Menschenbilder (4)
Samstag, 02. Juli 2011, 19:10 Uhr
Aus dem im Spätherbst des Jahres 2011 erscheinenden Buch "Menschenbilder aus der Harz- und Kyffhäuserregion" von Bodo Schwarzberg veröffentlicht die nnz in loser Folge eine Auswahl an Texten über Mitbürger, die er seit April 2010 zu ihrem Leben, ihrer Tätigkeit und deren gesellschaftlichen und persönlichen Hintergründen gesprochen hat.
Peter Eicke Orthopädietechnik e.K.
99734 Nordhausen
Wenn Rudolf Eicke seinen Patienten zu DDR-Zeiten einen Rollstuhl empfehlen musste, benötigte er keinen Katalog. Denn eine Auswahl unter verschiedenen Herstellern gab es nicht: Der so genannte Krause-Rollstuhl war der einzige, mit denen bedürftige Menschen zwischen Saßnitz und Sonneberg damals unterwegs waren. Auch dessen technische Varianten sind schnell erklärt: Es gab lediglich drei Sitzbreiten, je nach den körperlichen Voraussetzungen der Patienten, sagt Peter Eicke, der den angestammten Nordhäuser Familienbetrieb in dritter Generation führt: Und: Im Vergleich zu den heute gängigen Modellen war es ausgesprochen schwer, aber dafür absolut robust. Jeder Hausmeister konnte ihn reparieren, schmunzelt der am 28.02.1958 in Berlin geborene Handwerksmeister.
Wenngleich die Orthopädietechnik heute auf ein schier unüberschaubares Material- und Produktsortiment zurückgreifen kann und obwohl auch in dieses alte Gewerk längst der PC Einzug gehalten hat: Ohne traditionelle Handwerkstechnik wäre auch die moderne Orthopädiemechanik nicht denkbar: Nach wie vor zum Beispiel stehen in der Werkstatt des Unternehmers Sattlernähmaschinen und Trichterfräsmaschinen, an denen bereits sein Vater, der bekannte Nordhäuser Handwerksmeister Rudolf Eicke, gearbeitet hat.
Die Wurzeln der Firma indes sind untrennbar mit dem Ersten Weltkrieg verbunden, als der Großvater des heutigen Inhabers Hermann Eicke einen Steckschuss ins Knie erhielt und in einem Geraer Lazarett behandelt wurde. Dort sah der gelernte Stellmacher, der durch die Kriegsverletzung berufsunfähig wurde, viele schwerstverletzte, schwerbehinderte Soldaten und er beschloss, einen neuen beruflichen Weg zu gehen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Krankenschwester Martha Eicke, sie hatten sich in Gera kennengelernt, eröffnete er in Nordhausen nach einer entsprechenden Ausbildung in der Engelsburg den Orthopädietechnikbetrieb Hermann Eicke.
In demselben Jahr erwarb der gebürtige Klettenberger seinen Abschluss als Meister der Orthopädiemechanik. Auf Grund der Folgen des Weltkrieges hatte er alle Hände voll zu tun: Zu ihm kamen aber auch viele Menschen, die infolge der damals noch verbreiteten Kinderlähmung körperliche Einbußen erlitten hatten. Außerdem betrieb er einen Handel mit Medizintechnik, z.B. chirurgischen Instrumenten. Die Materialien, mit denen der Unternehmer arbeitete hießen Holz, Eisen und Leder, die vom Rohmaterial bis zur fertigen Prothese oder Orthese von Hand bearbeitet und veredelt wurden.
Rudolf Eicke, geboren am 03.12.1921 in Nordhausen, lernte im Betrieb seines Vaters und war Teilnehmer der traumatischen Schlacht um Stalingrad. Auf Grund seines Berufes hatte er jedoch das Glück, vorzeitig ins zivile Leben entlassen zu werden. Seine Schwester Hildegart war im Verkauf des Familienbetriebes tätig. Bedingt durch einen Bombenvolltreffer mussten die Eickes ihre Werkstatt 1945 verlegen, zunächst in das Haus einer befreundeten Familie in die Freiherr-vom-Stein-Straße, und schließlich in einen Neubau in die Ernst-Thälmann-Straße. 1963 übernahm Rudolf Eicke, mittlerweile selbst Handwerksmeister, das Geschäft von seinem Vater. Zwischen 1972 und 1986 bestand eine Filiale in der Poststraße.
Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich bezüglich der verwendeten Materialien zunächst nur wenig. Erst in den 70-er Jahren gab es Fortschritte: In die Prothesentechnik hielten Kunstharze und Gießharze Einzug, das Holz und damit auch das klassische Holzbein wurden zunehmend verdrängt. Dennoch musste Rudolf Eicke handwerklich ausgesprochen vielseitig sein: Die Beherrschung von Techniken der Metallverarbeitung, der Tischlerei, sowie der Stoff- und Lederverarbeitung waren für ihn selbstverständlich. Oftmals musste er materialseitig fünf Jahre vorausplanen: Denn es war nie klar, ob er ein bestimmtes Utensil, dass in dem einem Jahr erhältlich war, auch im folgenden bekommen würde. Also hieß es, Vorräte anzulegen oder eben selbst die fehlenden Teile, Gelenkteile oder Metallschienen zum Beispiel, anzufertigen.
Peter Eicke wuchs gewissermaßen im Betrieb seines Vaters, bzw. seines Großvaters auf. Weil ich meinem Großvater immer zwischen den Beinen herumkrabbelte, kaufte er mir irgendwann einen kleinen Schraubstock, gab mir einen Hammer und ein Stück Eisen in die Hand, und ich legte los, denkt er zurück. Nach der zehnten Klasse erlernte er bei dem Obermeister der damaligen Erfurter Innung, Rolf Meyer, von 1974 bis 1977 den Beruf eines Orthopädiemechanikers. 1976 musste sein Vater dem Druck der staatlichen Behörden nachgeben und gemeinsam mit einem anderen Handwerksmeister die PGH Orthopädietechnik gründen, in der im Durchschnitt zehn Mitarbeiter beschäftigt waren.
Noch zuvor war die Firma Eicke verpflichtet worden, die Betreuung des Rehazentrums für infolge von Unfällen oder von Krankheit schwerbehinderten Menschen in Sülzhayn zu übernehmen. Als der Staat sah, dass wir dort gute Geschäfte machten, drohte er mit dem Entzug des Auftrags, sofern wir nicht in die PGH eintreten, denkt Peter Eicke zurück, der nach seiner Lehre wieder in den elterlichen Betrieb zurückgekehrt war. In der gesamten DDR gab es nur zwei derartige Zentren wie in Sülzhayn. Vor diesem Hintergrund war der Betreuungsauftrag für Rudolf und Peter Eicke eine lukrative Angelegenheit, ja sie bestimmte die Arbeit des Familienbetriebes und der späteren PGH.
Peter Eicke, der selbst über einen Dauerpassierschein für Sülzhayn verfügte, lernte in dem Rheazentrum einen Querschnittgelähmten aus Rostock kennen, den er über lange Zeit betreute, und mit dem ihn bis heute eine enge Freundschaft verbindet. Die Stimmung in der Einrichtung war schlimm. Fast alle Patienten, darunter viele junge Leute, waren auf Grund ihres Schicksals zutiefst verzweifelt, denkt er zurück. Im Jahre 1984 erwarb der Nordhäuser Handwerker seinen Meisterabschluss und nur ein Jahr später verstarb sein Vater. Die Zusammenarbeit mit dem Rehazentrum endete mit dessen Schließung Anfang der 90-er Jahre.
Die Wende hat Peter Eicke wegen der vielen mit ihr verbundenen Unsicherheiten mit einer gewissen Skepsis betrachtet. Andererseits begrüßte er natürlich die ungleich besseren Voraussetzungen für seine Tätigkeit und für sein Unternehmen. Dennoch sagt er: Unsere DDR-Patienten liefen mit den damaligen Prothesen oder Orthesen nicht schlechter, als mit den heutigen. Die Versorgung war auch vor der Wende ausreichend und funktionell. Andererseits schwört er auf die heutzutage viel leichteren Materialien und den damit verbundenen höheren Trage-Komfort.
Er sah sich zunächst bei niedersächsischen Kollegen um, und stellte fest, dass diese meist nur in den Osten kamen, um den Markt abzuchecken. Die Konkurrenz, die ihm bisher fremd gewesen war, wurde zu einem Teil seines Geschäftslebens. Heute stützt sich sein Betrieb nach wie vor auf die Neuanfertigung, den Vertrieb und die Wartung der orthopädietechnischen Produkte. Alles, was unsere Patienten brauchen, müssen wir haben, sagt er. Kurz nach der Wende wurde die PGH in eine GmbH überführt. Im Jahre 2000 trat Peter Eicke aus der GmbH aus und firmiert seitdem unter Peter Eicke Orthopädietechnik e.K.
