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Neues von der schmalen Spur

Montag, 11. Mai 2009, 15:42 Uhr
Im Mittelpunkt der heutigen Sitzung des Kreisausschusses stand die Bahn auf schmalen Gleisen. Vertreter der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrates der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) erläuterten die aktuelle Situation und die Gründung eines Tochterunternehmens...


Jörg Bauer von der HSB-Geschäftsleitung blickte auf die Geschichte des kommunalen Unternehmens seit dem Jahr 1991 zurück. Das entscheidendste Ereignis der vergangenen drei Jahre sei die Eröffnung der Strecke von Gernrode nach Quedlinburg gewesen. 1,16 Millionen Reisende seien jährlich auf den rund 140 Kilometern befördert worden, 230.000 bis 250.000 entfallen dabei auf die Nordhäuser Region, etwa 200.000 davon sind die klassischen „Pendler“. Alles in allem wurden im Jahr 2009 mehr als zehn Millionen Euro an Umsatzerlösen erzielt. Trotzdem muss es einen Zuschuss von fast 800.000 Euro geben, von den Gesellschaftern.

Die Strecke zwischen Nordhausen und Ilfeld ist die am stärksten frequentierte Schmalspurstrecke in Deutschland. Hinzu kommt der Güterverkehr vom Unterberg. Damit, so Bauer, so zeige sich, dass die HSB mehr als eine Museumsbahn ist. Nun sollen in den kommenden Jahren die Fahrzeiten zwischen Nordhausen und Ilfeld verkürzt werden, 25 Minuten benötigt dann der Fahrgast.

Nun soll ein Tochterunternehmen gegründet werden, Hintergrund ist das europäische Eisenbahnrecht. Einheitliche Voraussetzungen sollen es möglich machen, dass zum Beispiel ein in Deutschland ausgebildeter Lokführer auch in Warschau fahren darf. Allerdings will die HSB nicht nach Warschau oder Paris fahren. Aber die HSB macht mehr als schmale Spur, sondern betreibt auch eine regelspurige Rollbockanlage in Nordhausen und will künftig die Rübelandbahn (Regelspur) betreiben. Hierzu wird ein Tochterunternehmen gegründet.

Der Landkreis Harz hat bereits zugestimmt, auch die dortige Aufsichtsbehörde in Sachsen-Anhalt hat die Signale auf freie Fahrt gestellt. Jetzt ist der zweitgrößte Gesellschafter (20 Prozent), der Landkreis Nordhausen dran. Das neue Unternehmen soll „HSB Dienstleistungen GmbH“ heißen, der Aufsichtsrat der neuen GmbH mit dem der HSB GmbH personenidentisch sein. Weiterhin wird der Landkreis Nordhausen in der Gesellschafterversammlung tätig sein.

Und dann entdeckte der Christdemokrat Prof. Heinrich Markgraf das soziale Herz. „Familien mit Hartz IV oder einem geringen Einkommen hätten nicht die Chance, die HSB touristisch zu nutzen. Hier müsse eventuell neu justiert werden.“ Bauer verwies hierbei auf die geringen Möglichkeiten seitens des Unternehmens und erläuterte die Familienkarte sowie die Anerkennung der Harz-Card und der Thüringen-Cart.

Um das gesamte Papierwerk zu beschließen, müssen noch weitere Änderungen im Gesellschaftsvertrag vorgenommen werden. Gut Ding will eben Weile haben.
Autor: nnz

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