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Absperren oder nicht?

Freitag, 15. Januar 2010, 11:50 Uhr
Lange wurde in Nordhausen über die Aufstellung von Pollern am Zugang zur Nordhäuser Altstadt diskutiert. Jetzt hat sich auch der zuständige Ausschuss des Stadtrates damit beschäftigt und ist zu einem Ergebnis gekommen...


Die Aufstellung von absenkbaren Pollern in der Blasii-Straße an der Zufahrt zur Altstadt haben die Mitglieder des Verkehrsausschusses des Nordhäuser Stadtrates befürwortet. Mit der Installation dieser Anlage soll der Verkehr in der Altstadt beruhigt werden. Mehr als 2.000 Fahrzeuge passieren täglich die Altstadt, 70 Prozent davon ist reiner Durchgangsverkehr: Dieser soll mit der Poller-Regelung weitgehend aus der Altstadt fern gehalten werden. Die Poller sollen auf Höhe der „Flohburg“ installiert werden. Der Einbau könnte – sofern der Stadtrat der Investition zustimmt – noch in diesem Jahr vollzogen werden.

Nach der bisherigen Planung – den Ausschussmitgliedern vorgestellt von Rainer Kottek, Leiter der städtischen Verkehrsbehörde – sollen die ausgefahrenen Poller zwischen etwa 20 Uhr und 7 Uhr am nächsten Morgen die Zufahrt zur Altstadt unmöglich machen – ausgenommen Rettungsfahrzeuge und Bewohner, die. mit einem Chip die Poller absenken könnten. Von 7 bis 20 Uhr sollen lediglich Lieferverkehr und Anlieger Zufahrt zur Altstadt bekommen. Dies würde per Verkehrsschild geregelt. Der Durchgangsverkehr bleibt draußen.

Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) sagte, in erster Linie gehe es bei Installation der Poller um den Schutz vor Lärm jener Menschen, die in der Altstadt wohnten. Die hätten insbesondere abends und nachts unter dem Fahrzeuglärm zu leiden. Ausschussvorsitzender Andreas Wieninger (SPD) verwies darauf, dass das Thema Verkehrsregelung in der Altstadt seit Jahren kontrovers diskutiert werde. Deshalb sei es gut, wenn man bei den Poller-Schließzeiten einen breiten Konsens finden könne.

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) sagte, dass es in der Altstadt in punkto Verkehr Interessengruppen gebe mit oft entgegen gesetzten Anliegen „Einige wollen die Autos ganz aus der Altstadt verbannen, wollen sie als Flaniermeile haben. Andere wollen an der derzeitigen Situation nichts ändern, die Dritten wollen die Altstadt tagsüber ganz für Fahrzeuge schließen und dafür abends öffnen. Deshalb sollten wir bei den Schließzeiten der Poller flexibel sein und innerhalb einer gewissen Probezeit die beste Lösung finden, bevor wir uns endgültig festlegen.“

Der Ausschuss votierte für eine allumfassenden Regelung des Verkehrs in der Altstadt, nachdem das Einkaufszentrum am Pferdemarkt gebaut- und der Blasiikirchplatz umgestaltet ist. Insbesondere durch den Bau des Einkaufszentrums seien veränderte Verkehrsströme zu erwarten.

Meinung im Ausschuss war ebenfalls, dass es nicht nötig sei, dass in Nordhausens Stadtquartieren in punkto Verkehr immer alles möglich sein muss. Man könne, so ein Ausschussmitglied, sich auch gut die Altstadt als reine Fußgängerzone vorstellen. Wichtig sei dann allerdings, dass es an den Toren zu Nordhausens historischem Stadtteil ausreichend Parkmöglichkeiten gebe.

Die Ausschussmitglieder votierten dafür, dem Stadtrat zu empfehlen, Grünes Licht für den Bau der Poller zu geben. Die Kosten belaufen sich auf rund 20.000 Euro. Der Bau der Poller könnte zu 75% aus dem Konjunkturprogramm gefördert werden, da es sich um eine Lärm mindernde Investition handelt.
Autor: nnz

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