Zum Unternehmen gehören zwei Filialen in Sondershausen und in Heiligenstadt. Seine Patienten wohnen in einem Umkreis von ca. 100 Kilometern in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Als problematisch sieht der Meister die vielen Krankenkassen in Deutschland an, da jede andere Bedingungen stellt, was wiederum einen riesigen bürokratischen Aufwand erzeugt. Zudem versuchten sie ständig, die Preise zu drücken und entfernten immer mehr Leistungen aus ihrem Katalog.
Unterstützt wird Peter Eicke bei der Arbeit von seiner Ehefrau, der 1956 in Sondershausen geborenen Bauingenieurin Sigrid Eicke, die jahrelang ein eigenes Ingenieurbüro führte. Von ihren zwei Töchtern (23 und 30 Jahre alt) hat eine ebenfalls den Beruf einer Orthopädietechnikerin erlernt. Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen in dem Familienbetrieb in Lohn und Brot.
Seit ihrer Neugründung 1990 ist Peter Eicke Mitglied im Vorstand der Landesinnung Thüringen für Orthopädietechnik. Diese beschloss im Jahre 2010 mit der Landesinnung Sachsen für Orthopädietechnik zur Landesinnung Sachsen-Thüringen für Orthopädie- und Rheatechnik zu fusionieren. Er hebt ihren engagierten Einsatz für die ca. 100 Mitglieder und deren Interessen hervor. Seit zehn Jahren ist Peter Eicke Mitglied des Innungsvorstandes. Vier Jahre lang fungierte er als stellvertretender Thüringer Innungsmeister.
Die Freizeit des Nordhäusers wird vor allem vom aktiven Sport und von seiner Familie bestimmt. Für die Zukunft wünscht er sich vor allem, dass er mit seinen Fähigkeiten noch vielen Menschen hilfreich zur Seite stehen kann.
Das Buch wird von Helmut Peter von der Autohaus Peter GmbH und vom Maler und Grafiker Klaus-Dieter Kerwitz (mit Grafiken) großzügig unterstützt.
Autor: nnzPeter Eicke
Meister der OrthopädietechnikPeter Eicke Orthopädietechnik e.K.
99734 Nordhausen
Wenn Rudolf Eicke seinen Patienten zu DDR-Zeiten einen Rollstuhl empfehlen musste, benötigte er keinen Katalog. Denn eine Auswahl unter verschiedenen Herstellern gab es nicht: Der so genannte Krause-Rollstuhl war der einzige, mit denen bedürftige Menschen zwischen Saßnitz und Sonneberg damals unterwegs waren. Auch dessen technische Varianten sind schnell erklärt: Es gab lediglich drei Sitzbreiten, je nach den körperlichen Voraussetzungen der Patienten, sagt Peter Eicke, der den angestammten Nordhäuser Familienbetrieb in dritter Generation führt: Und: Im Vergleich zu den heute gängigen Modellen war es ausgesprochen schwer, aber dafür absolut robust. Jeder Hausmeister konnte ihn reparieren, schmunzelt der am 28.02.1958 in Berlin geborene Handwerksmeister.
Wenngleich die Orthopädietechnik heute auf ein schier unüberschaubares Material- und Produktsortiment zurückgreifen kann und obwohl auch in dieses alte Gewerk längst der PC Einzug gehalten hat: Ohne traditionelle Handwerkstechnik wäre auch die moderne Orthopädiemechanik nicht denkbar: Nach wie vor zum Beispiel stehen in der Werkstatt des Unternehmers Sattlernähmaschinen und Trichterfräsmaschinen, an denen bereits sein Vater, der bekannte Nordhäuser Handwerksmeister Rudolf Eicke, gearbeitet hat.
