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Drei „Weitblicker“ verteilt

Mittwoch, 25. November 2009, 14:08 Uhr
Im Plenarsaal des Nordhuser Landratsamtes sind heute drei Unternehmen aus dem Landkreis Nordhausen ausgezeichnet worden, die sich vor allem um Beschäftigung von älteren Menschen verdient gemacht haben. Die nnz kennt die Gewinner...

Gruppenbild (Foto: pln/Piper) Gruppenbild (Foto: pln/Piper)
Gruppenbild der Preisträger: Hannelore Haas (GF LIFT), Loni Grünwald, Diana Forst, Thomas Bähring (CSC, betreut Jobwerkstatt ALTERnativ) und Heiko Arndt (Einkauf & Service)

Die LIFT gGmbH, Einkauf & Service aus Heringen und Wilfried Forst & Sohn aus Nordhausen sind heute als „Unternehmen mit Weitblick“ ausgezeichnet worden. Dieser Preis würdigt das Engagement dieser Firmen bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern über 50. Diese drei hat die Jury aus zwölf Unternehmen ausgewählt, die sich um den ersten Preis „Unternehmen mit Weitblick des Landkreises Nordhausen“ beworben haben. Von den fünf Mitarbeitern von Einkauf & Service, die unter anderem einen Hausmeisterservice, Grünanlagenpflege und Reinigungsleistungen anbieten, sind drei über 50 Jahre alt.

Bei Wilfried Forst & Sohn, die sich mit Rohstoffgewinnung und Vertrieb sowie Baustoffrecycling beschäftigen, sind vier der sechs Beschäftigten über 50. Auch bei LIFT arbeiten viele ältere Arbeitnehmer, vorwiegend Frauen, wie Loni Grünwald, 2. Beigeordnete und Perspektive 50plus-Botschafterin des Landkreises, bei der Vorstellung der Gewinner sagte. Die Unternehmen hätten „Weitblick in die Zukunft“ bewiesen, indem sie den „Arbeitsschatz“ älterer Mitarbeiter schätzen und diese auch beruflich weiterqualifizieren. Neben einer Urkunde haben die drei Gewinner eine kleine Statue erhalten – einen Adler, das Wappentier Nordhausens, den Landrat Joachim Claus spontan „Weitblicker“ taufte.

Hintergrund des Preises ist des Bundesprogramm Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte in den Regionen des Arbeits- und Sozialministeriums, bei dem über 50-Jährige wieder auf den ersten Arbeitmarkt vermittelt werden sollen. Bundesweit werden aus allen 62 bestehenden Pakten, an denen sich fast 300 Grundsicherungsstellen beteiligen, „Unternehmen mit Weitblick“ ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr hat das Bundesministerium bei diesem Wettbewerb Granitbau aus Nordhausen geehrt. In diesem Jahr haben die Verantwortlichen aus dem Landratsamt, Arge-Geschäftsführer Hans-Georg Müller und Thomas Bähring, Geschäftsführer des regionalen Partners der Jobwerkstatt ALTERnativ, einen eigenen Wettbewerb auf Kreisebene ausgerufen.

Thomas Bähring, der als Partner der Arge die Jobwerkstatt ALTERnativ betreut, nutzte die Gelegenheit, um auf die Entwicklung des Programms Perspektive 50plus zurückzublicken. Alles begann mit einem Ideenwettbewerb des Bundesarbeitsministeriums, um nach Wegen zu suchen, ältere Langzeitarbeitslose erfolgreich zu vermitteln – und zwar mit regional angepassten Mitteln. Einer der Gewinner war damals der Unstrut-Hainich-Kreis. 2008 kam der Landkreis Nordhausen als Partner dazu und auch in Nordhausen, in der Bahnhofstraße, eröffnete einen Jobwerkstatt ALTERnativ, in der Arbeitssuchende über 50 Jahren gezielte Beratungs- und Qualifizierungsangebote finden.

In diesem Jahr schlossen sich auch die Argen in Erfurt und Gotha dem regionalen Pakt an. Im Landkreis Nordhausen laufe das Projekt erfolgreich, so Thomas Bähring. 2008 und 2009 hat die Jobwerkstatt die selbst gesteckten Ziele erreicht. So sollten beispielsweise 1.000 ältere Arbeitslose aktiviert werden. Bislang haben schon 1.063 an Beratungen und Weiterbildungen teilgenommen. 145 Teilnehmer haben in diesem Jahr bereits wieder eine Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden bzw. haben sich selbstständig gemacht. Damit ist die Zielvorgabe von 150 Integrationen fast erreicht.

Jörg Schwarz von der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung, der Perspektive 50plus mitbetreut, blickte in die Zukunft des Förderprogramms. Denn im kommenden Jahr läuft die zweite Projektphase aus. Derzeit ständen die Chancen für eine dritte Phase, die dann vielleicht sogar über fünf Jahre läuft, „exzellent“, so Schwarz. Um das Programm auf das ganze Bundesgebiet auszudehnen – noch beteiligen sich nicht alle Regionen – wird dann voraussichtlich auch das Jahresbudget von 50 Millionen in 2010 auf 350 bis 500 Millionen aufgestockt. Wie sich die derzeit noch unklare Neuorganisation der Argen auswirken werde, sei jedoch noch ungewiss.
Autor: nnz

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