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nnz-Forum: Widerspruch

Freitag, 08. April 2011, 07:01 Uhr
Die neue Schulordnung des Landes Thüringen ist im Umlauf und sorgt nicht nur bei Pädagogen für ausreichend Gesprächsstoff. Die Zeit der Beteiligung ist recht knapp bemessen, obwohl nun kurzfristig längere Zeit jetzt dafür eingeplant und auch eine thüringenweite Lehrerkonferenz organisiert wird.


Es sind viele gute Ansätze vorhanden, über die man sich aber länger und intensiver verständigen muss! Aber mindestens eine Maßnahme ist enthalten, die bei vielen Beteiligten im Grundschulbereich für Unmut sorgt, und dies ist das Vorschreiben der Organisationsform der schulbesuchsjahrübergreifenden Mischung in der Schuleingangsphase. Das ist nicht nachzuvollziehen! Das Schulgesetz hat sich doch nicht geändert und viele Schulen realisieren seit Jahren die Schuleingangsphase in verschiedenen Varianten.

Also funktioniert es in der Praxis doch bisher. Es jeder Schule vorzuschreiben, dass gemischt werden muss, ist 1. undemokratisch, 2. schwächt es die Schule in der Eigenverantwortung (vom individuellen Schulprofil nicht zu reden) und 3. können die Eltern nicht mehr die Schule mit oder ohne Jahrgangsmischung wählen, d.h. ggf. sogar Bruch der Verfassung (Artikel 24 Abs.1)

Es ist doch schon in einem Einschulungsjahrgang so, dass die Entwicklung der Kinder sehr unterschiedlich ist und homogene Klassen nie existierten. Dies sagte Frau Prof. Vernooij auf einer Fachtagung am letzten Wochenende in Nordhausen so, dass in einem Jahrgang die individuellen Altersentwicklungen zwischen 3-12 Jahren differieren! Und dann noch zwei Besuchsschuljahre mischen?! Hier muss einzig und allein die Schule vor Ort anhand ihrer räumlichen, sächlichen und personellen Möglichkeiten entscheiden können, was und wie realisierbar ist.

Ein Diktat des verbindlichen Vorschreibens der schulbesuchsjahrübergreifenden Organisationsform der Schuleingansphase hilft hier wenig! Die Grundschulen haben doch jahrelang bewiesen, dass verschiedene Dinge nebeneinanderher existieren und Erfolg haben können.
Uwe Chour, Nordhausen
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Autor: nnz

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