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Thüringenliga - Halbzeitbilanz

Freitag, 21. Januar 2011, 07:04 Uhr
Die Hinrunde der Handball-Thüringenliga der Männer ist Geschichte. Der Aufsteiger vom Nordhäuser SV mit einem Halbzeitfazit. Das übernimmt für die nnz Frank Ollech...


Der Start in die neue Spielserie war für die Nordhäuser wie ein Hindernislauf. Nicht nur weil sie als Aufsteiger gefordert waren, sondern vielmehr das ihnen anfänglich die Ballspielhalle nicht zur Verfügung stand. Zum Auftakt ging es aber erst einmal zum Derby nach Mühlhausen. Nach ausgeglichenem Spielverlauf entrissen die Vfb Spieler mit einem direkt verwandelten Freiwurf den Rolandstädtern nach 60 Spielminuten einen sicher geglaubten Punkt.

Mit tatkräftiger Unterstützung des SV Glück Auf Bleicherode wurde danach der erste Auftritt in „heimischen Gefilden“ zum Krimi. Der NSV hatte die Georgenberghalle in Bleicherode zum Spielort auserkoren und wollte gegen einen Ligaprimus bestehen. Der Aufstiegsfavorit vom HSC Erfurt wankte dabei, viel aber nicht. Wieder fehlte am Ende (30:31) ein Treffer am ersten Punktgewinn. Trotz der Niederlage waren die Nordhäuser Handball – Fans mit ihrer Mannschaft zufrieden.

So standen auch im zweiten Auswärtsspiel der Saison, in Werratal, die Zeichen auf Sturm. Die Gastgeber, ebenfalls mit Aufstiegsambitionen, wollten die graue Maus aus dem Norden einfach schlucken. Am Ende zitterten sie sich zu einem 33:31 Erfolg. Und wieder hieß es für die Rolandstädter, gut gespielt und doch verloren.

Ein Erfolgserlebnis musste her, die Minimalniederlagen zerrten an den Nerven. Zum zweiten Heimspiel zog der NSV in die Wiedigsburghalle um. Dort wurden sie ebenso freundliche aufgenommen wie zuvor in Bleicherode. Mit dem Sonneberger HV kam abermals eine Mannschaft aus dem Spitzenfeld in den Südharz. Nur diesmal unterschätzen die Gäste den Aufsteiger. Folge, sie wurden mit 42:33 förmlich demontiert. Der NSV war in der neuen Liga angekommen. Die fast 400 Zuschauer sahen einen neuen verbesserten NSV und verbreiteten dabei eine Stimmung mit Gänsehauteffekt.

Was folgte war weniger schön. In Auswärtspiel gegen Behringen/Sonneborn wurde man mit einer 29:24 Niederlage wieder bodenständig. Danach wartete mit der Zweiten des ThSV Eisenach die nächste Hürde. Nach kampfbetonten Spiel verlor man wieder mit 32:35 denkbar knapp gegen einen Aufstiegskandidaten.

Ein Achtungszeichen gelang den Rolandstädtern beim Thüringer HC mit dem ersten Auswärtspunkt, bevor sie wiederum im zweiten Auswärtspiel in Folge gegen die Spielgemeinschaft Suhl/Goldlauter denkbar knapp (26:27) verloren. Ihnen haftete der Fluch der knappen Niederlagen förmlich an den Händen.

Dies sollte sich im ersten Heimspiel nach der Sanierung der Ballspielhalle geben, so das Vorhaben der Nordhäuser. Die Mannschaft von der Spielgemeinschaft Könitz/Saalfeld war dabei der Leidtragende. Der NSV gestaltete seinen ersten richtigen Heimauftritt zu einem Triumphzug. Vor über 500 Zuschauern wurden die Gäste mit einer 31:26 Niederlage auf die Heimreise geschickt.

Die Ernüchterung folgte in Gotha auf dem Fuße. Eine peinliche 37:30 Niederlage in einem mäßigen Spiel war wahrlich nicht nach dem Geschmack des NSV. Danach musste die Begegnung in Hermsdorf witterungsbedingt abgesagt werden. Zu viel Schnee auf dem Hallendach zwangen die Verantwortlichen zum handeln.

Mit einem Paukenschlag meldete sie sich der NSV nach dem Jahreswechsel wieder zurück. Nach fast einem Monat Spielpause gelang ihnen ein Kunststück. Zu Gast im Südharz war der selbsternannte Aufstiegskandidat vom SV BW Goldbach/Hochheim. In einer denkwürdigen „Schlacht“ wurden die Gäste klar mit 30:26 bezwungen. Ein Spiel, welches ganz Thüringen noch Tage beschäftigte.

In der Endabrechnung der absolvierten Hinrunde, fanden sich die Südharzer auf Platz 9 der Tabelle wieder und halten mit einem Spiel weniger Anschluss an das Mittelfeld. Sie warfen in den zwölf Begegnungen 30,9 Tore im Schnitt und kassierten mit 30,3 nur minimal weniger. Zu den treffsichersten zählt Stefan Fuhrmann mit 95 Treffern, Platz 3 der Torjägertabelle. Ihm folgen Mathias Thiele mit 69 (Platz 10) und Thomas Riemekasten mit 65 Treffern (Platz 16).

Auch wenn der NSV oftmals mit knappen Niederlagen Leid geprüft wurde, war der Aufstieg in die Thüringens Eliteliga ein voller Erfolg. Insbesondere die Handballfangemeinde ist angestiegen. So feuerten 2352 Zuschauer ihre Mannschaft in den sechs Heimspielen an. Eine Spitzenposition unter den 14 Teams der Liga. Sie bejubelten 202 Treffer und sahen 179 Gegentreffer. Nicht mitgerechnet der Einzug in die 3. Hauptrunde des Pokalwettbewerb.

Auswärts fällt die Bilanz etwas nüchterner aus. In sechs Spielen wurden 185 Treffer kassiert. Dem stand eine Erfolgsquote von 169 Treffern gegenüber. Die höchste Niederlage kassierten sie in Gotha mit 30:37, die unglücklichste in Mühlhausen mit 32:33.

Nun gilt es in den kommenden Wochen und Monaten die gute Ausgangsposition weiter zu festigen, um das Saisonziel Klassenerhalt frühzeitig zu erreichen.
Frank Ollech
Autor: nnz

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