Die Realität
Montag, 04. Oktober 2010, 07:41 Uhr
Es sind die letzten Tage eines jeweiligen Monats - da werden die aktuellen Zahlen des Arbeitsmarktes vorgestellt. Auch in Nordhausen. Der Trend der Zahlen und Quoten ist seit Monaten erfreulich. Doch wie sieht die Statistik wirklich ausß Das wird auf den ersten Blick nicht deutlich, wohl aber auf den zweiten...
Die offiziellen Zahlen, die immer wieder von tollen Grafiken begleitet werden, sollen hier auch nicht angezweifelt werden. Demnach waren Ende September (jedoch dieses Datum kann angezweifelt werden) 4.627 Frauen und Männer ohne Job. 1.469 bezogen Arbeitslosengeld I, 3.158 Arbeitslosengeld II. So weit, so gut. Doch was ist mit denen, die in diesem statistischen Aushängeschild nicht erfasst oder nicht ausgewiesen wurden? Diese Menschen, die bezeichnen die Fachleute als unterbeschäftigt, was man auch immer darunter verstehen mag.
Die Unterbeschäftigten gibt es in beiden Rechtskreisen, sowohl beim SGB III als auch SGB II. Bleiben wir beim Arbeitslosengeld I (SGB III). Zu den 1.469 arbeitslosen Frauen und Männern kommen weitere 77, die sich in einer Aktivierungsphase befinden, dann sollten 269 hinzugerechnet werden, die sich "nah am Arbeitslosenstatus" befinden. Hier werden zum Beispiel fünf ABM oder 234 in der beruflichen Weiterbildung aufgeführt.
Wenn es Menschen gibt, die sich "nah am Arbeitslosenstatus" befinden, dann gibt es auch solche, die sich davon entfernt haben. Immerhin sind das 163 im Landkreis Nordhausen. Unter Strich sind wir also bei 1.978 Personen angekommen, die keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, obwohl sie das vermutlich gern tun würden. Das sind 509 mehr als im monatlichen offiziellen Report ausgewiesen.
Ähnliches gibt es auch im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II). Zu den von der ARGE ausgewiesenen und von der Agentur veröffentlichten 3.158 Frauen und Männern, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos sind, kamen im September (wir wollen das nicht wieder einzeln aufdröseln) 1.990 hinzu, die sich in diesen nahe und fernen Kategorien wiederfinden. Rechnet man das zusammen, dann sind im SGB II 5.148 Menschen ohne einen Job. Und bei beiden Rechtskreisen sind es eben nicht 4.627, sondern 7.126, also rund 2.500 mehr. Wie sich das auf die Quote auswirkt, dass kann jeder selbst ausrechnen. Die Quoten sind dann weit weg von der 10-Prozent-Marke.
Nun werden einige sofort behaupten, dass diese Zahlen geheim gehalten werden. Dem ist aber nicht so, sie können im weltweiten Netz recherchiert werden. Auf den Seiten der Bundesarbeitsagentur sind sie eingebaut. Wer sich darüber und über viele andere Daten informieren will, klickt einfach auf diesen LINK.
Autor: nnzDie offiziellen Zahlen, die immer wieder von tollen Grafiken begleitet werden, sollen hier auch nicht angezweifelt werden. Demnach waren Ende September (jedoch dieses Datum kann angezweifelt werden) 4.627 Frauen und Männer ohne Job. 1.469 bezogen Arbeitslosengeld I, 3.158 Arbeitslosengeld II. So weit, so gut. Doch was ist mit denen, die in diesem statistischen Aushängeschild nicht erfasst oder nicht ausgewiesen wurden? Diese Menschen, die bezeichnen die Fachleute als unterbeschäftigt, was man auch immer darunter verstehen mag.
Die Unterbeschäftigten gibt es in beiden Rechtskreisen, sowohl beim SGB III als auch SGB II. Bleiben wir beim Arbeitslosengeld I (SGB III). Zu den 1.469 arbeitslosen Frauen und Männern kommen weitere 77, die sich in einer Aktivierungsphase befinden, dann sollten 269 hinzugerechnet werden, die sich "nah am Arbeitslosenstatus" befinden. Hier werden zum Beispiel fünf ABM oder 234 in der beruflichen Weiterbildung aufgeführt.
Wenn es Menschen gibt, die sich "nah am Arbeitslosenstatus" befinden, dann gibt es auch solche, die sich davon entfernt haben. Immerhin sind das 163 im Landkreis Nordhausen. Unter Strich sind wir also bei 1.978 Personen angekommen, die keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, obwohl sie das vermutlich gern tun würden. Das sind 509 mehr als im monatlichen offiziellen Report ausgewiesen.
Ähnliches gibt es auch im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II). Zu den von der ARGE ausgewiesenen und von der Agentur veröffentlichten 3.158 Frauen und Männern, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos sind, kamen im September (wir wollen das nicht wieder einzeln aufdröseln) 1.990 hinzu, die sich in diesen nahe und fernen Kategorien wiederfinden. Rechnet man das zusammen, dann sind im SGB II 5.148 Menschen ohne einen Job. Und bei beiden Rechtskreisen sind es eben nicht 4.627, sondern 7.126, also rund 2.500 mehr. Wie sich das auf die Quote auswirkt, dass kann jeder selbst ausrechnen. Die Quoten sind dann weit weg von der 10-Prozent-Marke.
Nun werden einige sofort behaupten, dass diese Zahlen geheim gehalten werden. Dem ist aber nicht so, sie können im weltweiten Netz recherchiert werden. Auf den Seiten der Bundesarbeitsagentur sind sie eingebaut. Wer sich darüber und über viele andere Daten informieren will, klickt einfach auf diesen LINK.
