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Immer die gleichen

Montag, 09. Mai 2011, 19:01 Uhr
Zur heutigen Mahnwache waren wieder viele bekannte Gesichter zu sehen gewesen. Die Organisatoren sowie die Teilnehmer kennen sich...

Kreisel-Mahnwache (Foto: nnz) Kreisel-Mahnwache (Foto: nnz)

Wer wie die nnz die Aktionen begleitet hat, muss eingestehen, dass das Interesse des Otto-Normal-Bürgers immer geringer wird. Das müssen und das sollten auch die Initiatoren zur Kenntnis nehmen. Was nutzt es, sich jeden Montag am Neustadtkreisel aufzustellen, um unter sich zu sein, Lieder zu singen, Gedichte oder Reportagen vortragen - sprich zu mahnen.

Nichts gegen den Grundgedanken dieser Aktion, doch die Wirkung ist verpufft. Fukushima ist lange her, die Medien haben andere Schlagzeilen gefunden und servieren sie behände. Die Welt dreht sich eben weiter.

Der Druck der Basis wird schwächer, gut für die alles aussitzende Frau Merkel. Die wird sich kaum darum scheren, dass die SPD-Kreistagsfraktion den Verzicht des Einkaufs von Atomstrom vom hiesigen Energieversorger fordert.

Die Teilnehmer der Mahnwache verteilten Flyer, die zum Stromanbieterwechsel aufrufen. Das mag der eigene Beitrag zur Rettung der Welt schon sein. Doch sinkende Erlöse des Energieversorgers vor Ort, der mit einer geringen Atomstromquote (siehe nnz-Archiv) agiert, bedeutet auch, die Subventionierung der Nordhäuser Straßenbahn zum Beispiel zu gefährden. Das mag weit hergeholt sein, ist aber ein langfristiger Fakt.

Die Lösungen vieler Probleme dieser kleinen und dieser großen Welt sind komplexer als sie auf den ersten Blick scheinen. Loslassen sollten die Antiatomstrom-Aktivisten auch in Nordhausen nicht. Nur die Form der Mahnung sollte überdacht werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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