Einer von vielen
Dienstag, 21. September 2010, 11:54 Uhr
Die Nordhäuser Altstadt ist ein Thema, das sich auch in der nnz für eine muntere Diskussion eignet. Hier legt Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) noch einmal den Standpunkt der Verwaltung dar...
Die Entwicklungsprobleme wie auch der Potenziale unserer Altstadt sind bekannt und ausreichend analysiert. Allerdings ist die öffentliche Hand bei der gesamten Stadtentwicklung und insbesondere der Altstadt nur einer von mehreren Akteuren, das sagte jetzt Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke.
Sowohl Stadtverwaltung als auch Stadtrat haben seit der Wende der Entwicklung der Altstadt ein besonderes Augenmerk gewidmet. Zwar wurden mit Beginn der 2000-er Jahre mit Blick auf die anstehende Landesgartenschau und die damit unmittelbar zusammenhängende nötige Sanierung der Innenstadt der Schwerpunkt sowohl finanziell als auch personell verlagert. Hinzu kamen zwischen 2004 und 2008 erhebliche Aufwendungen für die dringend nötige Sanierung der Nordhäuser Grund- und Regelschulen.
Im Jahr 2008 rückte die Altstadt erneut in den Fokus der Entscheidungen. So wurde mit der Verabschiedung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) festgelegt, dass die Altstadt der besondere Untersuchungsschwerpunkt der gesamtstädtischen Entwicklung bis zum Jahr 2020 sein soll. Im ISEK wird der öffentliche Zuschussbedarf für die Altstadt auf 24.054.893 Euro beziffert, so Frau Rinke weiter. Es dürfte klar sein, dass man dies nicht aus der Portokasse bezahlt.
Das ISEK habe eindeutige Handlungsempfehlungen für die Altstadt gegeben. So soll die Altstadt gestärkt werden durch die Erhöhung des Erlebniswerts, sie soll als Wohnstandort attraktiver gemacht werden durch Verkehrsberuhigung und Stärkung der Familienfreundlichkeit. Die Einkaufsfunktion soll gestärkt werden durch eine Vernetzung mit der Innenstadt. Dabei werden dem Pferdemarkt und dem Blasiikirchplatz wichtige Scharnierfunktionen zugeschrieben. Allein diese Beispiele demonstrieren, dass die Entwicklung unseres historischen Stadtteils nicht allein von der öffentlichen Hand geleistet werden kann, da zu einem Großteil Mechanismen des Marktes eine große Rolle spielen. Das sind unsere Erfahrungen aus den letzten 20 Jahren. Darüber hinaus geht das Konzept davon aus, dass es einen Konsens zu solchen Fragen wie die Verkehrsberuhigung in der Altstadt gibt. Das Gegenteil ist der Fall, wie allein die schon die Diskussionen und divergierenden Positionen unter den Altstadt-Anliegern hinsichtlich dieses Punktes belegen, so die Oberbürgermeisterin.
Der Untersuchungsbereich Altstadt umfasse ein Areal von immerhin 34 Hektar. Von rund 300 erfassten Gebäuden stünden 71 unter Denkmalschutz. Bei einer Begehung der Altstadt im Herbst 2007 habe man 896 Wohneinheiten gezählt, von denen 26 ruinös seien. Leerstandsschwerpunkte seien der untere Bereich des Altendorfs, die Gumpert-, Kranich- und Blasiistraße sowie das Areal des Blasiikirchplatzes.
Abgeleitet aus dem ISEK habe die Stadt inzwischen das Projekt Baulücken und Brachen gestartet. Und natürlich setzen wir mit dem Umbau der `Flohburg´ und deren Erhalt als eines der ältesten Gebäude der Stadt als öffentliche Hand Akzente, wollen mit der Einrichtung der Stadthistorischen Sammlung in diesem Gebäude Impulse ins historische Stadtviertel geben. Gleiches gilt auch für die Sanierung des traditionsreichen Gebäudes Domstraße 12. Mit dem Einzug der Jugendkunstschule in dieses Gebäude, mit der gefundenen Bohlenstube als historische Attraktion und der denkmalgerechten Sanierung wird auch die Städtische Wohnungsbaugesellschaft ihrer Verantwortung für die Altstadt gerecht werden, so die Oberbürgermeisterin.
