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Nordhäuser Spuren

Donnerstag, 23. April 2009, 17:06 Uhr
In Göttingen, am dortigen Amtsgericht, wurde heute ein Mann verurteilt, der laut Gericht und Staatsanwaltschaft seine Spuren auch in Nordhausen hinterlassen zu haben scheint. Die nnz mit den Einzelheiten.


Alexander S. ist heute vom Amtsgericht in Göttingen wegen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Um die Hintergründe zu verstehen, muss man in das Jahr 2008 zurückblicken, genauer gesagt in den November. Da gab es schon eine Verhandlung am Amtsgericht und das Göttinger Tageblatt schrieb damals: Der Prozess gegen einen zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilten 39 Jahre alten Rumänen wegen des Überfalls auf ein Arztehepaar in deren Haus an der Herzberger Landstraße hat ein Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat Anklage gegen einen Mittäter erhoben.


Der Mittäterschaft verdächtigt wurde damals ein jetzt 57 Jahre alter früherer Autohändler aus Einbeck, der zur Tatzeit – also im Jahr 2004 – in Nordhausen gelebt haben soll. Ihm wird laut Zeitung vorgeworfen, dem Räuber den Tipp gegeben, ihn mit einem riesigen Schraubenschlüssel - das spätere Tatwerkzeug - ausgestattet, zum Tatort gefahren und ihn nach seiner Flucht in Bad Lauterberg wieder abgeholt zu haben.

Zitat: „Der Rumäne war am 18. Februar 2004 in das Haus eingedrungen, als die Bewohner nicht daheim waren. Der Angeklagte hatte ihm gesagt, wo er nach vermuteten 150.000 Euro Bargeld und Schmuck suchen solle. Doch der Einbrecher fand lediglich Modeschmuck. Dann wurde er auch noch von dem zurückkehrenden Eheleuten überrascht. Er überwältigte die älteren Menschen, verletzte sie dabei schwer und floh schließlich mit deren auffälligen BMW, weil sein Komplize ihn nicht abholte.

Der Vorwurf der Ermittler lautete damals auf gemeinschaftlichen Wohnungseinbruch, da die Gewaltanwendung durch den Rumänen nicht vorhersehbar gewesen sein soll. Und wieder kommt Nordhausen ins Spiel, wenn die Redakteure berichten: „Weiterhin ermittelt die Polizei gegen einen heute in Berlin lebenden 42-jährigen früheren Bauunternehmer.

Er soll der eigentliche Auftraggeber des Einbruchs gewesen sein, während der 57-Jährige als sein Helfer den Rumänen im Ausland angeheuert und ihm Unterschlupf gewährt habe. Von dem Baukoordinator muss nach Überzeugung der Opfer auch der Hinweis auf das Geld gekommen sein.

Das Ehepaar hatte dem Mann mehrfach in der Wohnung Bauleistungen bar ausgezahlt, die dieser offenbar nicht an die ausführenden Handwerker - alle aus Nordhausen - weitergegeben habe. Die späteren Opfer und die Handwerker hatten deshalb im Streit gelegen.
Autor: nnz

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