nnz-Rückspiegel: 4. August 2002
Montag, 04. August 2003, 06:39 Uhr
Nordhausen (nnz). Wenn Sie wissen wollen was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war, dann ist das kein Problem. Die nnz hat für Sie in ihrem Archiv gestöbert. Heute:
Todesschuß im Forum und Schilderwald,
nnz-Forum: Situation verkannt?
Auch heute veröffentlicht die nnz wieder weitere Zuschriften zum tödlichen Drama vor einer Woche in Nordhausen. Viele Artikel musste ich lesen und bin erschüttert über die Darstellung einiger Bürger und der Polizeiinspektion Nordhausen über die Ereignisse vom letzten Sonntag. Wenn sich jemand profilieren wollte, dann war dies der Polizist, der sich der Situation nicht anpassen konnte und den vermeintlichen Helden spielen wollte. Ihr lieben Bürger dieser Stadt solltet Euch im Klaren sein, es hätte Euer Sohn sein können, dem dieses schmerzhafte Schicksal widerfahren ist.
Ein Mensch hat sein Leben verloren aufgrund der Tatsache, daß ein Zigarettenautomat nicht funktionierte. Ich möchte das Wort Automatenknacker nie wieder in einer Pressemitteilung lesen müssen, da es durch den Automatenaufsteller und durch den ansässigen Geschäftsführer des Metropolitan bestätigt wurde, dass der Zigarettenautomat zur Tatzeit nicht funktionstüchtig war.
Desweiteren ist es kurios, dass die Polizistin die Zeugenaussage bestätigen konnte, wobei sie doch mit der Festnahme des vermeintlichen Komplizen beschäftigt war. Wenn sie wirklich Zeuge war, warum hat sie ihren Kollegen nicht unterstütz oder Verstärkung gerufen? Zweifelhaft ist auch, dass die beiden Beamten nicht vernehmungsfähig waren, obwohl Marco M. unmittelbar nach seiner Festnahme ca. sechs Stunden von der Polizei festgehalten und verhört wurde.
Traurig finde ich, dass der Tod eines Familienvaters gebilligt wird, weil er in seiner Vergangenheit strafffällig wurde. René hat seine Taten bereut und bereits verbüßt und war auf dem besten Wege, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern und ein Leben wie jeder andere Bürger unserer Stadt zu führen. Und jeder der ihn kannte, hat ihn in seinem Vorhaben unterstützt. Der kleine Jason wird es nie verstehen, dass er seinen Vater auf Grund falscher Tatsachen verloren hat.
Ein Kind muss ohne seinen Vater aufwachsen, weil ein Polizist die Situation verkannte und sich nicht unter Kontrolle hatte. Dieser Polizist sollte sich vor Augen führen, wie es ist, einen Menschen den man liebt zu verlieren. Diesen Fehlverhalten ist nicht zu tolerieren, nein, er hat sich als Polizeibeamter als unfähig erwiesen und das Vertrauen der Bürger missbraucht. Ich bin der Auffassung, das dieser Beamte seinen Dienst an der Waffe lieber niederlegen sollte und für seinen Fehler büßen muss, wie jeder andere auch.
Das Vertrauen um die Sicherheit der Bürger kann wieder hergestellt werden, indem man einen Fehler zugibt und den Verantwortlichen für seine Tat bestraft. Als letztes finde ich die Polizeipräsenz bei der Beerdigung unseres Freundes äußert beschämend und unangemessen. Wir sind in tiefer Trauer und können auf uns alleine aufpassen. Des weiteren lassen wir uns von der Polizei nicht provozieren um ihre Tat zu rechtfertigen.
M. Becker, Nordhausen
nnz-Forum: Beileid und Entsetzen
Die nnz erreichte eine Mail aus Frankfurt, die wir im Forum veröffentlichen. Auch dabei geht es um den tödlichen Schuß und seine Folgen.
Auch ich habe im Frankfurter Raum die ganzen Artikel in der nnz verfolgt, die mit dem tödlichen Schuß zu tun haben. Erst einmal möchte ich mein Beileid den Angehörigen und Freunden von Rene B. aussprechen. Ich kenne Rene nicht persönlich, aber als ehemaliger Nachbar habe ich Ihn gekannt. Auch wenn er nicht in allen Dingen perfekt war, hat er den Tod auf keinen Fall verdient. Paragraph 1 des Menschenrechtgesetzes sagt folgendes aus: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu schützen und zu Ehren ist die PFLICHT jeder staatlichen Gewalt!"
Aber in diesem Fall bringt es nur Entsetzen über mich. Vor ein par Jahren der Mann, welcher für Dieter Zurwehme gehalten wurde und jetzt Rene B. und als nächstes?? Wer weiß, vielleicht ein armer Obdachloser, der sich was zu Essen beschaffen möchte. Ich erlebe in Frankfurt (wohl bemerkt: Frankfurt ist eine Hochburg des Verbrechens) viele Dinge aber das habe ich in den letzten vier Jahren die ich hier lebe noch nicht gesehen.
