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Auf dem Weg nach China

Montag, 04. April 2011, 14:55 Uhr
Die Internationalisierung der Industrie schreitet rasant voran. Die deutschen Unternehmen planen in diesem Jahr so viele Auslandsinvestitionen wie noch nie. Zielregion Nummer eins ist erstmals China, lautet das Ergebnis der aktuell veröffentlichten Frühjahresumfrage des DIHK. Darin eingeflossen sind auch die Antworten von rund 230 Industrieunternehmen im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.


„Angesichts der dynamischen Wirtschaftsentwicklung in Asien und Lateinamerika nehmen auch die Thüringer Unternehmen diese Märkte stärker ins Visier. Produktions- und Vertriebsstätten vor Ort sollen künftig Türen öffnen und Geschäftszuwächse ermöglichen“, erklärt IHK-Hauptgeschäfts-führer Gerald Grusser. Inzwischen wolle jeder zweite Betrieb mit Investitionsabsichten im Ausland auf dem chinesischen Markt Fuß fassen.

„Dabei geht es den Firmen immer seltener nur um die kostengünstige Produktion“, informiert Grusser. Hauptmotive für den Auf- oder Ausbau eines ausländischen Standorts wären für die überwiegende Mehrheit der Befragten die direkte Kundennähe sowie die Erschließung neuer Vertriebskanäle und Servicemöglichkeiten. Damit könne unmittelbar auf die Bedürfnisse des Marktes reagiert werden. „Mögliche Lieferanten vor Ort sind ebenfalls für Investitionen in weiter entfernten Zielregionen von Bedeutung. Immerhin war dies für 31 Prozent der Befragten ein Grund, überhaupt Auslandsinvestitionen zu tätigen“, fährt Grusser fort.

Darüber hinaus würden aber auch Handelshemmnisse – wie den Wettbewerb verzerrende hohe Zölle und strikte Einfuhrbeschränkungen – für eine Produktionsverlagerung ins Ausland verantwortlich sein. 16 Prozent der Unternehmen hätten dieses Motiv angegeben. „Die Umfrage zeigt, dass der Weg der weltweiten Handelsliberalisierung konsequent weiter gegangen werden muss“, so der IHK-Chef. Profitieren würden dadurch auch die Zielländer, die durch Handelshemmnisse selbst Nachteile in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung erleiden.
Autor: nnz

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