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Zwei Beschlüsse

Montag, 02. August 2010, 07:33 Uhr
Klaus Hasebrink ist Projektentwickler. Für Autohöfe. Der Mann kennt sich aus, in Deutschland, an den Autobahnen. Doch eine Szenerie wie die Mitte Juli in Sundhausen, die hat der Mann noch nicht erlebt. "Da war eine direkte Feindschaft zu spüren", sagt er im Gespräch. Nicht unbedingt ein Klima, in dem sich ein 12,5-Millionen-Euro-Projekt problemlos vorantreiben lässt.


"Wir haben als Investoren zwei rechtsgültige Beschlüsse des Nordhäuser Stadtrates. Einen zum Flächennutzungsplan und einen zur Auslegung des B-Planes. Und: Die Stadt ist an uns hinsichtlich der Etablierung eines Autohofes herangetreten." Die nnz will wissen, ob es, so wie die Bürger in Sundhausen oder auch der Nordhäuser Unternehmerverband es artikulieren, eine Alternative zum geplanten Standort gibt?

"Wir werden nicht allein prüfen, ob es entlang der A 38 einen anderen Standort gibt. Viel wichtiger ist die Prüfung seitens der vertraglich gebundenen Mieter, zu denen unter anderen eine Fastfoodkette, ein Tankstellenbetreiber oder ein Entertainmentunternehmen gehören. Deren Fachleute werden sich die Alternativen genau ansehen", meint Hasebrink.

Neben den fast 200 Stellplätzen für Lkw und den eben erwähnten Branchen soll es ein eine Landmetzgerei, ein 60-Zimmer-Hotel der Zwei-Sterne-Plus-Kategorie mit Sauna und Physiotherapie aber auch eine Indoorhalle mit Kletterwand geben. Geplant sind ebenfalls ein Erotikshop und eine Stangen-Tanzbar. Das gebe es auch an vielen anderen Autohöfen, die Klaus Hasebrink entwickelt hat und die Kriminalität sei nicht höher als in vergleichbaren Gewerbegebieten.

Hasebrink geht im nnz-Gespräch auch auf die Befürchtungen der Sundhäuser hinsichtlich des Lärms ein. "Wir haben ein Schallgutachten erstellen lassen, das besagt, dass der Lärm von der Autobahn her durch die Aufstellung der Gebäude für die Grundstücke in Sundhausen zurückgehen wird. Auch bei der Beleuchtung des Areals werden modernste Technologien eingesetzt."

Trotz der Proteste unter de Sundhäusern - die Planungen werden fortgesetzt, schließlich gebe es Beschlüsse von Stadtrat und Ortsteilrat. In etwas mehr als einem Jahr könnte der Autohof eröffnet werden. Dann könnten auch Gewerbesteuern fließen. Nach nnz-Informationen zwischen 300.000 Euro und 500.000 Euro im Jahr, die in der jetzt schon klammen Stadtkasse mehr als willkommen sein mögen. Auf die sind auch Kommunen an anderen Abfahrten entlang der A 38 "scharf", Werther vielleicht, oder Bleicherode.

Es gibt auch eine andere Variante, über die der Investorenvertreter nicht redet: Die Investoren haben für die Planungen schon viel Geld in die Hand genommen. Bei einem negativen Beschluss des Stadtrates könnten da einige Schadensersatzforderungen auf die Verwaltung zukommen.

Und es gibt eine vierte Variante: Die Sundhäuser kaufen den Investoren das Grundstück ab.
Autor: nnz/kn

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