Die Wurzeln der Firma indes sind untrennbar mit dem Ersten Weltkrieg verbunden, als der Großvater des heutigen Inhabers Hermann Eicke einen Steckschuss ins Knie erhielt und in einem Geraer Lazarett behandelt wurde. Dort sah der gelernte Stellmacher, der durch die Kriegsverletzung berufsunfähig wurde, viele schwerstverletzte, schwerbehinderte Soldaten und er beschloss, einen neuen beruflichen Weg zu gehen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Krankenschwester Martha Eicke, sie hatten sich in Gera kennengelernt, eröffnete er in Nordhausen nach einer entsprechenden Ausbildung in der Engelsburg den Orthopädietechnikbetrieb Hermann Eicke.
In demselben Jahr erwarb der gebürtige Klettenberger seinen Abschluss als Meister der Orthopädiemechanik. Auf Grund der Folgen des Weltkrieges hatte er alle Hände voll zu tun: Zu ihm kamen aber auch viele Menschen, die infolge der damals noch verbreiteten Kinderlähmung körperliche Einbußen erlitten hatten. Außerdem betrieb er einen Handel mit Medizintechnik, z.B. chirurgischen Instrumenten. Die Materialien, mit denen der Unternehmer arbeitete hießen Holz, Eisen und Leder, die vom Rohmaterial bis zur fertigen Prothese oder Orthese von Hand bearbeitet und veredelt wurden.
Rudolf Eicke, geboren am 03.12.1921 in Nordhausen, lernte im Betrieb seines Vaters und war Teilnehmer der traumatischen Schlacht um Stalingrad. Auf Grund seines Berufes hatte er jedoch das Glück, vorzeitig ins zivile Leben entlassen zu werden. Seine Schwester Hildegart war im Verkauf des Familienbetriebes tätig. Bedingt durch einen Bombenvolltreffer mussten die Eickes ihre Werkstatt 1945 verlegen, zunächst in das Haus einer befreundeten Familie in die Freiherr-vom-Stein-Straße, und schließlich in einen Neubau in die Ernst-Thälmann-Straße. 1963 übernahm Rudolf Eicke, mittlerweile selbst Handwerksmeister, das Geschäft von seinem Vater. Zwischen 1972 und 1986 bestand eine Filiale in der Poststraße.
Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich bezüglich der verwendeten Materialien zunächst nur wenig. Erst in den 70-er Jahren gab es Fortschritte: In die Prothesentechnik hielten Kunstharze und Gießharze Einzug, das Holz und damit auch das klassische Holzbein wurden zunehmend verdrängt. Dennoch musste Rudolf Eicke handwerklich ausgesprochen vielseitig sein: Die Beherrschung von Techniken der Metallverarbeitung, der Tischlerei, sowie der Stoff- und Lederverarbeitung waren für ihn selbstverständlich. Oftmals musste er materialseitig fünf Jahre vorausplanen: Denn es war nie klar, ob er ein bestimmtes Utensil, dass in dem einem Jahr erhältlich war, auch im folgenden bekommen würde. Also hieß es, Vorräte anzulegen oder eben selbst die fehlenden Teile, Gelenkteile oder Metallschienen zum Beispiel, anzufertigen.
Peter Eicke wuchs gewissermaßen im Betrieb seines Vaters, bzw. seines Großvaters auf. Weil ich meinem Großvater immer zwischen den Beinen herumkrabbelte, kaufte er mir irgendwann einen kleinen Schraubstock, gab mir einen Hammer und ein Stück Eisen in die Hand, und ich legte los, denkt er zurück. Nach der zehnten Klasse erlernte er bei dem Obermeister der damaligen Erfurter Innung, Rolf Meyer, von 1974 bis 1977 den Beruf eines Orthopädiemechanikers. 1976 musste sein Vater dem Druck der staatlichen Behörden nachgeben und gemeinsam mit einem anderen Handwerksmeister die PGH Orthopädietechnik gründen, in der im Durchschnitt zehn Mitarbeiter beschäftigt waren.
Noch zuvor war die Firma Eicke verpflichtet worden, die Betreuung des Rehazentrums für infolge von Unfällen oder von Krankheit schwerbehinderten Menschen in Sülzhayn zu übernehmen. Als der Staat sah, dass wir dort gute Geschäfte machten, drohte er mit dem Entzug des Auftrags, sofern wir nicht in die PGH eintreten, denkt Peter Eicke zurück, der nach seiner Lehre wieder in den elterlichen Betrieb zurückgekehrt war. In der gesamten DDR gab es nur zwei derartige Zentren wie in Sülzhayn. Vor diesem Hintergrund war der Betreuungsauftrag für Rudolf und Peter Eicke eine lukrative Angelegenheit, ja sie bestimmte die Arbeit des Familienbetriebes und der späteren PGH.