Christian Keller, Frankfurt
nnz-Forum: Entschuldigung
In diesem Forum-Beitrag äußert sich nnz-Nutzer Manuel Thume zu einem Leserbrief von Herrn Graniewski.
Natürlich weiß ich den Wert eines Menschenleben zu schätzen, bzw. das Leben eines jeden Geschöpfes. Das gebietet mir schon meine christliche Grundeinstellung. Ich hatte nicht die Absicht mit meiner Meinungsveröffentlichung die Gefühle der Hinterbliebenen zu verletzen, ebenso wenig wollte ich Freunde von René B. als Sympathisanten von Straftaten darstellen. Sollte ich das bewirkt haben, so entschuldige ich mich dafür in aller Form.
Mir ging es vielmehr um das Prinzip, dass man die Arbeit der Polizei und die Handlungsweise eines Polizisten nicht vorverurteilen kann. Doch das geschah in den letzten Tagen ständig. Endgültige Klarheit werden die Ermittlungen des Staatsanwaltes hervor bringen. Mein Vorschlag ist, dass man nach Abschluss der Ermittlungen eine Art Bürgerforum veranstaltet, wo sich die Nordhäuser sachlich mit dem Thema auseinandersetzen können.
Abschließend möchte ich auf die Lehre der Geschichte eingehen. Wenn Macht und Waffengewalt nur Tätern zusteht, dann wäre das 3. Reich am Ende das Opfer gewesen. Aber das dies wahrhaftig nicht so ist, bedarf ja wohl keiner Diskussion.
Manuel Thume, Nordhausen
Da rauscht der Schilderwald
In Nordhausen soll das Schilderwald ausgelichtet werden. Wie viele der Verkehrsschilder in der Rolandstadt aufgestellt sind, das hat die nnz erfahren.
In Nordhausen stehen nach Angaben der Stadtverwaltung gegenwärtig rund 14 000 Verkehrsschilder. Es werde gezielt der Abbau von überflüssigen Verkehrszeichen betrieben, erklärte die Stadtverwaltung. So sei beispielsweise im gesamten Stadtgebiet das Zeichen 131, das auf Ampelanlagen hinweist, demontiert worden. Auch mit der Einführung eines neuen Schildes an Kreisverkehren habe man mehrere Dutzend anderer Zeichen an diesen Plätzen entfernen können.
Negativ auf die Schilderzahl wirke sich indessen die flächendeckende maschinelle Straßenreinigung aus. Um die entsprechenden Straßen für den Zeitraum der Reinigung frei zu halten, seien bislang etwa 150 zusätzliche, zeitlich befristete Parkverbote aufgestellt worden.
Autor: nnzTodesschuß im Forum und Schilderwald,
nnz-Forum: Situation verkannt?
Auch heute veröffentlicht die nnz wieder weitere Zuschriften zum tödlichen Drama vor einer Woche in Nordhausen. Viele Artikel musste ich lesen und bin erschüttert über die Darstellung einiger Bürger und der Polizeiinspektion Nordhausen über die Ereignisse vom letzten Sonntag. Wenn sich jemand profilieren wollte, dann war dies der Polizist, der sich der Situation nicht anpassen konnte und den vermeintlichen Helden spielen wollte. Ihr lieben Bürger dieser Stadt solltet Euch im Klaren sein, es hätte Euer Sohn sein können, dem dieses schmerzhafte Schicksal widerfahren ist.
Ein Mensch hat sein Leben verloren aufgrund der Tatsache, daß ein Zigarettenautomat nicht funktionierte. Ich möchte das Wort Automatenknacker nie wieder in einer Pressemitteilung lesen müssen, da es durch den Automatenaufsteller und durch den ansässigen Geschäftsführer des Metropolitan bestätigt wurde, dass der Zigarettenautomat zur Tatzeit nicht funktionstüchtig war.
Desweiteren ist es kurios, dass die Polizistin die Zeugenaussage bestätigen konnte, wobei sie doch mit der Festnahme des vermeintlichen Komplizen beschäftigt war. Wenn sie wirklich Zeuge war, warum hat sie ihren Kollegen nicht unterstütz oder Verstärkung gerufen? Zweifelhaft ist auch, dass die beiden Beamten nicht vernehmungsfähig waren, obwohl Marco M. unmittelbar nach seiner Festnahme ca. sechs Stunden von der Polizei festgehalten und verhört wurde.
Traurig finde ich, dass der Tod eines Familienvaters gebilligt wird, weil er in seiner Vergangenheit strafffällig wurde. René hat seine Taten bereut und bereits verbüßt und war auf dem besten Wege, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern und ein Leben wie jeder andere Bürger unserer Stadt zu führen. Und jeder der ihn kannte, hat ihn in seinem Vorhaben unterstützt. Der kleine Jason wird es nie verstehen, dass er seinen Vater auf Grund falscher Tatsachen verloren hat.
