz: Wann macht Mediation keinen Sinn?
Rzepus: Mediation macht keinen Sinn, wenn kein ehrliches Interesse an einer Konfliktbeilegung besteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es einer oder sogar beiden Parteien vordergründig nur um ihr Recht geht und die Fronten bereits so verhärtet sind, dass keiner von seiner Position abweichen möchte.
nnz: Hat Mediation Zukunft?
Rzepus: Diese Frage kann ich mit einem klaren Ja beantworten, denn Konflikte wird es immer geben. Es existieren bereits politische Programme, die sich der Mediation als professionelles Streitschlichtungsverfahren bedienen. Hintergrund ist die dringend notwendige Entlastung der Gerichte, was mit enormen Kosteneinsparungen verbunden ist. Auch in EU-geförderten Projekten des HORIZONT e.V. wie z.B. der 2. Chance und der Kompetenzagentur wird auf Mediation und Konfliktmanagement zurückgegriffen. Weitere Kooperationen sind mit der Stadt Nordhausen, der Fachhochschule Nordhausen und der Regelschule in Nordhausen Ost geplant.
nnz: Haben Sie ein interessantes Fallbeispiel auf Lager?
Rzepus: Alle Fälle, die ich bisher bearbeitet habe, sind außerordentlich interessant. Natürlich muss die Anonymität der einzelnen Parteien gewahrt werden, weshalb ich keine konkreten Beispiele nennen kann. Ich möchte allerdings betonen, dass das Feedback der Teilnehmer sehr positiv war. Führungskonflikte, Mitarbeiterkonflikte, Nachbarschaftsstreitigkeiten sowie Familien- und Paarkonflikte sind nur einige Bereiche, in denen ich bereits erfolgreich mediieren durfte.
nnz: Wie können Interessenten weitere Informationen zu MEDIKON erhalten?
Rzepus: Jeder, der Interesse oder Bedarf an einer Mediation, Kommunikationsschulung oder einem Weiterbildungsseminar hat und keine Lust mehr auf Zank und Streit verspürt, kann sich über t.rzepus@horizont-verein.de oder 03631/462830 mit mir in Verbindung setzen und sich kostenfrei beraten und informieren lassen. Für die nnz fragte Tina Schneppe
Autor: nnz
Konflikte lösen (Foto: Horizont)
nnz: Was verbirgt sich hinter dem Begriff MEDIKON?Rzepus: MEDIKON ist ein neues Dienstleistungsangebot des HORIZONT e.V. in Nordhausen. Es setzt sich aus den zwei Begriffen MEDIation und KONfliktmanagement zusammen. Unternehmen, Betriebe, Institutionen, Ämter, Behörden sowie Privatpersonen können dieses Angebot bei bestehenden Konflikten z.B. in Form von Weiterbildungsseminaren, Kommunikationsschulungen und Schlichtungsverfahren nutzen.
nnz: Was kann ein Laie unter Mediation verstehen?
Rzepus: Mediation ist ein Verfahren zur professionellen Streitschlichtung, um beispielsweise Gerichtsverfahren zu umgehen. Hier wird kein Recht gesprochen, sondern eine Situation angestrebt, aus der beide Parteien als Gewinner herausgehen. Gemeinsam mit dem Mediator werden einvernehmliche Lösungen erarbeitet.
nnz: Was kann ein Laie unter Konfliktmanagement verstehen?
Rzepus: Konfliktmanagement betrachtet die Kommunikation als Werkzeug, durch dessen richtigen Gebrauch Konflikte angegangen und bearbeitet werden können. Konfliktmanagement ermöglicht außerdem, das eigene Konfliktverhalten besser zu verstehen.
nnz: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Studium zum Mediator zu absolvieren?
Rzepus: Aufgrund meiner beratenden Tätigkeit werde ich häufig mit Situationen konfrontiert, in denen Konflikte auftreten. Konflikte sind fester Bestandteil unseres Lebens. Das Studium zum Mediator ermöglicht mir, Konfliktverhalten zu hinterfragen und Konflikte als Chance zur positiven Veränderung zu sehen.
nnz: An wen richtet sich MEDIKON?
