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Binder und Türme

Freitag, 17. April 2009, 08:45 Uhr
Am Heringer Standort der HABAU-Firmengruppe werden in der Regel emotionslose Betonfertigteile produziert. Doch es gibt natürlich Ausnahmen. Der Regel und der Ausnahme ist eines gleich: „Beide“ müssen transportiert werden. Und das ist nicht immer so einfach...

Unterwegs (Foto: HABAU) Unterwegs (Foto: HABAU)

400 Frauen und Männer arbeiten am Heringer und Rudolstädter Standort der HABAU - Firmengruppe. Auch in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise. Dieser Fakt ist jedoch nur die „halbe Miete“ für die Region, noch einmal so viele Arbeitsplätze werden bei Unternehmen gesichert, die von Aufträgen der Heringer profitieren. Ob nun der Sicherheitsdienst, die Reinigungsfirma oder das Catering-Unternehmen – sie alle partizipieren von den industriellen Arbeitsplätzen.

Eine Branche ist für die Hersteller von Betonfertigteilen in Heringen und in Rudolstadt von besonderer Bedeutung – die Speditionen. Hier helfen Zahlen: Im Jahr werden an beiden Standorten Betonfertigteile mit einem Gesamtvolumen von 60.000 Kubikmeter hergestellt. Bezogen auf das spezifische Gewicht von Beton sind das im Jahr 150.000 Tonnen. Ausgehend von 250 Arbeitstagen pro Tag 600 Tonnen.

Diese Masse muss Heringen und Rudolstadt verlassen. Im statistischen Durchschnitt rollen somit 27 bis 28 Fahrzeuge vom Hof. Die präzise Verladung und der pünktliche Abtransport der schweren Frachten liegt in den Händen von Horst Koch. „Nach reiflichen Überlegungen kamen wir zu dem Entschluß, Unternehmen aus der Region als Spediteure vertraglich zu binden. Die vier wichtigsten Partner sind Schachtbau Nordhausen, Blanke-Spedition sowie die Speditionen Otto aus Nordhausen und Eckardt aus Sollstedt“, erzählt der Leiter Verladung und Transport.

Im vergangenen Monat schickten die Heringer Betonfertigteilbauer die bislang schwerste Last auf die Reise. Das Ziel des 58-Tonnen-Kollosses war das Kraftwerk in Boxberg. Wenn die Investition in eine neue Kranbahn abgeschlossen ist (wir berichteten), dann kann auch ein riesiger Binder für Airbus nach Nordenham auf die Reise gehen. Auf dem Spezialfahrzeug liegt dann ein Teil mit einem Gewicht von 80 Tonnen.

250 Kilometer lang ist – rein rechnerisch betrachtet – eine Strecke. Führt diese durch mehrere Bundesländer, dann müssen Horst Koch und seinen beiden Kollegen in Heringen und in Rudolstadt einen Berg von Formularen ausfüllen, Auflagen und Besonderheiten beachten, und: immer präzise planen. Letztlich gilt auch für die Betonbauer in Heringen und Rudolstadt: Zeit ist Geld, denn auf den Baustellen an den Zielorten warten dann schon mal 500-Tonnen-Kräne, um die Fertigteile der Universalbeton Heringen GmbH & Co. KG unverzüglich einbauen zu können.

Turm auf Reisen (Foto: HABAU) Turm auf Reisen (Foto: HABAU)

Auch das wurde gefertigt und transportiert. Im Oktober 2006 fertigten die Betonfertigteilbauer aus Heringen einen Glockenturm für das niedersächsische Alfeld. Der Turm, der aus drei Einzelteilen in Heringen vorgefertigt worden war, hatte ein Gewicht von rund 40 Tonnen und steht jetzt mit seiner stolzen Höhe von fast 15 Metern in der Alfelder Marienstraße.

Das Ende der Reise (Foto: HABAU) Das Ende der Reise (Foto: HABAU)
Der Glockenturm ist aufgestellt
Autor: nnz/kn

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