Autor: nnzDie Entwicklungsprobleme wie auch der Potenziale unserer Altstadt sind bekannt und ausreichend analysiert. Allerdings ist die öffentliche Hand bei der gesamten Stadtentwicklung und insbesondere der Altstadt nur einer von mehreren Akteuren, das sagte jetzt Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke.
Sowohl Stadtverwaltung als auch Stadtrat haben seit der Wende der Entwicklung der Altstadt ein besonderes Augenmerk gewidmet. Zwar wurden mit Beginn der 2000-er Jahre mit Blick auf die anstehende Landesgartenschau und die damit unmittelbar zusammenhängende nötige Sanierung der Innenstadt der Schwerpunkt sowohl finanziell als auch personell verlagert. Hinzu kamen zwischen 2004 und 2008 erhebliche Aufwendungen für die dringend nötige Sanierung der Nordhäuser Grund- und Regelschulen.
Im Jahr 2008 rückte die Altstadt erneut in den Fokus der Entscheidungen. So wurde mit der Verabschiedung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) festgelegt, dass die Altstadt der besondere Untersuchungsschwerpunkt der gesamtstädtischen Entwicklung bis zum Jahr 2020 sein soll. Im ISEK wird der öffentliche Zuschussbedarf für die Altstadt auf 24.054.893 Euro beziffert, so Frau Rinke weiter. Es dürfte klar sein, dass man dies nicht aus der Portokasse bezahlt.
Das ISEK habe eindeutige Handlungsempfehlungen für die Altstadt gegeben. So soll die Altstadt gestärkt werden durch die Erhöhung des Erlebniswerts, sie soll als Wohnstandort attraktiver gemacht werden durch Verkehrsberuhigung und Stärkung der Familienfreundlichkeit. Die Einkaufsfunktion soll gestärkt werden durch eine Vernetzung mit der Innenstadt. Dabei werden dem Pferdemarkt und dem Blasiikirchplatz wichtige Scharnierfunktionen zugeschrieben. Allein diese Beispiele demonstrieren, dass die Entwicklung unseres historischen Stadtteils nicht allein von der öffentlichen Hand geleistet werden kann, da zu einem Großteil Mechanismen des Marktes eine große Rolle spielen. Das sind unsere Erfahrungen aus den letzten 20 Jahren. Darüber hinaus geht das Konzept davon aus, dass es einen Konsens zu solchen Fragen wie die Verkehrsberuhigung in der Altstadt gibt. Das Gegenteil ist der Fall, wie allein die schon die Diskussionen und divergierenden Positionen unter den Altstadt-Anliegern hinsichtlich dieses Punktes belegen, so die Oberbürgermeisterin.
Der Untersuchungsbereich Altstadt umfasse ein Areal von immerhin 34 Hektar. Von rund 300 erfassten Gebäuden stünden 71 unter Denkmalschutz. Bei einer Begehung der Altstadt im Herbst 2007 habe man 896 Wohneinheiten gezählt, von denen 26 ruinös seien. Leerstandsschwerpunkte seien der untere Bereich des Altendorfs, die Gumpert-, Kranich- und Blasiistraße sowie das Areal des Blasiikirchplatzes.
Abgeleitet aus dem ISEK habe die Stadt inzwischen das Projekt Baulücken und Brachen gestartet. Und natürlich setzen wir mit dem Umbau der `Flohburg´ und deren Erhalt als eines der ältesten Gebäude der Stadt als öffentliche Hand Akzente, wollen mit der Einrichtung der Stadthistorischen Sammlung in diesem Gebäude Impulse ins historische Stadtviertel geben. Gleiches gilt auch für die Sanierung des traditionsreichen Gebäudes Domstraße 12. Mit dem Einzug der Jugendkunstschule in dieses Gebäude, mit der gefundenen Bohlenstube als historische Attraktion und der denkmalgerechten Sanierung wird auch die Städtische Wohnungsbaugesellschaft ihrer Verantwortung für die Altstadt gerecht werden, so die Oberbürgermeisterin.
