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BUN(D)tes im Park Hohenrode

Montag, 11. April 2011, 07:03 Uhr
Mit so vielen Interessenten habe er überhaupt nicht gerechnet, sagt Bodo Schwarzberg, der am Sonntag eine Exkursion des BUND zu den Frühblühern des Villenparks Hohenrode führte. Rund 25 Menschen aller Altersgruppen ließen sich vom studierten Biologie- und Chemielehrer und begeisterten Botaniker in die Geheimnisse der pflanzlichen Vielfalt des dendrologisch international bedeutsamen Parks einführen.

Entdeckt (Foto: privat) Entdeckt (Foto: privat)
Die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) zieht im Park-Hohenrode immer wieder die Blicke der frühlingsbegeisterten Spaziergänger auf sich.

Außer Eibe und Riesen-Lebensbaum stellte der Nordhäuser aber vor allem krautige Pflanzen vor. Die Menschen erfuhren zum Beispiel bei der Betrachtung des März-Veilchens von dessen Verwendung in der Parfüm-Industrie oder in Form seiner kandierten Blüten als französische Konfekt-Delikatesse, von der Giftwirkung des Busch-Windröschens und davon, dass Inhaltsstoffe des Schneeglöckchens gegen Demenzerkrankungen eingesetzt werden. Aber auch die moderne Kräuterküche kam nicht zu kurz: Scharbockskrautblätter als vitaminreicher Frühlingssalat oder die Blätter der Knoblauch-Rauke als „Arme-Leute-Knoblauch“ in britischen Sandwiches – für jeden Geschmack war etwas dabei.

Besonders interessiert zeigten sich die Exkursionsteilnehmer auch an der Bedrohung des Parks durch den Riesen- oder Kaukasus-Bärenklau, der nicht nur einheimische Pflanzen verdrängt, sondern anderswo bereits zu schweren Vergiftungen, selbst durch an sich harmlose Berührungen geführt hat. Auf Interesse stieß dabei auch die schwierigen Bekämpfungsmaßnahmen der Art im Park, aber auch die spannenden Mechanismen, die ihm zu seiner weiten Verbreitung in Mitteleuropa verhalfen. Teile der ersten Pflanze soll der russische Zar Alexander 1815 dem Grafen Metternich in Wien geschenkt haben.

Abschließend informierte der Nordhäuser über den im Park Hohenrode geplanten Erhaltungsgarten für bedrohte Pflanzenarten, über die Arbeit der BUND-Kreisgruppe Nordhausen und lud alle Interessierten zum Vortrag eines Imkerei-Experten am 12.4. um 18:30 in den Thomas-Mann-Klub ein.

Bodo Schwarzberg möchte mit den auch weiterhin angebotenen Exkursionen zum einen an die Tradition des herausragenden Nordhäuser Botanikers Dr. h.c. Kurt Wein anknüpfen, der nach dem Krieg viele Menschen in die Geheimnisse der Pflanzenwelt einführte. Zum Zweiten besteht sein Ziel darin, viele Menschen mit unserer einzigartigen Umgebung und ihren Naturschönheiten vertraut zu machen.
Autor: nnz

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