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Wacker 90 vor dem Saisonstart

Freitag, 01. August 2003, 11:54 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Vorbereitungen für die Fußball-Saison 2003/04 laufen auf Hochtouren. Während die Kicker die letzten Trainingseinheiten vor dem Pokalspiel gegen Ex-Oberligist Wacker Gotha absolvierten, sprach nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg mit Neutrainer Uwe Etzrodt über Motivation, Schwerpunktaufgaben und Zielstellung für die kommende Meisterschaft.


nnz: Herr Etzrodt, obwohl Sie mit Holzthaleben den Aufstieg in die Thüringenliga geschafft haben und dort für Sie nun reizvollere Aufgaben anstehen würden, sind Sie zu Wacker 90 Nordhausen gewechselt. Weshalb?

Etzrodt: Ich habe bei Wacker bzw. Motor West lange Jahre Fußball gespielt und hatte hier eine sehr schöne Zeit. Dann verschlug es mich nach Holzthaleben, wo ich noch einige Zeit aktiv war. Wir sind aus der Bezirksliga in die Landesklasse aufgestiegen. Nach Beendigung meiner aktiven Laufbahn habe ich die Mannschaft trainiert, die kontinuierliche Entwicklung erfolgreich weiterführen können und meine Elf in die höchste Liga Thüringens gebracht. Dem Beweggrund, zu Wacker zurückzukommen, ging das intensive Bemühen von Jörg Weißhaupt voraus. Ich habe auch nicht lange überlegt, denn fühle ich mich mit Wacker 90 noch genau so sehr verbunden wie früher. Es erwartet mich hier eine reizvolle Aufgabe. Ich möchte dazu beitragen, dass der Traditionsverein in Zukunft wieder eine bessere Rolle in Thüringen spielt. Das ist für mich einer große Herausforderung und Motivation zugleich.

nnz: Wo sehen Sie Schwerpunkte in Ihrer Arbeit als Trainer?

Etzrodt: Einen Schwerpunkt sehe ich in der Herausbildung von Spielerpersönlichkeiten. Wir müssen beispielsweise etwas für unser Spiel über die Flügel tun, da besteht sehr großer Nachholbedarf. Wir werden weiterhin sehr stark im konditionellen Bereich arbeiten. Die Jungs müssen antrittsschnell sein und das Spiel ohne Ball beherrschen. Des Weiteren sehe ich einen Schwerpunkt in der besseren Ausnutzung von Standardsituationen, wie Ecken und Freistöße. Da gibt es noch große Reserven. Wir werden jeweils einmal in der Woche spezielles Training für die Torleute und für einzelne Mannschaftsteile durchführen. Das setzt natürlich voraus, dass alle Spieler die Woche über sportgemäß leben und ehrgeizig trainieren, damit sie diesen Fitnesszustand erreichen und ordentlich Fußball spielen können.

nnz: Aber zu einer Mannschaft gehört auch Teamgeist dazu, oder?

Etzrodt: Natürlich ist Teamgeist das A und O einer Mannschaft und die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg. Ich lege deshalb sehr großen Wert auf Kameradschaft und ein ausgeprägtes WIR-Gefühl innerhalb der Truppe, sowohl während des Spiels als auch außerhalb. Wir müssen eine verschworene Gemeinschaft werden, wo einer für den anderen einsteht. Nur so können wir unsere anspruchsvollen Ziele verwirklichen. Es muss für jeden Spieler eine Ehre sein, für Wacker spielen zu dürfen. Überheblichkeit und Selbstüberschätzung werde ich nicht dulden!

nnz: Sind Sie mit dem Stand der Vorbereitungen auf die Saison 2003/04 zufrieden?

Etzrodt: Durch die beiden Relegationsspiele gegen Buttstädt sind uns zwei Wochen verloren gegangen, so dass uns nur drei Wochen für die Vorbereitung blieben. Das war zwar sehr wenig Zeit, aber wir haben das Training von der Intensität und Dosierung her ordentlich durchgezogen. Ich bin zufrieden mit dem physischen Zustand der meisten Spieler. Die Mannschaft hat hervorragend mitgezogen. Ich denke, dass wir gut vorbereitet in die neue Meisterschaft gehen.

nnz: Welche personellen Änderungen gibt es gegenüber der vorigen Saison?

Etzrodt: Rafal Piotrowski hat uns verlassen. Er wird wieder in seiner Heimat Polen kicken. Als Neuzugänge sind Torhüter Wojciech Tomasiewicz, Daniel Verkouter zur Verstärkung des Mittelfeldes und Jens Aschenschwandtner, ein sehr wertvoller und erfahrener Spieler von Eintracht Sondershausen, zu verzeichnen.

nnz: Welche Zielstellung gilt für die Saison 2003/04?

Etzrodt: Wir wollen einen Platz zwischen 1 bis 3 erreichen. Ich persönlich habe mir auf die Fahne geschrieben, die Mannschaft in die Thüringenliga zu bringen. Ob wir das in dieser Saison schon schaffen, werden die ersten Punktspiele zeigen.

nnz: Sind Sie der Meinung, dass das Leistungspotential ausreicht?

Etzrodt: Ja, allerdings muss jeder Mann auf seiner Position seine Leistungsvermögen ausschöpfen und in besonderen Situationen mehr als nur seine Bestes geben.

nnz: Morgen um 14.30 Uhr empfängt Ihre Mannschaft den Oberliga-Absteiger Wacker Gotha zum Pokalspiel. Was geben Sie Ihren Jungs mit auf dem Weg?

Etzrodt:Das Los hat uns eine sehr reizvolle Begegnung beschert. Die Elf von Wacker Gotha hat sich zwar nach dem Abstieg personell verändert, wird aber als Favorit für den sofortigen Wiederaufstieg gehandelt. Die Begegnung ist für uns eine Art Standortbestimmung, wo wir leistungsmäßig und konditionell stehen. Meine Mannschaft soll zeigen, wozu sie derzeit in der Lage ist. Ich verlange optimalsten Einsatz von jedem Spieler. Dann haben wir eine Chance, die 2. Hauptrunde zu erreichen.

Noch ein Wort in Vereinssache: Die Zuschauer sollten von der Möglichkeit gebrauch machen, an den Tageskassen für 40 Euro eine Dauerkarte zu erwerben. Damit sparen sie gegenüber den Einzelkarten nicht nur Geld, sondern unterstützen auch Wacker 90 Nordhausen.
nnz: Vielen Dank für das Gespräch.
Autor: rh

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