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Fußballspiel und Spielkunst

Donnerstag, 05. Mai 2011, 19:15 Uhr
Auf dem Theatervorplatz fand heute Nachmittag ein Event der besonderen Art statt. Studenten der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar traten beim Torwandschießen gegen die Kicker von Wacker 90 Nordhausen an. Von der Veranstaltung berichtet Tobias Wendehost…

Geschossen (Foto: T. Wendehost) Geschossen (Foto: T. Wendehost)

Es gibt Kooperationen, die erscheinen auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. So auch die gemeinsamen Veranstaltungen des Theaters mit den Fußballern von Wacker 90 Nordhausen. Allerdings gibt es dann doch einige Parallelen zwischen Schauspiel und Fußball. Etwa das gelegentlich theatralische Auftreten mancher Kicker. Oder die Höchstleistung einiger Künstler bei ihren Auftritten.

Am Donnerstagnachmittag konnte das Publikum eine interessante Zusammenarbeit beider Disziplinen beobachten. Die derzeit in Nordhausen verweilenden Studenten der Hochschule für Musik Franz Liszt traten im Wettstreit gegen die Wackeraner an. Für den Nordhäuser Fußballclub kickten unter anderem Kapitän Sven Pistorius, Torsten Klaus, Torwart Lars Greschke und Trainer Jens Eisenschmidt. Von Seiten des Theaters Nordhausen versuchten sich Lars Tietje und Angela Kalms sowie die Studenten Tae Oun Chung, Gonzalo Simonetti und Nils Stäfe an der Torwand.

Geschossen (Foto: T. Wendehost) Geschossen (Foto: T. Wendehost)

Beide Seiten wollten die Werbetrommel für die Oper „Der Raub der Lukrezia“ rühren und ihre erfolgreiche Zusammenarbeit unter Beweis stellen. „Das Theater ist immer am Ball, wenn es darum geht, junge Künstler in ihrer Entwicklung zu fördern“, so die Verantwortlichen des Nordhäuser Ensembles. Die Früchte dieser Arbeit können dann in den jährlich stattfindenden Thüringer Schlossfestspielen in Sondershausen bestaunt werden. Junge Künstler bekommen hier eine Plattform, um ihre künstlerischen Fähigkeiten einem großen Publikum zu präsentieren.

In einer Inszenierung von Prof. Elmar Fulda entschieden sich Studenten und Theater in diesem Jahr für die Oper „Der Raub der Lukrezia“ von Benjamin Britten. Der englische Komponist strebte in seinen Werken eine allgemeinverständliche musikalische Sprache an, für die er erst spät die verdiente Anerkennung erhielt. Opernpremiere ist am 13. Mai im Theater Nordhausen.

„Der Raub der Lukrezia“ (Original: „The Rape of Lucretia“) behandelt in zwei Akten die dramatische Geschichte der Lukrezia. Diese wird Opfer des römischen Generals Tarquinius, der an ihrer gerühmten Treue zweifelt. Nachdem sein Werben um die Gemahlin des Etruskers Collatinus erfolglos bleibt, vergewaltigt er sie. Im Gefühl der Schande begeht Lukrezia schließlich Selbstmord.

Das heutige Stelldichein endete am Ende mit einem Sieg der Fußballer, wobei Torwart Lars Greschke mit drei Treffern den Sieg einfahren konnte. Schließlich bewiesen beide Seiten, welchen Stellenwert die Zusammenarbeit hat und konnten den Nachmittag mit dem beruhigenden Gefühl abschließen, dass Fußball und Kunst doch zusammengehören.
Tobias Wendehost
Autor: nnz

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