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nnz-Forum: Bildungspaket, Lügenpaket?

Montag, 13. Juni 2011, 18:17 Uhr
Das Bildungspaket und die Umschulung von Arbeitslosen - das hat es einem Leser der nnz angetan. Der schreibt dazu seine Meinung im Forum...


Nun haben wir es, das Bildungspaket, allerdings hält es wieder einmal nicht, was Frau von der Leyen so großmundig versprochen hat. Schüler deren Zensuren sich nach drei bis vier Stunden nicht zum Besseren wenden, bleiben auf den Kosten für den Nachhilfelehrer sitzen. So urteilte jedenfalls das Sozialgericht Frankfurt.
Frau von der Leyen, was haben Sie sich eigentlich gedacht, wie das mit der Nachhilfe so laufen soll? Meinen Sie, wenn ein Schüler drei mal zum Nachhilfeunterricht geht, müssen seine Zensuren einen Sprung nach oben machen, oder wie dachten Sie sich das?

Noch schlimmer geht man hier zu Lande mit den Umschülern um. Möchte jemand eine Umschulung machen, dann wird er erst einmal zu einem Gutachter geschickt, der natürlich vom Amt gestellt wird. Ich möchte hier dessen Qualifizierung nicht anzweifeln, aber ich glaube dennoch, das dieser voreingenommen ist.

Ich kenne selber Personen, denen die Umschulung mit der Begründung, sie seien zu langsam, verweigert wurde. Auf Nachfrage wurde dann gesagt, dass die Umschulung auf 22 Monate zugeschnitten ist. Das heißt die Umschüler müssen das, was normale Lehrlinge in drei Jahren zu lernen haben, in 22 Monaten bewältigen. Erkennen sie hier die Blockade, es sieht aus, als würde man diesen Personen extra Steine in den Weg legen,

Da müssen die künftigen Umschüler einen Test absolvieren, von dem ich behaupte, dass manch Angestellter des Jobcenters Probleme damit hätte, sollte er ihn spontan ablegen. Ja, ich glaube auch Sie, Frau von der Leyen, hätten damit so Ihre Probleme. Deshalb sage ich, die ganze Geschichte mit dem Bildungspaket ist nur Augenwischerei der Arbeitsministerin, etwas anderes erwarte ich von dieser Person auch nicht. Hier zeigt sich wieder einmal die ganze Perversität des Gesetzes oder Verordnung.

Noch etwas am Rande, was Frau von der Leyen interessieren sollte. Erst hat man den „Arbeitnehmern“ vorgehalten, dass sie zu oft krank sind und der Betrieb dadurch großen Schaden hat. Jetzt ist man der Meinung, wenn „Arbeitnehmer“ krank sind und trotzdem zur Arbeit kommen schaden sie dem Betrieb. Verstehe einer die Philosophie der Kapitalisten.

Wie immer am Ende ein Zitat. „Wer auf andere nicht mehr angewiesen zu sein glaubt, wird unerträglich.“ Luc de Clapiers.
Harald Buntfuß, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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