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Gute Stimmung im Handwerk

Dienstag, 12. April 2011, 13:17 Uhr
„Es boomt im Handwerk“, kommentiert Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, die positiven Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. Die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk Erfurt setzt ihren Aufwärtstrend beschleunigt fort...


Optimismus auch wenn saisonbedingt der Geschäftslageindex im Vergleich zum Vorquartal leicht gesunken ist. Rund 79 Prozent der Betriebe schätzen ihre Geschäftslage im Berichtsquartal als „gut“ oder „befriedigend“ ein (63 % im Vorjahresquartal). Damit wurde das bereits gute Ergebnis aus dem ersten Vorjahresquartal um 16 Prozentpunkte übertroffen.

Das beste Ergebnis im ersten Quartal seit 15 Jahren!

War in 2010 noch eher von einer Erholung nach der Krise zu sprechen, so kann in diesem Jahr tatsächlich ein Aufschwung registriert werden. Gründe hierfür sind vielfältig. Wie Malcherek erläutert, gibt es Nachholeffekte im Baugewerbe und niedrige Hypothekenzinsen, die dem Baubereich Schwung geben. Eine positive Beschäftigungsentwicklung und die Belebung der Binnenkonjunktur wirkten sich ebenfalls nunmehr spürbar positiv auf das Handwerk aus. Hinzu käme eine konstant hohe Exportnachfrage.

„Alle Indikatoren sind besser als im Vorjahresquartal“, so der Hauptgeschäftsführer in der Analyse der Umfrageergebnisse. Laut Konjunkturumfrage unter insgesamt 3000 Handwerksbetrieben im Kammerbezirk (719 Antworten) hat sich die Umsatzentwicklung stark verbessert. Die Auftragsentwicklung zieht an. Die Auftragsreichweite liegt mit 6,7 Wochen leicht über dem Vorjahresniveau mit 6,5 Wochen. Die Betriebe erklärten, stärker als im Vorjahresquartal ausgelastet zu sein. Jeder 5. Betrieb ist sogar zu 90 Prozent ausgelastet. Gut zwei Drittel der Unternehmen sind aber weiterhin mit unveränderten Verkaufspreisen konfrontiert. Allerdings hat sich der Anteil der Betriebe, die höhere Preise durchsetzen können, erhöht.

Ein deutliches Indiz für die gute Situation im Handwerk ist die leicht steigende Investitionsneigung. Die Beschäftigungsentwicklung bleibt auf konstant hohem Vorjahresniveau. Die positive Stimmung herrscht in nahezu allen Handwerken. Aber dennoch sind weiterhin Branchenunterschiede festzustellen. So beurteilen personenbezogene Dienstleister ihre Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahresquartal schlechter. In jedem fünften Betriebe des Gesundheitsgewerbes musste Personal abgebaut werden. In beiden Branchen war die Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2011 eher schwach.

Erwartungen für das II. Quartal 2011 erfreulich

Die Erwartungshaltung der Betriebe bezüglich einer guten oder gleich bleibenden Geschäftslage im Vergleich zum Berichtsquartal ist nochmals optimistischer. Hier liegt der Index bei 90 Prozentpunkten. Die Auftragsreichweite in den kommenden Monaten liegt bei 6,7 Wochen und ist damit im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen.

Ob sich der Aufschwung verstetigen wird hängt vor allem an äußeren Einflüssen. Hier nannte Malcherek vor allem die Entwicklung der Einkaufspreise bei Agrarrohstoffen, Energiekosten und Kraftstoff. Auch die prekäre Situation der Kommunen und das Auslaufen der Konjunkturpakete kann zu Dämpfern gerade im Baubereich führen. Indirekte Folgen für das Handwerk könnten aus der Krise einiger EURO-Schuldnerländer erwachsen. Und nicht zuletzt wies Malcherek auch auf die Makrofaktoren für die Wirtschaft hin, wie beispielsweise die Entwicklungen in der arabischen Welt und in Japan.
Autor: nnz

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