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nnz-Wetterrückblick: Schule im Hochsommer

Mittwoch, 02. September 2009, 12:25 Uhr
Nach dem beständig unbeständigen Sommermonat Juli kam er endlich auch nach Mitteldeutschland – der Hochsommer. Der letzte der drei Sommermonate, ab dem 1. September beginnt der meteorologische Herbst, brachte vor allem die Schulkinder in Nordhausen und Umgebung zum Schwitzen. Der Rückblick in der nnz von Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp.


Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat) Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat) Der Sommer insgesamt war allerdings eher wechselhaft. Wir erinnern uns ungern an den zu kühlen Juni oder an den nassen Juli. Es fehlte die beständige sommerliche Hochdrucklage, die uns den abendlichen Blick auf die Wettervorhersage hätte ersparen können. Denn immer wieder kam es zu Einbrüchen kühlerer Luftmassen mit Niederschlag aus nordwestlicher Richtung, die die Kleiderwahl am Morgen erschwerte.

Der August: Ein warmer, sonnenscheinreicher und viel zu trockener Monat, das ist die Kurzzusammenfassung des Deutschen Wetterdienstes für Deutschland, die auch für Nordhausen zutrifft. Obwohl uns die Sonne hätte mehr verwöhnen können. Die Sonnenscheindauer, also die Minuten des Tages, an denen die Sonne direkt zu sehen ist, entsprach in diesem August genau dem 25-jährigen Mittelwert. Sie schien mit rund 210 Stunden zwar 29 Stunden länger als im Monat Juli, aber 10 Stunden weniger als im April dieses Jahres.

Interessant ist, dass der maximale Sonnenschein pro Monat in Nordhausen nicht in einem Sommermonat gemessen wurde sondern im Frühling (Mai 1989: 330 Stunden). Vergleicht man die astronomisch mögliche Sonnenscheindauer der beiden Monate miteinander, so hat der Mai mit 15,5 Stunden Sonne pro Tag die Nase zwar vorn, im August sind es eben nur noch aufgrund des geringeren Einfallswinkels der Sonne 14,6 Stunden.

In der Summe scheint die Sonne jedoch in beiden Monaten ca. 210 Stunden. Übrigens schien in Nordhausen in den vergangenen Jahren die Sonne im Winter und vor allem Frühling immer etwas länger, im Sommer und Herbst dagegen ein wenig seltener als im 25-jährigen Mittel.

Die Temperaturen schwankten zwischen 8,1°C und 38,9°C an der Station auf dem Campus der Fachhochschule. Vom 15. August an gab es eine Hitzewelle, die dann am 20. des Monats mit dem heißesten Tag im August bzw. des ganzen Jahres 2009 gipfelte. Einen Tag später, am 21. August, kletterte das Thermometer dann auf nur noch 24,7°C. Die durchschnittliche Lufttemperatur betrug im August immerhin 20,7°C (1961-1990: 16,8°C). Aufgezeichnet wurden 23 Sommertage (15 in 2008) und 13 heiße Tage (fünf in 2008) mit Spitzenwerten über 30°C. Eine Tropennacht, in der die Temperatur nicht unter 20°C sinkt, gab es allerdings auch auf dem Campus nicht.

Der Sommer, also die Monate Juni, Juli und August, war ca. 4°C wärmer als das langjährige Mittel. Berücksichtigt man die innerstädtische Lage der Klimastation, so haben wir immer noch ein sattes Plus für das Nordhäuser Klima (ca. +2,5°C). Diese positive Abweichung entspricht sehr genau der Abweichung von Thüringen insgesamt. Damit ist Thüringen nach dem DWD deutschlandweiter Spitzenreiter im August 2009 (18,5°C zu 16°C).

Der Regen, der im vergangenen Monat noch reichlich vom Himmel fiel, hat den Landwirten im August zwar ausreichend Zeit für eine trockene Ernte gebracht, aber nun fehlt er doch. Gerade 25,2 Liter pro Quadratmeter registrierte die Campus-Station. Das ist 50% weniger als üblich. Die Verteilung der Niederschläge ist sehr typisch für die Sommermonate, denn wenn es regnet, dann eben heftig. Genauso war es in Nordhausen: Allein 10,8 L/m² fielen an einem Tag (21. August). Die verbleibenden 15 Liter verteilten sich auf ca. 3 Tage mit Niederschlägen größer 3 Liter.

Betrachtet man die klimatische Wasserbilanz, so ergibt sich ein Niederschlagsdefizit für den Monat August von 144 Liter / m². Das bedeutet, dass der Bodenwasservorrat im August aufgezehrt wurde und der Boden langsam austrocknet. Insgesamt war 2009 bisher sehr trocken. Es fielen 240 L/m², üblich sind im gleichen Zeitraum 410 L/m². Im Vorjahr wurde bis Ende August 350 L/m², in 2007 sogar 580 L/m² registriert.

Zu warm, zu trocken und trotzdem unbeständig – der Sommer 2009 ist vorbei. Auch wenn die Schulkinder im August in der Schule schwitzen mussten, die Freizeit im kühlen Freibad half sicher schnell darüber hinweg.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

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