nnz-Betrachtung: Auf der Suche
Dienstag, 12. Januar 2010, 14:50 Uhr
Im Präsidium von Wacker Nordhausen ist man derzeit nicht so sehr mit sportlichen Aktivitäten befasst, sondern mit dem Suchen. Man sucht quasi nach allem: Einen neuen Präsidenten, nach Sponsoren, vor allem aber nach tauglichen Strukturen. Dazu wenige Anmerkungen...
Bernd Seidenstücker, amtierender Präsident, brachte es eigentlich gestern auf den Punkt: Ein Verein wie Wacker muss wie ein Unternehmen geführt werden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ein Unternehmen, das so geführt wird wie Wacker Nordhausen, schnellstens zum Amtsgericht gehen müsste, um dort Insolvenz anzumelden.
Und wie immer bei einer solchen Insolvenz wird dann nach den Ursachen gefragt. Die liegen Jahre zurück, so kann man es summarisch ausdrücken. Immer wieder wurde die präsidiale Arbeit belastet: Mit gravierenden Fehlern, mit Forderungen aus alten Zeiten zum Beispiel, mit Fans, denen jeglicher Anstand 90 Minuten lang verloren zu gehen scheint und mit abenteuerlichen Strukturen.
Da gibt es seit Jahren keine wirklich funktionierende Geschäftsstelle. Wer, wie ich, auch nur den Hauch eines Einblicks in die Geschäftstätigkeit des Vereins erheischen konnte, der muss sich jetzt - Anfang 2010 - tatsächlich fragen, wie das alles gut gehen konnte? Die Antwort zu finden, ist einfach und schwer gleichermaßen: Es gab und gibt einen Haufen wacker-verrückter Männer, die hunderte, ja tausende Stunden ihrer Freizeit für den Fußball im Albert-Kuntz-Sportpark opferten.
Mir fallen Namen ein wie Klaus Verkouter, Günther Beck, Detelf Zeitler, Olaf Schulze, Hans-Peter Kell, Roland Pohl oder aus der Wirtschaft Arndt Forberger, Michael John, Hans-Joachim Junker oder eben Bernd Seidenstücker. Viele andere können hier nicht genannt werden. Vor deren Arbeit jedenfalls ziehe ich meinen Hut, sie verdienen meinen Respekt.
Dass Wacker Nordhausen nun vor einem strukturellen Scherbenhaufen steht, das hat in erster Linie mit dem Umstand zu tun, dass all diese Herren ihren Job ehrenamtlich machten. So einfach ist das. Nur: Mit dem Ehrenamt - so löblich und wichtig das ist - lässt sich im zweiten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends dieser Menschheit kein Fußballverein mehr führen. In der Kreisliga vielleicht, aber nicht ein Verein, der über die Oberliga mal in die Regionalliga zurück will.
Es müssen also neue Strukturen her. Das bedingt nicht, dass alles neu werden muss. Vielmehr müssen Ideen auf den Tisch, die gemeinsam diskutiert werden. Und es muss Klartext geredet werden. Vielleicht aber ist auch ein personeller Neuanfang das beste Rezept. Man muss dann aber sagen, es ist auch die vielleicht letzte Chance für den Verein, aus dem provinziellen Mittelmaß herauszukommen.
Nico Kleofas - der Name wird spätestens seit Sonntag mal offiziell, mal inoffiziell genannt. Was den Chef einer Sicherheitsfirma und Detektei aus Bleicherode geritten hat, sich ins Spiel zu bringen, ist momentan sein Geheimnis. Er war heute für die nnz für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wie man hört, sollen die ersten Kontakte aus der Mannschaft herausgekommen sein. Pistorius und Mook werden als Namen gehandelt. Weitere Kontakte gab es seitens des Trainers Jens Ludwig zu Jens Eisenschmidt. Auf der Wacker-Homepage werden Frank Kirchhoff, Uwe Lier oder Gerald Emde genannt.
Fakt ist aber auch, dass ein neues Präsidium gewählt werden muss. Die dann die Neuen sind, die sollten die Alten nicht vergessen. Man kann nicht einfach sagen: Tschüss. Die Gründe sind aus meiner Sicht oben benannt worden. Es geht dabei nicht so sehr um den Dank für das Geleistete, vielmehr geht es um den Erfahrungsschatz der Männer mit dem Wacker-Herz.
