Landrat verzichtet auf Einnahmen
Freitag, 20. November 2009, 07:11 Uhr
Die Haushalte der Kreisverwaltung der vergangenen Jahre sahen – salopp formuliert – nicht gerade rosig aus. Mit vielerlei Management-Systemen wollte die Verwaltung einerseits die Ausgabeseite beschneiden, andererseits die Einnahmesituation verbessern. Soviel zur Theorie...
Ob der Herr Heck denn in der Wiedigsburghalle hätte moderieren dürfen? Links Landrat Joachim Claus (CDU), der die Silvesterfeier verhindert
In der Praxis sieht das am konkreten Beispiel gänzlich anders aus. Da lassen die Verwalter des Landkreises schon mal gern einen Tausender liegen, wie ein aktueller Fall belegt.
Es war einmal ein Veranstalter, der hatte geplant, eine etwas größere Silvester-Party zu organisieren, die sich an die Partylustigen der Region jenseits der 30 Lebensjahre richten sollte. Er inserierte, machte auf sich aufmerksam und – siehe da – die Resonanz war riesig. Nordhausen wollte endlich mal wieder mit einer großen Session in ein neues Jahr hineinfeiern. Die Kapazität des vorgesehenen beheizbaren Zeltes schien mit 300 vorbestellten Karten an ihre Grenze zu gelangen.
Also suchten die Organisatoren nach einer Alternative, möglichst mit einem festen Dach: Die Wiedigsburghalle. Und es wurde beim Eigentümer, bei der Kreisverwaltung angefragt. Das dortige Interesse war für eine Verwaltung erst einmal überwältigend. Ein Mitarbeiter konnte sich sogar für einem Vorort-Termin erwärmen lassen. Mit dabei war der Betreiber der Wiedigsburgklause. Der Herr von der Kreisverwaltung (Name ist der Redaktion bekannt) sicherte zu, sich wohlwollend für die Party in der Halle einzusetzen.
Danach war dann erst einmal Funkstille. Die Party-Veranstalter dachten sich, es ginge alles so seinen post-sozialistischen Verwaltungsgang. Nach einigen Anrufen dann ein Schreiben vom Verwaltungschef persönlich. Von Landrat Joachim Claus (CDU): Darin wird das Engagement der Männer anerkannt und geschätzt. Und weiter steht da wörtlich: Dennoch konnten wir keine positive Entscheidung treffen, da die Wiedigsburghalle für die Durchführung dieser Art von Veranstaltung nicht geeignet ist.
Das hatte gesessen. Und nun fragen sich die Organisatoren, warum das nicht schon der Mitarbeiter der Kreisverwaltung sagen konnte und worin sich Silvesterfeiern so gänzlich von Abiturientenfeiern unterscheiden. Vermutlich liegt es daran, dass die Organisatoren der Silvesterfeier der Kreisverwaltung 1.000 Euro für die Vermietung zahlen wollten. Diskussionsbedarf sah Herr Claus dann nicht mehr, die Einnahmeseite des Kreishaushaltes scheint demzufolge in Ordnung zu sein. Gott sei Dank.
Autor: nnzOb der Herr Heck denn in der Wiedigsburghalle hätte moderieren dürfen? Links Landrat Joachim Claus (CDU), der die Silvesterfeier verhindert
In der Praxis sieht das am konkreten Beispiel gänzlich anders aus. Da lassen die Verwalter des Landkreises schon mal gern einen Tausender liegen, wie ein aktueller Fall belegt.
Es war einmal ein Veranstalter, der hatte geplant, eine etwas größere Silvester-Party zu organisieren, die sich an die Partylustigen der Region jenseits der 30 Lebensjahre richten sollte. Er inserierte, machte auf sich aufmerksam und – siehe da – die Resonanz war riesig. Nordhausen wollte endlich mal wieder mit einer großen Session in ein neues Jahr hineinfeiern. Die Kapazität des vorgesehenen beheizbaren Zeltes schien mit 300 vorbestellten Karten an ihre Grenze zu gelangen.
Also suchten die Organisatoren nach einer Alternative, möglichst mit einem festen Dach: Die Wiedigsburghalle. Und es wurde beim Eigentümer, bei der Kreisverwaltung angefragt. Das dortige Interesse war für eine Verwaltung erst einmal überwältigend. Ein Mitarbeiter konnte sich sogar für einem Vorort-Termin erwärmen lassen. Mit dabei war der Betreiber der Wiedigsburgklause. Der Herr von der Kreisverwaltung (Name ist der Redaktion bekannt) sicherte zu, sich wohlwollend für die Party in der Halle einzusetzen.
Danach war dann erst einmal Funkstille. Die Party-Veranstalter dachten sich, es ginge alles so seinen post-sozialistischen Verwaltungsgang. Nach einigen Anrufen dann ein Schreiben vom Verwaltungschef persönlich. Von Landrat Joachim Claus (CDU): Darin wird das Engagement der Männer anerkannt und geschätzt. Und weiter steht da wörtlich: Dennoch konnten wir keine positive Entscheidung treffen, da die Wiedigsburghalle für die Durchführung dieser Art von Veranstaltung nicht geeignet ist.
Das hatte gesessen. Und nun fragen sich die Organisatoren, warum das nicht schon der Mitarbeiter der Kreisverwaltung sagen konnte und worin sich Silvesterfeiern so gänzlich von Abiturientenfeiern unterscheiden. Vermutlich liegt es daran, dass die Organisatoren der Silvesterfeier der Kreisverwaltung 1.000 Euro für die Vermietung zahlen wollten. Diskussionsbedarf sah Herr Claus dann nicht mehr, die Einnahmeseite des Kreishaushaltes scheint demzufolge in Ordnung zu sein. Gott sei Dank.

