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Kein guter Sommer

Mittwoch, 06. Oktober 2010, 11:08 Uhr
Im Gegensatz zur allgemeinen wirtschaftlichen Erholung bleibt die Stimmung im Gastgewerbe eher verhalten, so das Ergebnis der jüngsten Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt nach Abschluss der Sommersaison. Hier die Einzelheiten...


„In der Branche ist der Aufschwung noch nicht angekommen. Viele Gas-tronomen schreiben weiterhin rote Zahlen und leben von der Substanz“, bringt es IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser auf den Punkt. Nur jedes fünfte Unternehmen blicke auf einen guten Sommer zurück. Schuld daran sei vor allem der viele Regen in den letzten Monaten. Sogar die Fußball-WM hätte die Verluste nicht wettmachen können.

„Die teilweise extremen Wetterkapriolen belasteten insbesondere die Außengastronomie“, erklärt Grusser. Der viel zu heiße Juli und der darauf folgende anhaltende Niederschlag hätte die Gäste vielerorts nicht in die Biergärten gelockt. „Steigen dann noch Steuern und Gebühren, ist definitiv kein Geld zu verdienen“, betont der IHK-Chef. Nach den starken Umsatzrückgängen in den vergangenen Jahren liege die Rendite in der Branche mittlerweile unter acht Prozent – bei einem notwendigen Richtwert von 13 Prozent.

Den Umfrageergebnissen zufolge seien die Erwartungen auch für die nächsten Monate sehr verhalten. Nur jeder zehnte Gastronom gehe von einer Verbesserung seiner wirtschaftlichen Lage aus.

„Problematisch ist die Situation besonders im ländlichen Raum“, so Grusser. Dort fänden immer mehr Betriebe keinen Nachfolger. Hinzu komme die große Konkurrenz der Vereinshäuser. Damit sei das Sterben der traditionellen Gaststätten als Mittelpunkt des dörflichen Lebens vorprogrammiert, warnt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Autor: nnz

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