Peter Eicke, der selbst über einen Dauerpassierschein für Sülzhayn verfügte, lernte in dem Rheazentrum einen Querschnittgelähmten aus Rostock kennen, den er über lange Zeit betreute, und mit dem ihn bis heute eine enge Freundschaft verbindet. Die Stimmung in der Einrichtung war schlimm. Fast alle Patienten, darunter viele junge Leute, waren auf Grund ihres Schicksals zutiefst verzweifelt, denkt er zurück. Im Jahre 1984 erwarb der Nordhäuser Handwerker seinen Meisterabschluss und nur ein Jahr später verstarb sein Vater. Die Zusammenarbeit mit dem Rehazentrum endete mit dessen Schließung Anfang der 90-er Jahre.
Die Wende hat Peter Eicke wegen der vielen mit ihr verbundenen Unsicherheiten mit einer gewissen Skepsis betrachtet. Andererseits begrüßte er natürlich die ungleich besseren Voraussetzungen für seine Tätigkeit und für sein Unternehmen. Dennoch sagt er: Unsere DDR-Patienten liefen mit den damaligen Prothesen oder Orthesen nicht schlechter, als mit den heutigen. Die Versorgung war auch vor der Wende ausreichend und funktionell. Andererseits schwört er auf die heutzutage viel leichteren Materialien und den damit verbundenen höheren Trage-Komfort.
Er sah sich zunächst bei niedersächsischen Kollegen um, und stellte fest, dass diese meist nur in den Osten kamen, um den Markt abzuchecken. Die Konkurrenz, die ihm bisher fremd gewesen war, wurde zu einem Teil seines Geschäftslebens. Heute stützt sich sein Betrieb nach wie vor auf die Neuanfertigung, den Vertrieb und die Wartung der orthopädietechnischen Produkte. Alles, was unsere Patienten brauchen, müssen wir haben, sagt er. Kurz nach der Wende wurde die PGH in eine GmbH überführt. Im Jahre 2000 trat Peter Eicke aus der GmbH aus und firmiert seitdem unter Peter Eicke Orthopädietechnik e.K.
Zum Unternehmen gehören zwei Filialen in Sondershausen und in Heiligenstadt. Seine Patienten wohnen in einem Umkreis von ca. 100 Kilometern in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Als problematisch sieht der Meister die vielen Krankenkassen in Deutschland an, da jede andere Bedingungen stellt, was wiederum einen riesigen bürokratischen Aufwand erzeugt. Zudem versuchten sie ständig, die Preise zu drücken und entfernten immer mehr Leistungen aus ihrem Katalog.
Unterstützt wird Peter Eicke bei der Arbeit von seiner Ehefrau, der 1956 in Sondershausen geborenen Bauingenieurin Sigrid Eicke, die jahrelang ein eigenes Ingenieurbüro führte. Von ihren zwei Töchtern (23 und 30 Jahre alt) hat eine ebenfalls den Beruf einer Orthopädietechnikerin erlernt. Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen in dem Familienbetrieb in Lohn und Brot.
Seit ihrer Neugründung 1990 ist Peter Eicke Mitglied im Vorstand der Landesinnung Thüringen für Orthopädietechnik. Diese beschloss im Jahre 2010 mit der Landesinnung Sachsen für Orthopädietechnik zur Landesinnung Sachsen-Thüringen für Orthopädie- und Rheatechnik zu fusionieren. Er hebt ihren engagierten Einsatz für die ca. 100 Mitglieder und deren Interessen hervor. Seit zehn Jahren ist Peter Eicke Mitglied des Innungsvorstandes. Vier Jahre lang fungierte er als stellvertretender Thüringer Innungsmeister.
Die Freizeit des Nordhäusers wird vor allem vom aktiven Sport und von seiner Familie bestimmt. Für die Zukunft wünscht er sich vor allem, dass er mit seinen Fähigkeiten noch vielen Menschen hilfreich zur Seite stehen kann.
Das Buch wird von Helmut Peter von der Autohaus Peter GmbH und vom Maler und Grafiker Klaus-Dieter Kerwitz (mit Grafiken) großzügig unterstützt.
