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Goldener Herbst am Arbeitsmarkt

Donnerstag, 30. September 2010, 11:52 Uhr
Der Thüringer Arbeitsmarkt sendet weiterhin positive Signale und geizt nicht mit guten Nachrichten. 102.311 Arbeitslose – 6.379 weniger als im August – meldete heute die Agentur für Arbeit für den Freistaat Thüringen. Und was sagt die Wirtschaft dazu?


Die Arbeitslosenquote beträgt nur noch 8,6 Prozent. Im Vergleich zum September des Vorjahres (10,5 Prozent) ist die registrierte Arbeitslosigkeit sogar um 23.498 gesunken. Auch die Arbeitskräftenachfrage stabilisiert sich.

„Thüringen schließt auf. Inzwischen erreicht die Arbeitslosenquote fast den Durchschnitt industriestarker Flächenländer wie Nordrhein-Westfalen. Ein goldener Herbst am Arbeitsmarkt zeichnet sich ab“, kommentiert Erfurts IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die aktuellen Zahlen. Nach der schweren Wirtschaftskrise könne man durchaus von einem kleinen Thüringer Jobwunder sprechen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Arbeitslosigkeit immerhin um 23.498 Personen gesunken – dies entspreche der Größenordnung einer ganzen Stadt wie Apolda oder Sondershausen.

„Viele Jobs wurden in der Krise gehalten, neue sind inzwischen dazu gekommen. Endlich machen die Unternehmer wieder gewinnbringende Geschäfte und haben dadurch finanziellen Spielraum für Investitionen“, so der IHK-Chef. Vielfach seien diese dann mit Neueinstellungen verbunden.

Zunehmende Lieferengpässe hätten in zahlreichen Betrieben bereits zu Überstunden und Sonderschichten geführt. An Entlassungen denke da kaum noch einer, im Gegenteil: die aktuelle IHK-Konjunkturanalyse belege, dass 88 von 100 Firmen ihren Mitarbeiterstand erweitern oder zumindest konstant halten wollten.

Für den IHK-Hauptgeschäftsführer ist das Erholungstempo der Thüringer Wirtschaft absolut beeindruckend. „Die Dynamik beschleunigt sich mittlerweile über alle wichtigen Wirtschaftszweige hinweg. Das macht Mut“, zeigt sich der IHK-Chef optimistisch.

Er warnt jedoch davor, dass sich die Probleme am Arbeitsmarkt schon bald in eine andere Richtung entwickeln könnten. So drohe der Fachkräftemangel den Aufschwung wieder auszubremsen. Viele Branchen würden bereits jetzt Alarm schlagen und jeder zweite Thüringer Unternehmer für die Zukunft einen akuten Fachkräftemangel befürchten. „Wenn die Konjunktur weiter an Fahrt gewinnt, könnte sich die Situation dramatisch zuspitzen“, sieht Grusser Parallelen zur Berufsausbildung. Hier kämen inzwischen auf drei betriebliche Lehrstellen nur noch zwei ausbildungsfähige Bewerber.
Autor: nnz

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