Privatsphäre wird durchleuchtet
Freitag, 03. April 2009, 10:53 Uhr
An welchem Glücksspiel nehmen Sie teil bzw. woran haben Sie Interesse? Hat jemand in Ihrem Haushalt, Blasenschwäche, Gewichtsprobleme, Haarausfall? Sind Sie an Angeboten eines renommierten Wein-Versenders interessiert? Wo sind Sie oder Ihr Haushalt versichert? Bei welchem Kreditinstitut haben Sie ein Konto? Wann läuft Ihr Handy-Vertrag aus? Die Verbraucherzentrale in Nordhausen warnt vor diesen Fragen...
Interesse hat die Firma Schober Information Information Group Deutschland GmbH aus Ditzingen an mehr als 100 persönlichen Daten – angefangen bei Einkommens-, Eigentums- und Bildungsverhältnissen über vorhandene Versicherungen, Bankverbindungen bis hin zu Urlaubsgewohnheiten und Gesundheitsfragen.
"Auch wenn die Schreiben persönlich adressiert sind, muss niemand an der Verbraucherbefragung teilnehmen und seine persönlichen Verhältnisse offenlegen. Wer sich selbst zum gläsernen Konsumenten macht, muss damit rechnen, künftig mit Werbematerial und Vertragsangeboten überschüttet zu werden, warnt Silvia Georgi von der Nordhäuser Beratungsstelle der Verbraucher-Zentrale Thüringen e.V. Auch Vertreterbesuche und Telefonanrufe seien nicht auszuschließen.
Die sehr detaillierten, teilweise intimen Fragen haben nichts mit anerkannter Marktforschung zu tun. Im Gegensatz zu seriösen Marktforschungsinstituten, die ihre Daten anonym erfassen und verwerten, geht es in der Lifestyle Konsumentenbefragung ausschließlich um die Erhebung und Verwertung personenbezogener Verbraucherdaten zu kommerziellen Zwecken.
Anders verhält es sich mit Befragungen, für die der Gesetzgeber eine Pflicht zur Teilnahme festgelegt hat. Diese sind u.a. daran zu erkennen, dass die gesetzliche Grundlage dieser Pflicht in den übersandten Unterlagen genannt wird. Auch wird in der Regel eine Behörde benannt, bei der man sich im Zweifel erkundigen kann.
Autor: nnz/knInteresse hat die Firma Schober Information Information Group Deutschland GmbH aus Ditzingen an mehr als 100 persönlichen Daten – angefangen bei Einkommens-, Eigentums- und Bildungsverhältnissen über vorhandene Versicherungen, Bankverbindungen bis hin zu Urlaubsgewohnheiten und Gesundheitsfragen.
"Auch wenn die Schreiben persönlich adressiert sind, muss niemand an der Verbraucherbefragung teilnehmen und seine persönlichen Verhältnisse offenlegen. Wer sich selbst zum gläsernen Konsumenten macht, muss damit rechnen, künftig mit Werbematerial und Vertragsangeboten überschüttet zu werden, warnt Silvia Georgi von der Nordhäuser Beratungsstelle der Verbraucher-Zentrale Thüringen e.V. Auch Vertreterbesuche und Telefonanrufe seien nicht auszuschließen.
Die sehr detaillierten, teilweise intimen Fragen haben nichts mit anerkannter Marktforschung zu tun. Im Gegensatz zu seriösen Marktforschungsinstituten, die ihre Daten anonym erfassen und verwerten, geht es in der Lifestyle Konsumentenbefragung ausschließlich um die Erhebung und Verwertung personenbezogener Verbraucherdaten zu kommerziellen Zwecken.
Anders verhält es sich mit Befragungen, für die der Gesetzgeber eine Pflicht zur Teilnahme festgelegt hat. Diese sind u.a. daran zu erkennen, dass die gesetzliche Grundlage dieser Pflicht in den übersandten Unterlagen genannt wird. Auch wird in der Regel eine Behörde benannt, bei der man sich im Zweifel erkundigen kann.
