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Der Befreiung gedenken

Donnerstag, 05. Mai 2011, 13:30 Uhr
Am 8. Mai, am kommenden Sonntag wird in Nordhausen an die Befreiung Deutschlands von der Nazi-Barbarei erinnert. Dazu die Anmerkung einer Nordhäuser Partei...


Der Kreisvorstand der Linken lädt die Mitglieder und Sympathisanten am Sonntag (8. Mai), um 11.30 Uhr zur Kranzniederlegung der Stadt Nordhausen an der Gedenkstele auf den Ehrenfriedhof am Stresemannring herzlich ein.

„Im Anschluss daran gedenken wir unterhalb des Ehrenhains am sowjetischen Ehrenmal den mehr als 100 jungen Soldaten und Zivilangestellten der Roten Armee, die 1945 an dieser Stätte ihre letzte Ruhe gefunden haben. Wir danken am 8.Mai den Befreiern und verbeugen uns tief vor den Opfern des Faschismus. Der Sieg über den Deutschen Faschismus und die Befreiung Europas vor 66 Jahren bleibt eine Leistung der Anti-Hitler-Koalition. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung konnte die menschliche Zivilisation vor einem Terrorregime gerettet werden, das vor keinem Verbrechen zurückschreckte“, so Kreisvorsitzender Rainer Bachmann.

Die Bedrohung führte Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung und Menschen unterschiedlichster Weltanschauung und politischer Orientierung zusammen. Die Hauptlast im Kampf gegen Nazi-Deutschland trug dabei die Sowjetunion. Die Völker Europas konnten am 8. Mai 1945 aufatmen. Für sie war ein Krieg zu Ende, dessen Ausmaße, Zerstörungen und Opfer alles bis dahin Gekannte übertraf. In das kollektive Bewusstsein ging dieser Tag deshalb nicht allein als das Ende des Krieges, sondern -wie der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 im Bundestag formulierte- vor allem als Tag der Befreiung ein.

An diesem Jahrestag sind wir gerade hier in unmittelbarer Nähe zur Gedenkstätte KZ Mittelbau- Dora verpflichtet, aus Verantwortung vor unserer Geschichte die Erinnerung an die Opfer in die nächsten Generationen weiterzutragen und wachzuhalten. "Nie wieder Faschismus und Krieg", lautete damals die Botschaft, die sich 1945 aus bitterer Erfahrung ergab. Weder in den Köpfen noch im öffentlichen Raum darf es Platz geben für Nazis! Das muss auch hier im Südharz tagtäglich deutlich gemacht werden, den Befreiern zum Gedenken und den Opfern zu Ehren!

An Kriegen beteiligt sich Deutschland heute schon wieder. Und angesichts der Entwicklung des Neofaschismus wird es höchste Zeit, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben und alle seine Gruppierungen konsequent zu verbieten. Die Grundlagen für ein Verbot befinden sich in den für Deutschland verbindlichen Gesetzen der Siegermächte des zweiten Weltkrieges.

Die Schändung des Pavillons auf dem Ehrenfriedhof und der Aufmarsch von mehr als 20 rechtsextremen Anhängern der NPD zur Gedenkveranstaltung der Bombardierung Nordhausens vor der Stele am Rathaus am 3. April sowie der geplante Naziaufmarsch am 4. Juni sind Beispiele rechtsextremen Handelns hier vor Ort und verlangen ein unverzügliches Handeln aller Demokraten.
Autor: nnz

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