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Solidarität und Kampfansage

Samstag, 17. Juli 2010, 20:26 Uhr
Am Donnerstag Abend versammelten sich einige Hundert Bürgerinnen und Bürger in der Sundhäuser Festhalle. Die Baudezernentin der Stadt Nordhausen hatte auf Grund der Proteste von Bürgern aus Sundhausen zu dem geplanten Autohof zu einer Informationsveranstaltung geladen. Auch Vertreter des Nordhäuser Kreisverbandes des BUND waren dabei anwesend.


Frau Klaan, Baudezernentin der Stadt Nordhausen, begründete das Vorhaben mit der so genannten „Aktiven Bodenpolitik“ der Stadt Nordhausen, mit deren Hilfe die Stadt ihrer zugewiesenen zentralörtlichen Aufgaben gerecht werden will.

In den Beiträgen der Sundhäuser Bevölkerung wurde deutlich, dass sie dem Argument „Arbeitsplatzschaffung“ allein nicht mehr vertrauen. Auch die Mitglieder des BUND Kreisverbandes fragen nach dem „woher“ der Arbeitskräfte z.B. im avisierten Rotlichtmilieu, im Billiglohnsektor des Fastfoodbereiches und im Fitnesscenter, das laut Planunterlage auf dem Autohof entstehen soll.

Gleichzeitig stellten die anwesenden Bürger auch die Frage nach den verloren gehenden Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft auf Grund einer hemmungslosen Bodenversiegelung in der „Goldenen Aue“, einer wichtigen Kornkammer in Norden Thüringens. Die Anwesenden bemängelten die zu befürchtenden Wertminderungen ihrer Gebäude und Höfe, den „Heimatverlust“ wegen Lärm, Schmutz und steigender Kriminalität. Auf viele Fragen der Bürger fanden die städtischen Vertreter keine Antworten.

So auch auf die nach der Vorhabensalternative südlich der Autobahn an der Anschlussstelle Nordhausen, wo der höher gelegene Autobahndamm als Lärmschutzwall dienen könnte. Da Frau Klaan auf die Frage des BUND-Kreisverbandssprechers keine Antwort fand, möchte der BUND sie hier nochmals stellen und hofft eine Reaktion.

“Über 9 ha natürlicher Lebensgrundlage kommender Generationen sollen endgültig vernichtet werden. Wie steht die Stadtverwaltung also zum Ziel der Reduzierung des Flächenverbrauchs? Wie ist diese geplante Maßnahme mit der Nachhaltigkeit, zu der sie sich die Stadt zuerst durch die Einrichtung des "Agenda 21"-Büros und 2007 durch die von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke getätigte Unterzeichnung der "Aalborg-Commitments" verpflichtet hat, zu vereinbaren?

Noch zu Beginn der Veranstaltung erklärte Baudezernentin Inge Klaan (CDU) den Anwesenden, dass sie dem geplanten Vorhaben neutral gegenüber stehe und "heute noch Änderungen des Vorhabens möglich sind". Insofern nimmt der BUND-Kreisverband nicht nur die Vertreter der Stadt, sondern auch die politischen Abgeordneten des Stadtparlamentes beim Wort.

Gleichzeitig mahnen die Mitglieder des Umweltverbandes ein zeitgemäßes Energiekonzept sowie ein längst überfälliges innerstädtisches Verkehrskonzept für den Standort Nordhausen an. Beides wäre in Thüringen als vorbildliches Land der Förderung , Nutzung und Produktionsstandort von regenerativer Energietechnik ein wirklich wichtiger Standortfaktor, der arbeitsmarktpolitisch entscheidend und nachhaltig ist.

Der BUND macht deutlich, dass die Unterstützung und Solidarität des Umweltverbandes den engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort gebührt, die Kampfansage gilt den Verfechtern der langfristigen Umweltzerstörung für kurzfristige Gewinne. Wenn diese PolitikerInnen und WirtschaftsvertreterInnen den Menschen die Lebensgrundlagen wegnehmen und ihnen dafür Lärm- und Luftverschmutzung bescheren, so muss entschieden gehandelt werden. Mit gemeinschaftlichen Aktionen will der Umweltverband dazu beitragen, den Überlegungs- und Handlungsprozess in der Stadtverwaltung Nordhausen und den politischen Gremien zu befördern.

Wir möchten an dieser Stelle alle engagierten Sundhäuser Bürgerinnen und Bürger sowie alle Interessierten zur nächsten Sitzung des BUND-Kreisverbandes am 06.08.2010 um 18:00h in die Wiedigsburg 5 in Nordhausen einladen.

BUND-Kreisverband Nordhausen
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Autor: nnz

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