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"Glück im Unglück"

Montag, 18. Mai 2009, 16:49 Uhr
Die nnz hatte am Samstag ausführlich über die Geschehnisse in der Nordhäuser Töpferstraße berichtet. Hier noch einmal die Geschehnisse aus Sicht der Nordhäuser Stadtverwaltung, verbunden mit einem Dank...

Brandsatz (Foto: Feuerwehr) Brandsatz (Foto: Feuerwehr)
Nicht gezündeter Brandsatz in der Kücher der Wohnung, Töpferstraße 9

Am Samstagfrüh brannte eine Wohnung im 5. Obergeschoß im Wohnblock der Töpferstraße 9. Ermittlungen zufolge legte der Mieter vermutlich selbst das Feuer, bevor er seine Garage in der Halleschen Straße abbrannte und zum Schluss sich selbst umbrachte.

"Ein solches Ausmaß an Brandstifterkriminalität habe selbst ich noch nicht erlebt", sagte der Leiter der Berufsfeuerwehr Gerd Jung heute im Rückblick. Der Täter legte drei Brandsätze in der Wohnung und einen im Keller, wovon nur einer in der Wohnung gezündet wurde. Dadurch seien keine Menschen ums Leben gekommen. Der Schutzschalter der Wohnung habe sämtliche Stromkreise einschließlich dem im Keller abgeschaltet. "Wir hatten Glück im Unglück"

Unter schwerem Atemschutz, den sogenannten Preßluftatmern, bekämpften die Trupps der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Mitte den Brand in der Wohnung. Da unter schwerem Atemschutz und eingeschränkter Sicht weder Geruch noch Gegenstände richtig feststellbar gewesen seien, konnten zu diesem Zeitpunkt auch die Brandsätze nicht ausgemacht werden, sagte Jung.

Zum Glück wurden die Behältnisse bei der Durchsuchung der Wohnung nicht heruntergerissen. Bei einer Beschädigung der Behälter hätte es bei den herrschenden Temperaturen zu einer Explosion kommen können.

"Die Ausmaße bei der vollen Explosion aller Brandsätze kann man sich gar nicht vorstellen", sagte Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD), der ebenfalls froh ist, dass der Einsatz nicht in einer Katastrophe endete und Menschenleben von Bewohnern und Feuerwehrleuten zu beklagen seien. Und das hätte leicht passieren können. Denn die Außenwände der Wohnung, die an drei Außenseiten des Wohnblockes liegt, hätten herausgedrückt werden und die darüber liegenden Etagen einstürzen können. Auch habe die Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt der Brandbekämpfung noch keine Information über den Brandsatz im Keller gehabt.

Bürgermeister Matthias Jendricke dankt auf diesem Wege nochmals den Kameraden der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren Mitte sowie Sundhausen, die zeitgleich den Brand am Garagenkomplex in der Halleschen Straße bekämpfte, für ihren selbstlosen Einsatz. Dies sei inzwischen der 2. Großeinsatz in Folge, nachdem die Berufsfeuerwehr am vergangenen Wochenende die giftigen Substanzen am Taschenberg beseitigen musste, sagte der Bürgermeister abschließend.
Autor: nnz

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