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Teurer und billiger – was denn nun?

Sonntag, 27. Juli 2003, 15:51 Uhr
Nordhausen (nnz). Tag für Tag stellen sich Verbraucher die entscheidende Frage: Was ist teuerer, was ist billiger geworden. Einmal im Monat wird genau diese Frage von Statistikern beantwortet. Was rauskommt, das ist der Index der Verbraucherpreise. nnz hat ihn für den Monat Juli.


Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik stieg der Verbraucherpreisindex von Mitte Juni bis Mitte Juli 2003 um 0,2 Prozent (auf einen Indexstand von 104,9 (Basis 2000 = 100)). Der Verbraucherpreisindex bundesweit wird nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im gleichen Zeitraum ebenfalls um 0,2 Prozent steigen. In Thüringen stiegen im Juli 2003 im Vergleich zum Vormonat die Preise in 5 der 12 Hauptgruppen.

Den höchsten Preisanstieg verzeichneten die Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen mit 2,0 Prozent; gefolgt von dem Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur mit 1,6 Prozent. Der Preisanstieg bei Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen um 2,0 Prozent resultierte einzig aus höheren Preisen bei Beherbergungsdienstleistungen um 11,2 Prozent. Hier stieg z.B. die Miete für Ferienwohnungen und Häuser um 29,5 Prozent.

Im Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur waren es insbesondere die Preiserhöhungen für Pauschalreisen (+ 8,1 Prozent) sowie für Zeitungen und Zeitschriften (+ 2,4 Prozent), die das um 1,6 Prozent höhere Preisniveau für diesen Bereich im Vergleich zum Vormonat bestimmten. In 3 der 12 Hauptgruppen blieb das Preisniveau im Vergleich zum Vormonat unverändert.

Preisrückgänge gab es insbesondere für „Bekleidung und Schuhe“ (- 1,3 Prozent) sowie für „Nahrungsmittel und alkoholfreie Gertränke“ (- 1,0 Prozent). Die rückläufige Entwicklung der Preise für Bekleidung (- 1,4 Prozent) wird überwiegend durch Preisnachlässe für Damenbekleidung bestimmt. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise für Damenjacken aus Mikrofaser (- 7,0 Prozent), Damenröcke (- 6,7 Prozent), Damenhosen (- 6,1 Prozent) und Damenhosenanzüge (- 4,9 Prozent). Schuhe waren im Juli 2003 um 0,7 Prozent billiger zu haben als im Juni 2003.

Im Bereich „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ verlief die Preisentwicklung unterschiedlich. Während die Preise für Nahrungsmittel um 1,2 Prozent nachgaben, stiegen sie für alkoholfreie Getränke um 0,8 Prozent. Obst wurde im Juli 2003 um 1,4 Prozent teurer und Gemüse (einschl. Kartoffeln) um 10,6 Prozent billiger.

Bis auf Bananen (- 13,8 Prozent) wurden alle anderen Obstsorten teurer angeboten: Kiwi (+ 21,7 Prozent), Zitronen (+ 8,0 Prozent) und Weintrauben (+ 5,4 Prozent). Bei Gemüse wurden z. T. beträchtliche Preissenkungen festgestellt. So wurden u.a. Salatgurken (- 27,9 Prozent), Kartoffeln (- 22,4 Prozent), Lauch (- 22,2 Prozent), Wirsingkohl (- 17,4 Prozent), Mohrrüben/gelbe Rüben (- 15,4 Prozent), Zwiebeln (- 10,7 Prozent) und Paprikaschoten (-10,4 Prozent) unter dem Preisniveau des Vormonats verkauft.

Einzig für Kopfsalat mussten die Käufer fast ein Viertel (23,2 Prozent) mehr bezahlen als noch im Juni 2003. Wie bereits im Vormonat, stieg im Juli 2003 der Preis für Bohnenkaffee mittlerer Qualität nochmals um 4,7 Prozent.

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik weiter mitteilt, ist die Jahresteuerungsrate der Verbraucherpreise im Juli 2003 gegenüber Juli 2002 um 1,0 Prozent gestiegen. Im Juni lag die Jahresteuerungsrate noch bei 1,2 Prozent. Die Jahresteuerungsrate für Deutschland wird sich im Juli 2003 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes voraussichtlich um 0,9 Prozent erhöhen (Juni 2003: + 1,0 Prozent).

In Thüringen wurde in 7 der 12 Hauptgruppen einen Anstieg der Jahresteuerungsrate ermittelt. Überdurchschnittliche Jahresteuerungsraten waren u.a. für Tabakwaren (+ 8,5 Prozent), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+ 8,0 Prozent), kombinierte Personenbeförderungsleistungen (+ 7,7 Prozent), Strom (+ 5,7 Prozent), Gas (+ 4,9 Prozent) sowie Zucker, Marmelade, Konfitüre, Honig, Sirup und Süßwaren (+ 4,9 Prozent) zu verzeichnen.

Bei einer Hauptgruppe - Einrichtungsgegenstände, Apparate, Geräte und Ausrüstungen für den Haushalt sowie deren Instandhaltung - blieb das Preisniveau gegenüber Juli 2002 unverändert. In folgenden Hauptgruppen lag das Preisniveau im Juli 2003 unter dem vom Juli 2002: Bekleidung und Schuhe (- 1,2 Prozent) sowie Freizeit, Unterhaltung und Kultur (- 1,0 Prozent).
Autor: nnz

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