Ein Kind muss ohne seinen Vater aufwachsen, weil ein Polizist die Situation verkannte und sich nicht unter Kontrolle hatte. Dieser Polizist sollte sich vor Augen führen, wie es ist, einen Menschen den man liebt zu verlieren. Diesen Fehlverhalten ist nicht zu tolerieren, nein, er hat sich als Polizeibeamter als unfähig erwiesen und das Vertrauen der Bürger missbraucht. Ich bin der Auffassung, das dieser Beamte seinen Dienst an der Waffe lieber niederlegen sollte und für seinen Fehler büßen muss, wie jeder andere auch.
Das Vertrauen um die Sicherheit der Bürger kann wieder hergestellt werden, indem man einen Fehler zugibt und den Verantwortlichen für seine Tat bestraft. Als letztes finde ich die Polizeipräsenz bei der Beerdigung unseres Freundes äußert beschämend und unangemessen. Wir sind in tiefer Trauer und können auf uns alleine aufpassen. Des weiteren lassen wir uns von der Polizei nicht provozieren um ihre Tat zu rechtfertigen.
M. Becker, Nordhausen
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
nnz-Forum: Beileid und Entsetzen
Die nnz erreichte eine Mail aus Frankfurt, die wir im Forum veröffentlichen. Auch dabei geht es um den tödlichen Schuß und seine Folgen.
Auch ich habe im Frankfurter Raum die ganzen Artikel in der nnz verfolgt, die mit dem tödlichen Schuß zu tun haben. Erst einmal möchte ich mein Beileid den Angehörigen und Freunden von Rene B. aussprechen. Ich kenne Rene nicht persönlich, aber als ehemaliger Nachbar habe ich Ihn gekannt. Auch wenn er nicht in allen Dingen perfekt war, hat er den Tod auf keinen Fall verdient. Paragraph 1 des Menschenrechtgesetzes sagt folgendes aus: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu schützen und zu Ehren ist die PFLICHT jeder staatlichen Gewalt!"
Aber in diesem Fall bringt es nur Entsetzen über mich. Vor ein par Jahren der Mann, welcher für Dieter Zurwehme gehalten wurde und jetzt Rene B. und als nächstes?? Wer weiß, vielleicht ein armer Obdachloser, der sich was zu Essen beschaffen möchte. Ich erlebe in Frankfurt (wohl bemerkt: Frankfurt ist eine Hochburg des Verbrechens) viele Dinge aber das habe ich in den letzten vier Jahren die ich hier lebe noch nicht gesehen.
Christian Keller, Frankfurt
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
nnz-Forum: Entschuldigung
In diesem Forum-Beitrag äußert sich nnz-Nutzer Manuel Thume zu einem Leserbrief von Herrn Graniewski.
Natürlich weiß ich den Wert eines Menschenleben zu schätzen, bzw. das Leben eines jeden Geschöpfes. Das gebietet mir schon meine christliche Grundeinstellung. Ich hatte nicht die Absicht mit meiner Meinungsveröffentlichung die Gefühle der Hinterbliebenen zu verletzen, ebenso wenig wollte ich Freunde von René B. als Sympathisanten von Straftaten darstellen. Sollte ich das bewirkt haben, so entschuldige ich mich dafür in aller Form.
Mir ging es vielmehr um das Prinzip, dass man die Arbeit der Polizei und die Handlungsweise eines Polizisten nicht vorverurteilen kann. Doch das geschah in den letzten Tagen ständig. Endgültige Klarheit werden die Ermittlungen des Staatsanwaltes hervor bringen. Mein Vorschlag ist, dass man nach Abschluss der Ermittlungen eine Art Bürgerforum veranstaltet, wo sich die Nordhäuser sachlich mit dem Thema auseinandersetzen können.
Abschließend möchte ich auf die Lehre der Geschichte eingehen. Wenn Macht und Waffengewalt nur Tätern zusteht, dann wäre das 3. Reich am Ende das Opfer gewesen. Aber das dies wahrhaftig nicht so ist, bedarf ja wohl keiner Diskussion.
Manuel Thume, Nordhausen
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
Da rauscht der Schilderwald
In Nordhausen soll das Schilderwald ausgelichtet werden. Wie viele der Verkehrsschilder in der Rolandstadt aufgestellt sind, das hat die nnz erfahren.
In Nordhausen stehen nach Angaben der Stadtverwaltung gegenwärtig rund 14 000 Verkehrsschilder. Es werde gezielt der Abbau von überflüssigen Verkehrszeichen betrieben, erklärte die Stadtverwaltung. So sei beispielsweise im gesamten Stadtgebiet das Zeichen 131, das auf Ampelanlagen hinweist, demontiert worden. Auch mit der Einführung eines neuen Schildes an Kreisverkehren habe man mehrere Dutzend anderer Zeichen an diesen Plätzen entfernen können.
Negativ auf die Schilderzahl wirke sich indessen die flächendeckende maschinelle Straßenreinigung aus. Um die entsprechenden Straßen für den Zeitraum der Reinigung frei zu halten, seien bislang etwa 150 zusätzliche, zeitlich befristete Parkverbote aufgestellt worden.
