Toll gemacht und getäuscht
Montag, 24. August 2009, 14:20 Uhr
Na, liebe nnz-Leser, haben Sie die CDU-Wahlkampfbroschüre Tolles Thüringen schon in die Tonne gehauen? Oder haben Sie das Teil als extravagante Wahlwerbung vielleicht abgeheftet? Matthias Jendricke (SPD) wird dem Blatt noch einige unruhige Minuten widmen...
Nicht nur in Thüringen empört sich der politisch interessierte Mensch über die in der letzten Woche an alle Thüringer Haushalte verteilte Zeitschrift tollesthüringen. Unverholen wird in der erstmals erschienenen Zeitung für die CDU Wahlwerbung betrieben und dies nicht nur für den Ministerpräsidenten Dieter Althaus, sondern mit jeweils besonderen Kreisseiten auch für die lokalen CDU-Kandidaten, Egon Primas und Dr. Klaus Zeh.
Um den vermeintlich neutralen Eindruck der Zeitung zu erwecken, wurden offenbar reihenweise Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Politik überrumpelt bis getäuscht, damit man von ihnen entsprechende Artikel bekam, so Dagmar Becker zur nnz. So hat beispielsweise der Stern Journalist Hans-Ulrich Jörges schon gerichtliche Schritte gegen den Verlag angedroht, da man auch ihn für seinen Bericht getäuscht haben soll.
Auch der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) musste sich schon in der letzten Woche von den Vertretern der Linkspartei im Hauptausschuss fragen lassen, ob er nun zur CDU übergetreten sei? Jendricke berichtete, dass man eigentlich seitens des Verlages die Oberbürgermeisterin interviewen wollte, doch aufgrund ihres Urlaubes er dann den Bericht über die Stadt mit dem Journalisten besprochen habe. Auf meine gezielte Nachfrage, wurde mir mitgeteilt, dass es sich um eine Imagebroschüre für Thüringen handeln soll, in der auch unsere Region dargestellt wird, erklärte Jendricke. Von einer Zeitung zur Wahlunterstützung der CDU war keine Rede, betonte der Bürgermeister.
Inzwischen beschäftigt sich sogar die Bundestagsverwaltung mit der millionenfach verteilten Zeitung, weil geprüft wird, inwieweit dieses Heft eine illegale Parteienfinanzierung darstellt. Die SPD-Landtagsfraktion hat zudem Strafanzeige gegen die Thüringer Lottogesellschaft gestellt, weil diese die Zeitung mit öffentlichen Mitteln und Anzeigen mitfinanziert hat, erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Becker. Becker betonte auch, dass es für die Demokratie nicht hinnehmbar ist, wenn sich die CDU ihre Wahlkampagnen aus öffentlichen Kassen bezahlen lässt und die anderen Parteien alles selber bezahlen müssen.
Gerade bei der Thüringer Lottogesellschaft wird der Zusammenhang deutlich, da der neue Geschäftführer Jörg Schwäblein noch bis vor Monaten selbst CDU-Landtagsabgeordneter war. Den Finanzierungstrick mit den Anzeigen kennen wir aber auch von unseren lokalen Christdemokraten. Auch hier wurde vor zwei Jahren eine CDU-Broschüre mit Anzeigengeldern aus der landkreiseigenen TVN bezahlt und natürlich war auch hier der Geschäftführer ein CDU-Mitglied, erklärte Dagmar Becker.
Abschließend meinte sie dann dazu, die Bürger haben es am Sonntag in der Hand, diesen Thüringer-Sumpf trocken zu legen und somit nicht der CDU ihre Stimme zu geben.
Autor: nnzNicht nur in Thüringen empört sich der politisch interessierte Mensch über die in der letzten Woche an alle Thüringer Haushalte verteilte Zeitschrift tollesthüringen. Unverholen wird in der erstmals erschienenen Zeitung für die CDU Wahlwerbung betrieben und dies nicht nur für den Ministerpräsidenten Dieter Althaus, sondern mit jeweils besonderen Kreisseiten auch für die lokalen CDU-Kandidaten, Egon Primas und Dr. Klaus Zeh.
Um den vermeintlich neutralen Eindruck der Zeitung zu erwecken, wurden offenbar reihenweise Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Politik überrumpelt bis getäuscht, damit man von ihnen entsprechende Artikel bekam, so Dagmar Becker zur nnz. So hat beispielsweise der Stern Journalist Hans-Ulrich Jörges schon gerichtliche Schritte gegen den Verlag angedroht, da man auch ihn für seinen Bericht getäuscht haben soll.
Auch der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) musste sich schon in der letzten Woche von den Vertretern der Linkspartei im Hauptausschuss fragen lassen, ob er nun zur CDU übergetreten sei? Jendricke berichtete, dass man eigentlich seitens des Verlages die Oberbürgermeisterin interviewen wollte, doch aufgrund ihres Urlaubes er dann den Bericht über die Stadt mit dem Journalisten besprochen habe. Auf meine gezielte Nachfrage, wurde mir mitgeteilt, dass es sich um eine Imagebroschüre für Thüringen handeln soll, in der auch unsere Region dargestellt wird, erklärte Jendricke. Von einer Zeitung zur Wahlunterstützung der CDU war keine Rede, betonte der Bürgermeister.
Inzwischen beschäftigt sich sogar die Bundestagsverwaltung mit der millionenfach verteilten Zeitung, weil geprüft wird, inwieweit dieses Heft eine illegale Parteienfinanzierung darstellt. Die SPD-Landtagsfraktion hat zudem Strafanzeige gegen die Thüringer Lottogesellschaft gestellt, weil diese die Zeitung mit öffentlichen Mitteln und Anzeigen mitfinanziert hat, erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Becker. Becker betonte auch, dass es für die Demokratie nicht hinnehmbar ist, wenn sich die CDU ihre Wahlkampagnen aus öffentlichen Kassen bezahlen lässt und die anderen Parteien alles selber bezahlen müssen.
Gerade bei der Thüringer Lottogesellschaft wird der Zusammenhang deutlich, da der neue Geschäftführer Jörg Schwäblein noch bis vor Monaten selbst CDU-Landtagsabgeordneter war. Den Finanzierungstrick mit den Anzeigen kennen wir aber auch von unseren lokalen Christdemokraten. Auch hier wurde vor zwei Jahren eine CDU-Broschüre mit Anzeigengeldern aus der landkreiseigenen TVN bezahlt und natürlich war auch hier der Geschäftführer ein CDU-Mitglied, erklärte Dagmar Becker.
Abschließend meinte sie dann dazu, die Bürger haben es am Sonntag in der Hand, diesen Thüringer-Sumpf trocken zu legen und somit nicht der CDU ihre Stimme zu geben.
