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Mitten drin sein

Freitag, 27. Mai 2011, 16:53 Uhr
Das Parkhotel in Sülzhayn hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nicht nur, was das Haus an sich und seine Historie betrifft, sondern auch das personelle Innenleben. nnz mit einem Abstecher in den wunderschönen Südharz...

Das Parkhotel in Sülzhayn (Foto: nnz) Das Parkhotel in Sülzhayn (Foto: nnz)

Kein Autolärm, kein Fluglärm - so wirbt das Vier-Sterne-Etablissement auf seiner Homepage. Und in der Tat, außerhalb des Ortes, mit einer separaten Zufahrt, findet der Neugierige das Hotel. Es macht seinem Namen alle Ehren, mitten in einem Park, der einen gepflegten Eindruck hinterlässt. Hier kann man ausruhen, entspannen, genießen. Die Ruhe ist aber auch Einsamkeit, aus Abgeschiedenheit wird leicht Vergesslichkeit.

Und genau das will das neunköpfige Team um Hoteldirektor Matthias Bergmann nicht. "Wir wollen diese herrliche Lage zwar für unser Marketing nutzen, wir wollen uns jedoch stärker als bisher in den Ort, in die gesamte Region einbringen", beschreibt der 35jährige die Idee. Schon am Sonntag zum Rhododendronfest soll es eine Premiere geben. Ein Zweispänner wurde gemietet und die Gäste des Festes mitten im Ort können eine kostenlose Kutschfahrt zum Hotel genießen. Dort gibt es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen und anschließend mit der Kutsche wieder hinein in das Festgeschehen.

Direktor und Berater (Foto: nnz) Direktor und Berater (Foto: nnz)
Berater Busch (link), Direktor Bergmann

"Das Haus muss wieder Hotel werden, muss sich einen Namen erarbeiten. Die Menschen, vor allem die Gäste von Unternehmen der Region, sollen nicht nach Bad Sachsa, sondern nach Sülzhayn zum Übernachten kommen", beschreibt Thomas Busch die Vision. Der 51jährige Hotelfachmann kennt sich seit 35 Jahren in der Branche aus. Er versteht sich in Sülzhayn als Berater, als Helfer. Bis zum Jahresende vielleicht, dann soll das Haus mit seinen 38 Zimmern und 71 Betten wieder auf betriebswirtschaftlich stabilen Füßen stehen. Um dieses Ziel zu erreichen, genügt es nicht, eine Vision und motivierte Mitarbeiter zu haben, es muss auch Geld in die Hand genommen werden.

Das haben die Eigentümer seit November vergangenen Jahres auch noch einmal getan. So konnten und können Sanierungen und Umrüstungen weiter in Angriff genommen werden. Beispiel: Der Zugang zum Internet. Firmen bestehen für ihre Mitarbeiter nicht auf W-LAN, sondern auf LAN, die Übertragung sensiber Daten durch das Kabel ist ein Muss. Deshalb kommt diese kommunikative Infrastruktur als nächstes ins Haus.

Zurück zum Personal. Dessen Qualität ist gerade in der durch Service bestimmten Hotelbranche enorm wichtig, vier Sterne sind nicht nur Gebäudesubstanz. Die vier Sterne müssen durch jeden Mitarbeiter jeden Tag erlebbar sein - für die Gäste, die in den nächsten Monaten wieder zahlreicher nach Sülzhayn kommen sollen. Dank einer überarbeiteten Marketingstrategie, für die Busch verantwortlich ist.

Doch zurück zum Ausgangspunkt, zum "Mitten drin sein". Immer sonntags will das Sülzhayner Parkhotel nun zum Familientag einladen. Ein komplettes Menü gibt es zum Familienpreis und die ersten Reservierungen sind bereits eingegangen. Es sind diese Kleinigkeiten, die den Machern in der Carl-von-Ossietzky-Strasse Mut machen. Es gab hier, auf diesem Fleckchen Erde, schon einige Sonntage mit leeren Tischen und Stühlen. Diese Zeit soll nun vorbei sein.

Aber - und das wissen Thomas Busch und Matthias Bergmann: Erfolge stellen sich nicht von heute auf morgen ein, sie zu erreichen wird ein schwerer Weg: Voller Steine und glatter Abschnitte, mit Höhen und Tiefen, mit Schlaglöchern, die umschifft oder repariert werden müssen. Am Ende aber wird und muss es ein Ziel geben: Die Freude auf die Gäste.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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