Rzepus: MEDIKON steht in erster Linie den zu begleitenden Teilnehmern des HORIZONT e.V. zur Verfügung. Des Weiteren sollen natürlich auch soziale Einrichtungen, Behörden, Ämter und Unternehmen der freien Wirtschaft angesprochen werden, die auf dieses Angebot zurückgreifen möchten. Generell richtet sich MEDIKON an alle Institutionen und Personen, die ernsthaftes Interesse an einer Konfliktbeilegung haben.
nnz: Welche Rolle spielt der Mediator innerhalb dieses Prozesses?
Rzepus: Der Mediator baut durch die professionelle Nutzung erlernter Werkzeuge und Methoden eine zwischenmenschliche Kommunikationsgrundlage auf. Hiermit befähigt er die Parteien dazu, einvernehmliche Lösungen zu erarbeiten. Ein Mediator ist stets allparteilich, d.h. er steht beiden Parteien in gleichem Maße zur Seite.
nnz: Welche Chancen bringt eine Mediation für alle Beteiligten mit sich?
Rzepus: Ziel der Mediation soll es ein, dass beide Parteien den Standpunkt ihres Gegenübers besser nachvollziehen können. Somit ist auch im Nachhinein eine weitere Zusammenarbeit möglich. Beide Parteien behalten ihre Würde, d.h. es gibt keinen Verlierer. Es wird eine schnelle Konfliktlösung angestrebt, die beispielsweise juristische Schritte vermeidet.
nnz: Woran misst man den Erfolg einer Mediation?
Rzepus: Eine Mediation war dann erfolgreich, wenn beide Parteien zufrieden auseinander gehen und einen Kompromiss gefunden haben, der nachhaltig wirkt.
nnz: Wann macht Mediation keinen Sinn?
Rzepus: Mediation macht keinen Sinn, wenn kein ehrliches Interesse an einer Konfliktbeilegung besteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es einer oder sogar beiden Parteien vordergründig nur um ihr Recht geht und die Fronten bereits so verhärtet sind, dass keiner von seiner Position abweichen möchte.
nnz: Hat Mediation Zukunft?
Rzepus: Diese Frage kann ich mit einem klaren Ja beantworten, denn Konflikte wird es immer geben. Es existieren bereits politische Programme, die sich der Mediation als professionelles Streitschlichtungsverfahren bedienen. Hintergrund ist die dringend notwendige Entlastung der Gerichte, was mit enormen Kosteneinsparungen verbunden ist. Auch in EU-geförderten Projekten des HORIZONT e.V. wie z.B. der 2. Chance und der Kompetenzagentur wird auf Mediation und Konfliktmanagement zurückgegriffen. Weitere Kooperationen sind mit der Stadt Nordhausen, der Fachhochschule Nordhausen und der Regelschule in Nordhausen Ost geplant.
nnz: Haben Sie ein interessantes Fallbeispiel auf Lager?
Rzepus: Alle Fälle, die ich bisher bearbeitet habe, sind außerordentlich interessant. Natürlich muss die Anonymität der einzelnen Parteien gewahrt werden, weshalb ich keine konkreten Beispiele nennen kann. Ich möchte allerdings betonen, dass das Feedback der Teilnehmer sehr positiv war. Führungskonflikte, Mitarbeiterkonflikte, Nachbarschaftsstreitigkeiten sowie Familien- und Paarkonflikte sind nur einige Bereiche, in denen ich bereits erfolgreich mediieren durfte.
nnz: Wie können Interessenten weitere Informationen zu MEDIKON erhalten?
Rzepus: Jeder, der Interesse oder Bedarf an einer Mediation, Kommunikationsschulung oder einem Weiterbildungsseminar hat und keine Lust mehr auf Zank und Streit verspürt, kann sich über t.rzepus@horizont-verein.de oder 03631/462830 mit mir in Verbindung setzen und sich kostenfrei beraten und informieren lassen. Für die nnz fragte Tina Schneppe
