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nnz-Forum: Dumm oder Pervers?

Donnerstag, 02. April 2009, 13:43 Uhr
Vor der Südharz-Galerie stehen dieser Tage junge Menschen. Sie sammeln Unterschriften gegen die zunehmende Tierquälerei. Eine gute Sache, denn niemand aber auch niemand hat das Recht, Lebewesen - gleich welcher Art - zu quälen, oder gar zu foltern. Und da kamen einem nnz-Leser so einige Gedanken...


Folter, genau das ist der Punkt. Da gibt es tatsächlich so genannte „Experten“, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dafür plädieren, die Folter am Menschen wieder einzuführen. So geschehen beim Sender 3sat am Dienstag, den 31.03. 2009, in der Zeit von 3.20 Uhr bis 4.15 Uhr. Überhaupt, was heißt hier „wiedereinführen“? Es ist ja bekannt, dass der ehemalige amerikanische Präsident und Kriegstreiber, Bush, Personen foltern lies, ob sie schuldig waren oder nicht. „Guantanamo“, mehr muss hier wohl nicht sagen. Doch die Miss Universe 2008 empfand Guantanamo als erholsam. Ich sehe hinter dem ganzen nur eins, die Angst der Regierenden vor dem Volk.

Als ich die Sendung sah, fragte ich mich, ob die Befürworter der Folter krank sind. Sind sie vielleicht sadistisch veranlagt? Man sprach zwar davon, die Folter nur im Notfall einzusetzen, aber wer bestimmt, wo und wann ein Notfall vorliegt? Jetzt werden verschiedene Politiker lauthals verkünden: Dafür schaffen wir die nötigen Gesetze und Anordnungen. Vielleicht solche, wie Schäubles Datenschutzgesetz, welches den Bürger vor unliebsamen Zugriff auf seine Daten schützen soll?

Was dabei heraus gekommen ist, sieht man ja, Telekom, Deutsche Bahn, Lidl und seit neustem beim Airbus-Konzern, der zugeben musste, dass er die Kontodaten seiner Mitarbeiter ausspioniert hat. Es steht zu befürchten, dass das gleiche mit dem Gesetz zur Anwendung der Folter geschehen wird.

Wer will garantieren, dass, wenn die Polizei oder andere Organe unter öffentlichen Druck stehen, weil sie es nicht schaffen einen Mord aufzuklären, sie nicht zu dem Mittel der Folter greifen? Geschehen ist das ja schon in den Fall des entführten Sohns eines Bankchefs. Zwar wurde hier die Folter „nur angedroht“, so sagt man jedenfalls.

Ich persönlich habe kein großes Vertrauen in so ein Gesetz, sollte es wirklich einmal kommen. Es wird nicht ausbleiben, dass Personen das Gesetz nach Gutdünken auslegen werden und dann doch Foltern, nur um einen Erfolg vorweisen zu können. Wird ein Mensch gefoltert, dann sagt er genau das, was man hören will. Die Hexenverfolgungen im Mittelalter haben das doch bewiesen. Wünschen sich die „Experten“ eine solche Zeit zurück? Man könnte es meinen, auch wenn sie sagen, sie würden die Folter nur im Ernstfall einsetzen. Es ist schon besorgniserregend, dass man öffentlich über die Anwendung der Folter redet. Wo bleibt die Menschenwürde?
Harald Buntfuß, Nordhausen
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Autor: nnz

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