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Sundhäuser, seid nicht intolerant

Sonntag, 17. Oktober 2010, 14:29 Uhr
Liebe Sundhäuser, ich komme aus Weimar und habe Eure Sorgen im Netz, in der nnz, entdeckt. Ich empfehle Euch positives Denken! Eine Satire von Solvig Seifert...


Unsere Welt ist einer ständig wachsenden Umweltverschmutzung ausgesetzt und wahrhafte Ruhe finden wir Menschen häufig nicht mal mehr in den eigenen vier Wänden. Überall in diesem Land wird man extremen Reizen ausgesetzt und würde plötzlich alles still sein, die Ruhe einsetzen, sofort würde sich die Anzahl an psychischen Problemen verdoppeln. Demnach werden die Verpestung der Luft und der anhaltende Lärm der donnernden LKWs Eure Kinder nur härter werden lassen und auf die Realität dieser Gesellschaft vorbereiten.

Weiter können durch den Autohof Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit anderen Menschen aus unterschiedlichen Gegenden und Arbeits-Branchen in Kontakt kommen und sich in verschiedenen Gesprächen kennen- und ggf. voneinander lernen. Ihr Sundhäuser würdet dann für Eure Toleranz, Empathie und Weltoffenheit gefeiert werden.

Vorenthalten möchte ich Euch nicht die Vorteile von Fastfoodketten. Schnell und günstig wird ein reichhaltiges Angebot an Nahrungsmitteln zur Verfügung gestellt, das mittlerweile auch “ala´Bio“ betitelt wird. Und nicht zu vergessen die Kindergeburtstage der Kleinen, die dort ver- und erlebt werden können.

Auch den Angeboten von Peepshows + Rotlicht sollte doch niemand von Euch abgeneigt sein, denn gerade diese könnten dafür verantwortlich sein, dass die einen oder anderen Ehepartner-(innen) wieder zueinander finden. Keine Frau und kein Mann muss mehr frustriert im ehelichen Schlafzimmer weilen, weil die Lust unbefriedigt bleibt oder eine nicht vorhandene Lust innerlichen Druck ausübt. Vermutlich wird die Tendenz zur Migräne innerhalb weniger Monate deutlich niedriger sein. Demnach kann der Autohof mit seinen differenzierten Angeboten den Druck aus dem Ehealltag nehmen und bestenfalls aus Ehepaaren wieder Liebespaare machen.

Und zu guter Letzt die sportlichen Freizeitangebote, die dieser Hof für die Jugend bietet. Das Erlernen von Teamgeist, Wettbewerbsfähigkeit und dem Abbau von Aggressionen durch Billard, Darten und Bowling kann nur förderlich für ein zwischenmenschliches Miteinander sein. Und die älteren Menschen fühlen sich nicht vom Lärm der Jugend außerhalb der Stadt belästigt. So geht es jeder Generation gut, denn ein Miteinander wurde sowieso schon vor Jahren abgeschafft.

Für Euch ist der Autohof nicht das Aushängeschild, welches Ihr Euch vorgestellt habt? Doch immerhin ist es ein Hinweis über die Existenz Nordhausens. Das Ihr dabei Weimar als Vergleich anstellt, ist schon fast skandalös. Natürlich würde direkt an Weimar oder einem seiner schönen Vororte kein - solcher - Autohof entstehen, da diese Stadt wesentlich mehr Geschichte und Kultur zu bieten hat. Nicht zu vergessen, dass in Weimar die Elite der Denker lebte und lebt und demnach alle Menschen sofort nachdenken und solch einen Autohof niemals zulassen würden.

In diesem Sinne, liebe Sundhäuser, seid nicht intolerant neuen Wegen und Werten gegenüber sondern viel mehr stolz darauf, im Gegensatz zu Bleicherode die Auserwählten für diesen Autohof zu sein.
Solvig Seifert
Autor: nnz

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