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nnz-Forum: Eine Geschichte nur so am Rande…

Donnerstag, 09. Juli 2009, 15:53 Uhr
Es ist in Nordhausen, es ist 23.10 Uhr in einer kleinen Nebenstraße. Dort versammelten sich jeden Abend um die genannte Zeit die stadtbekannten Unikums, ausgerüstet mit einem DDR-Einkaufsbeutel voller Bierflaschen und vielleicht auch Korn. Ein nnz-Leser schildert seine Erlebnisse mit den Herren und mit der Polizei...

Karikatur (Foto: nnz) Karikatur (Foto: nnz)

Die, dem alkoholfrönenden Herren unterhallten sich lautstark über die von ihnen nicht zu verstehenden Wirrnisse dieser Welt. Texte wie: wer am Wetter schuld ist, es ist eh’ alles Schei… und wie blöd und doof der eine oder andere ist. Die Anwohner waren empfindlich durch das laute Gerede gestört, was eigentlich nur Lärm ist.

Für Sicherheit und Ordnung, so hatte man gesagt bekommen, sorgt in unserem Land die Polizei. Also sagt sich der einfache Bürger, der so genannte Otto Normalverbraucher beim ersten Mal mit diesem Lärm, „na gut, das kann ja mal vorkommen“ und erträgt ihn, vielleicht auch noch den zweiten Abend, am dritten Abend ist diesem Bürger dann doch die Hutschnur geplatzt.

Schon als das erste Unikum, mit sehr langem Mantel und Beutel voller Flaschen auftauchte und auf seine Trinkkameraden wartete, um bei einem fröhlichen Umtrunk die Welt zu beurteilen dachte er, das wird wieder laut und rief nach der Polizei (sie erinnern sich die Telefonnummer 110 für den Notfall), um vorbeugend den zu erwartenden Lärm abzuwehren. Der nette Polizeibeamte versprach auch seine Kollegen zu schicken, nicht ohne zu vergessen darauf hinzuweisen, dass für solche Sachen das Ordnungsamt der Stadtverwaltung zu ständig sei.

Kurze Zeit später klingelte es bei diesem Bürger, welcher bei der Polizei um Abhilfe betreffend der nächtlichen Ruhestörung bat. Die Herren mit den Flaschen konnten das Gespräch zwischen dem Bürger und den beiden Polizeibeamten fast wörtlich verfolgen, sie befanden sich in unmittelbarer Nähe. Die Beamten erkundigten sich bei dem Beschwerde führenden Bürger, ob er der wäre, der die Polizei gerufen hatte. Nach dem der Bürger das bejahte, riefen die trinkfreudigen „Passanten“ lautstark „du Drecksau, wir hauen dir auf die Fresse …“.

Jetzt riefen die Polizeibeamten den Rufer zur Ordnung und verlangten von dem Beschwerde führenden Bürger, er solle sich ausweisen. Der Bürger sagte den Ausweis müsse er erst holen, er habe ihn in seiner Wohnung, aber sie könnten ihm schon glauben, dass er der sei, der die Beamten gerufen hat.

Jedenfalls wurde von den Polizeibeamten gegen über dem Herrn mit der Flasche in der Hand ein Platzverweis erteilt und sie verließen mit schlimmsten Drohungen diesen Ort. Dank diesem pfiffigen Verhalten der Polizei, den Beschwerdeführenden Bürger aufzusuchen, obwohl er mit Anschrift und Namen, die Beamten gerufen hatte, und im Beisein der Trinker den Ausweis zu verlangen, ihn also richtig bloß zustellen, konnten nun die Herren mit dem ständigen Alkoholkonsum allabendlich auftauchen und wilde Drohungen gegen den Bürger aussprechen.

Genau mit solchen Erfahrungen fühlt sich der Bürger im Stich gelassen und die Kollegen Polizisten haben zukünftig ihre Ruhe, denn dann ist es schon besser, man greift zu eigenen Mitteln, in dem man mit einem Knüppel den Herren Trinkern den möglichen Weg aufgezeig. Denn die sich aus dieser Pfiffigkeit ergebende Folge, Lärm mit dazu gekommener ständiger Androhung auf körperliche Pein und dann dem Rufen nach der Polizei, und der sich offensichtlich gut organisierten Wiederholung, verlangt ja nun trotzdem nach dem Knüppel um dieser „Endlosschleife“ vorzubeugen.

Schade eigentlich, denn hätten die Herren mit dem Flaschenbeutel nicht erfahren, welcher Bürger sich beschwert hat, wäre die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung deutlich geringer gewesen.
Max. H., Nordhausen
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Autor: nnz

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