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Endlich darf ein Sozi übergeben

Freitag, 27. November 2009, 12:04 Uhr
Kennen Sie Heike Taubert? Das ist die neue Thüringer Sozialministerin und Mitglied der SPD. Die Frau will nun ihr Land kennenlernen. Am Montag kommt sie nach Nordhausen und endlich können auch Thüringer Sozialdemokraten einen Fördermittelbescheid übergeben.


Frau Taubert wird am Montagvormittag einen Fördermittelbescheid in Höhe von 268.000 Euro an den Horizont-Verein in Nordhausen übergeben. Zielgruppe des Projektes "Familien-Camp Lindengu(d)t sind Menschen, die bereits Projektteilnehmer der Initiative zur Integration und Armutsbekämpfung mit Nachhaltigkeit (TIZIAN) sind, das heißt grundsätzlich Bedarfsgemeinschaften im Leistungsbezug SGB II mit Kindern sowie Alleinerziehende mit Kindern.

Im Rahmen des Projektes geht es um die praktische Förderung der Familienkompetenz und damit auch um die Steigerung der Fürsorgeverantwortung der Eltern. Im "Familien-Camp" soll die Herstellung von Beschäftigungsfähigkeit in einer praktischen Erprobungsphase unterstützt, praktiziert und weiterentwickelt werden. Schwerpunkt ist die Fortentwicklung der Motivationsbereitschaft durch den Aspekt Urlaub mit der gesamten Familie.

Den theoretischen Überbau über dieses Projekt bilden dabei alle Projekte zu TIZIAN. Die dort erlernten Fähigkeiten sollen unter Einbindung aller Familienmitglieder praktisch erlebbar und "trainiert" werden.

Heike Taubert, erklärte dazu: "Urlaub planen, gestalten und ermöglichen ist für die betroffenen Familien, sprich die Projektteilnehmer, meist ein Thema, das nur als Wunschvorstellung existiert. Mit diesem Projekt soll Urlaub, auch für diese Familien erreichbar sein. Es handelt sich dabei aber eben nicht um einen "Urlaub" im herkömmlichen Sinn. Es geht um Selbstorganisation, Integration, Beschäftigung, Teamarbeit, gegenseitige Motivation und Unterstützung, um Bildung, gesunde Ernährung und das Erleben von Gemeinschaft.

Nicht Desinteresse, Depressivität und/oder Aggression sollen die Bestimmungsfaktoren des Alltags sein, sondern vielmehr die Fähigkeiten, die zur Strukturierung eines selbstbestimmten und sicheren Lebens, insbesondere für Kinder und deren Kindeskinder führen. Kinder, die in Bedarfsgemeinschaften mit Leistungsbezug SGB II leben, lernen von ihren Eltern. Nicht selten erleben Sie dabei über viele Jahre Bedürftigkeit, Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung und Arbeitslosigkeit als Merkmal des täglichen Lebens. Diese Denkweise und Lebensform wird jedoch langfristig ein demokratisches, zukunftsorientiertes Gesellschaftssystem behindern. Ich begrüße daher die Förderung des Projekts, die genau dieser Entwicklung entgegenwirken soll."

Die Durchführung des Projektes obliegt dem Horizont-Verein. Die Projektbegleitung erfolgt durch das Sozial-Integrative Zentrum Nordhausen. Die finanzielle Absicherung der investiven Kosten des Projekts gelingt über eine einmalige Bezuschussung im Rahmen der Verteilung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR - dem sogenannten PMO-Vermögen.
Autor: nnz

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