Ich will es noch einmal betonen: Es ist die vielleicht letzte Chance für neue Strukturen (wie auch immer die aussehen). Sie müssen den Anforderungen dieser Zeit und der kommenden Jahre gerecht werden. Sie müssen klar, überschaubar und vor allem effizient sein. So, wie in einem Unternehmen, dessen Geschäftsführer nicht unbedingt morgen zum Insolvenzrichter ziehen muss. Das müssen all die wissen, die ihren Namen ins Spiel bringen lassen und sie sollten jetzt keinen Rückzieher machen. Spiele gewinnt man nur, in dem man Tore schießt.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzBernd Seidenstücker, amtierender Präsident, brachte es eigentlich gestern auf den Punkt: Ein Verein wie Wacker muss wie ein Unternehmen geführt werden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ein Unternehmen, das so geführt wird wie Wacker Nordhausen, schnellstens zum Amtsgericht gehen müsste, um dort Insolvenz anzumelden.
Und wie immer bei einer solchen Insolvenz wird dann nach den Ursachen gefragt. Die liegen Jahre zurück, so kann man es summarisch ausdrücken. Immer wieder wurde die präsidiale Arbeit belastet: Mit gravierenden Fehlern, mit Forderungen aus alten Zeiten zum Beispiel, mit Fans, denen jeglicher Anstand 90 Minuten lang verloren zu gehen scheint und mit abenteuerlichen Strukturen.
Da gibt es seit Jahren keine wirklich funktionierende Geschäftsstelle. Wer, wie ich, auch nur den Hauch eines Einblicks in die Geschäftstätigkeit des Vereins erheischen konnte, der muss sich jetzt - Anfang 2010 - tatsächlich fragen, wie das alles gut gehen konnte? Die Antwort zu finden, ist einfach und schwer gleichermaßen: Es gab und gibt einen Haufen wacker-verrückter Männer, die hunderte, ja tausende Stunden ihrer Freizeit für den Fußball im Albert-Kuntz-Sportpark opferten.
Mir fallen Namen ein wie Klaus Verkouter, Günther Beck, Detelf Zeitler, Olaf Schulze, Hans-Peter Kell, Roland Pohl oder aus der Wirtschaft Arndt Forberger, Michael John, Hans-Joachim Junker oder eben Bernd Seidenstücker. Viele andere können hier nicht genannt werden. Vor deren Arbeit jedenfalls ziehe ich meinen Hut, sie verdienen meinen Respekt.
Dass Wacker Nordhausen nun vor einem strukturellen Scherbenhaufen steht, das hat in erster Linie mit dem Umstand zu tun, dass all diese Herren ihren Job ehrenamtlich machten. So einfach ist das. Nur: Mit dem Ehrenamt - so löblich und wichtig das ist - lässt sich im zweiten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends dieser Menschheit kein Fußballverein mehr führen. In der Kreisliga vielleicht, aber nicht ein Verein, der über die Oberliga mal in die Regionalliga zurück will.
Es müssen also neue Strukturen her. Das bedingt nicht, dass alles neu werden muss. Vielmehr müssen Ideen auf den Tisch, die gemeinsam diskutiert werden. Und es muss Klartext geredet werden. Vielleicht aber ist auch ein personeller Neuanfang das beste Rezept. Man muss dann aber sagen, es ist auch die vielleicht letzte Chance für den Verein, aus dem provinziellen Mittelmaß herauszukommen.
Nico Kleofas - der Name wird spätestens seit Sonntag mal offiziell, mal inoffiziell genannt. Was den Chef einer Sicherheitsfirma und Detektei aus Bleicherode geritten hat, sich ins Spiel zu bringen, ist momentan sein Geheimnis. Er war heute für die nnz für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wie man hört, sollen die ersten Kontakte aus der Mannschaft herausgekommen sein. Pistorius und Mook werden als Namen gehandelt. Weitere Kontakte gab es seitens des Trainers Jens Ludwig zu Jens Eisenschmidt. Auf der Wacker-Homepage werden Frank Kirchhoff, Uwe Lier oder Gerald Emde genannt.
Fakt ist aber auch, dass ein neues Präsidium gewählt werden muss. Die dann die Neuen sind, die sollten die Alten nicht vergessen. Man kann nicht einfach sagen: Tschüss. Die Gründe sind aus meiner Sicht oben benannt worden. Es geht dabei nicht so sehr um den Dank für das Geleistete, vielmehr geht es um den Erfahrungsschatz der Männer mit dem Wacker-Herz.
Ich will es noch einmal betonen: Es ist die vielleicht letzte Chance für neue Strukturen (wie auch immer die aussehen). Sie müssen den Anforderungen dieser Zeit und der kommenden Jahre gerecht werden. Sie müssen klar, überschaubar und vor allem effizient sein. So, wie in einem Unternehmen, dessen Geschäftsführer nicht unbedingt morgen zum Insolvenzrichter ziehen muss. Das müssen all die wissen, die ihren Namen ins Spiel bringen lassen und sie sollten jetzt keinen Rückzieher machen. Spiele gewinnt man nur, in dem man Tore schießt.
Peter-Stefan Greiner
