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Achtung! Fuchsbandwurm

Donnerstag, 31. März 2011, 09:18 Uhr
Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Nordhausen ruft dazu auf, auf wichtige Vorsichtsmaßnahmen zu achten, um sich nicht mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren. Der Kleine Fuchsbandwurm ist ein Darmparasit, der vorwiegend beim Fuchs, aber auch bei Hunden und Katzen vorkommt und auch für Menschen gefährlich werden kann...

Fuchsbandwurm (Foto: Wikipedia) Fuchsbandwurm (Foto: Wikipedia)

Die Eier des Kleinen Fuchsbandwurmes werden über den Kot infizierter Tiere ausgeschieden und können dann von so genannten Zwischenwirten wie Mäusen aufgenommen werden. In diesen entwickeln sich Zwischenformen des Fuchsbandwurmes in den Organen. In seltenen Fällen kann auch der Mensch als Zwischenwirt erkranken. Menschen infizieren sich indem sie zum Beispiel mit Wurmeiern verunreinigte Lebensmittel wie Pilze und Wildfrüchte essen, hochgewirbelte Wurmeier verschlucken, beispielsweise bei engem Kontakt mit Hunden und Katzen oder beim Abbalgen oder durch Schmierinfektion über Hände, die mit Wurmeiern verunreinigt sind.

Um eine Ansteckung zu vermeiden sollten vorsorglich keine rohen Waldfrüchte wie Beeren, Pilze oder Pflanzen gegessen werden. Gemüse, Salat, Beeren aus Freilandkulturen sowie Fallobst sollte man vorm Essen gründlich waschen und wenn möglich kochen. Selbst durch das Einfrieren bei minus 20 °C werden die Bandwurmeier nicht abgetötet. Wer mit Erde im Wald, auf dem Feld oder im Garten gearbeitet hat, sollte sich danach die Hände gründlich waschen.

Hunde und Katzen, die regelmäßig Kleinsäuger wie Mäuse fressen, sollten alle vier Wochen nach Anweisung des behandelnden Tierarztes entwurmt werden. Tot aufgefundene oder bei der Jagd erlegte Füchse sind nur mit Plastikhandschuhen anzufassen und nur in Plastiksäcke transportiert werden. Jäger sollten sich nach der Handhabung mit Füchsen die Hände gründlich waschen. Beim Abbalgen ist ein Mundschutz zu tragen. Menschen, die Kontakt mit infizierten Füchsen, Hunden oder Katzen hatten oder häufig mit Füchsen umgehen, können vorsorglich Blutuntersuchungen durchführen lassen.

So lässt sich eine eventuelle Infektion mit Eiern des Fuchsbandwurms frühzeitig erkennen und behandeln. Die Echinokokkose ist für Menschen eine chronische, prognostisch ernste Erkrankung. Vornehmlich werden Leber und Lunge befallen. Das heimtückische an der Erkrankung ist, dass zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit 10 und 15 Jahre vergehen können. Bei frühzeitiger Diagnose ist eine Heilung jedoch möglich. Im Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Bad Langensalza werden jährlich Untersuchungen Füchse, die im Landkreis Nordhausen erlegt oder tot gefunden wurden, auf den Befall mit dem Kleinen Fuchsbandwurm untersucht.

Im Jahr 2010 waren im Landkreis Nordhausen fast 30 Prozent der 42 untersuchten Füchse mit dem Fuchsbandwurm befallen. Diese Befallsrate gibt Anlass dazu, auf diesen Darmparasiten und deren Infektionsgefahr für den Menschen hinzuweisen.
Autor: nnz

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