Verborgene Chance
Donnerstag, 09. September 2010, 12:32 Uhr
Am Mittwoch (15. September) lädt die Codman Academy von 15–17 Uhr potenzielle Patienten und ihre Angehörigen zu einer kostenfreien Informationsveranstaltung über Altershirndruck (Normaldruckhydrozephalus, NPH) in das Audimax der Fachhochschule ein. Hier die Einzelheiten....
Dr. Sebastian von Stuckrad-Barre, Neurologe aus Wiesbaden wird die Veranstaltung moderieren. Die Neurologen Dr. Ulrich Erdmann, Nordhausen, und Dr. Susanne Heitmann, Wiesbaden, berichten über die Entstehung der Erkrankung und die Auswirkungen auf den Alltag. Dr. Matthias Brucke, Neurochirurg am Südharz Krankenhaus in Nordhausen wird die Therapiemöglichkeit beschreiben und den Eingriff erläutern. Anschließend stehen alle Referenten für Fragen und persönliche Gespräche zur Verfügung.
Oft verwechselt, gut behandelbar
Altershirndruck ist eine leicht behandelbare, aber nach wie vor auch bei Ärzten unbekannte und häufig falsch diagnostizierte Erkrankung. Ursache für Fehldiagnosen ist die mit Alzheimer und Parkinson, im schlimmsten Fall sogar mit Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch verwechselbare Symptomatik: Gangschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme sowie Harndrang/Inkontinenz. Doch nicht nur in der Ärzteschaft gibt es noch enormen Informationsbedarf. Auch die Betroffenen brauchen Aufklärung. Viele Patienten, die unter der genannten Symptom-Trias leiden, verzögern aus Angst vor der Diagnose Alzheimer oder Parkinson den Gang zum Arzt – und bringen sich dabei um die Chance einer gut behandelbaren Erkrankung: Altershirndruck. Das ist jedoch erst der Anfang, denn der unbehandelte Altershirndruck führt häufig zur sozialen Isolation und schließlich zur Pflegebedürftigkeit.
60.000 Betroffene in Deutschland
Betroffen sind allein in Deutschland etwa 60.000 Menschen – vor allem Männer ab dem 65. Lebensjahr. Ursache für die Beschwerden ist eine gestörte Produktion beziehungsweise ein gestörter Abfluss der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor). Die Flüssigkeit sammelt sich, erweitert die Hirnkammern und drückt auf das umliegende Gewebe – was schließlich die genannten Symptome verursacht. Mit Hilfe von Kernspin-(MRT) oder Computertomographie (CT) sind eine zweifelsfreie Diagnose und die Abgrenzung zu den unheilbaren Erkrankungen Alzheimer und Parkinson möglich, sodass im Falle einer Verdachtsdiagnose unbedingt eine weitergehende Diagnostik erfolgen sollte.
Aufmerksamkeit seitens der Angehörigen gefragt
Wichtig für den Erfolg der Therapie ist eine frühzeitige Behandlung. Innerhalb von zwei Jahren nach Auftreten der ersten Symptome besteht die berechtigte Hoffnung, die Erkrankung aufzuhalten und sich von den Symptomen vollständig zu erholen. Da der Prozess schleichend ist und von den Betroffenen mitunter nicht bewusst wahrgenommen wird, ist die Aufmerksamkeit der Angehörigen entscheidend. Fallen ihnen Gangschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme und Blasenschwäche, aber auch Kopfschmerzen, Sehunschärfen, Reizbarkeit, Müdigkeit, Gleichgewichtsprobleme, Schwierigkeiten beim Aufwachen und Wachbleiben, Wesensveränderungen, Leistungsabfall sowie eine langsamere Motorik auf, sollten sie unbedingt an Altershirndruck denken und die Ärzte auf diese Möglichkeit hinweisen.
Codman Academy
Unter dem Dach der Codman Academy bündelt Codman theoretische und praktische Schulungen sowie Aufklärungskampagnen für interessierte Kunden, Laien und Patienten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Know-how-Transfer durch hochkarätige Dozenten entspricht dem Ziel von Johnson&Johnson: die Lebensqualität von immer mehr Menschen durch innovative Lösungen für neurologische, neurochirurgische und neurovaskuläre Indikationen zu verbessern. Der direkte Austausch mit den Anwendern sorgt zudem für kontinuierliches Feedback und Anregungen für weitere Innovationen. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist nicht erforderlich.
Autor: nnz
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