nnz-Forum: Nicht gegeneinander!
Mittwoch, 06. August 2003, 14:48 Uhr
Nordhausen (nnz). Das Für und Wider zum Industriegebiet in der Goldenen Aue macht keine Sommerpause. Jüngst äußerte sich ein Vertreter der Nordhäuser Wirtschaft, jetzt kommt im nnz-Forum eine Frau aus Görsbach zu Wort.
Alles will gelernt sein, so auch die Demokratie. Alles miteinander angehen, dabei die äußeren Formen wahren. Erforderlich sind Einsicht, Mut, vernetztes Denken im Umweltbereich. Wir versiegeln zu viele Flächen und leben auf Kosten der dritten Welt. Wir müssen Sinne für Umweltbereiche entwickeln, in den Schulen, Kindergärten u.a.
Diese Worte sind Inhalt der Abschiedsrede des einstigen Thüringer Ministerpräsidenten Dr. B. Vogel am 5.Juni d.J. vor dem Thüringer Landtag. Als Kunst des Möglichen bezeichnete er die Politik. So verstehe ich von der politischen Klasse mitgenommen zu werden, mir das Recht in der Demokratie zu nehmen, Politik zu hinterfragen und den Politiker als Diener der Bürger zu sehen. Hehre Worte, doch wie sieht unsere Realität aus?
Haben wir eine schleichende Fehllenkung der öffentlichen Meinung? – manchmal scheint dies so. Viele scheinen nicht zu begreifen, das die Zeiten der Disziplinierung und Bevormundung lange schon zu Ende sind. Muß ich mich als Mitglied der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue erklären, wenn ich für die Natur und deren Prozesse bin. Spielt denn die Schöpfung heute keine Rolle, ob Christ oder nicht?
Die Rache der Natur zeigt sich: Die Folgen menschlichen Handelns und Tun zeigen sich nachweislich. So spüren wir in Europa und der Welt bereits Klimaveränderungen, einen Prozeß der Erderwärmung, dessen langfristige Folgen noch gar nicht abschätzbar sind. Täglich gehen 130 Arten von Tieren und Pflanzen verloren. Wie lange können wir es uns noch erlauben Landschaft, Ressourcen zu verschwenden, nur mit der Rechtfertigung wirtschaftlicher und damit rein materiellem Gewinnes?
Vielfältig ist in den Medien über das geplante Industriegebiet in der Goldenen Aue geschrieben worden, nicht immer glücklich in der Wortwahl. So ist jetzt ein sachlicher Erörterungsbedarf vonnöten. In den letzten Wochen konnte ich Leserbriefe und deren Beantwortung studieren, worin nicht immer der Bürgersinn Beachtung gefunden hat. Wie sagte doch Dr. B. Vogel: alles will gelernt sein, auch die Demokratie, helfen wir dabei Aber wie soll Entscheidungsfähigkeit vorhanden sein, wenn Politiker und Bürger nicht sachlich und klug das Gespräch suchen. Eben: Politische Kultur. Politik ist doch auch ein Teil Psychologie.
Müssen wir Arbeit schaffen um jeden Preis? Was geschieht, wenn die Fördermöglichkeiten abgeschöpft sind? Ergebnisse und Beispiele dieser Fehlentwicklung gibt es genug – und Industriebrachen auch. Fördertürme für Gold und Reichtum – haben wir Sie? Wir haben Menschen mit ihren Leistungen. Ist denn immer nur das fehlende Geld schuld? Subventionen sind nichts weiter als Staatsaktionen. Sollten diese nicht tiefgründig geprüft werden? Wir haben das Recht zu hinterfragen, unsere gewählten Politiker sollten es auch tun. Es dem Ermessen von Lobbyisten zu überlassen, dient nie dem Allgemeinwohl.
Fehler der vergangenen Jahre in Westdeutschland sollten im Osten Deutschlands nicht wiederholt werden. Die Natur darf nicht Opfer für verpasste Chancen sein! Globalisierung, neue Mobilität, politische und ökonomische Veränderungen bestimmen immer mehr unser Leben. So konnte ich kürzlich lesen, das täglich 53 Personen in Thüringen durch Abwanderung und Geburtenrückgang die Einwohnerzahl reduzieren. Machen wir es uns aber nicht zu leicht, alles auf fehlende Arbeit zu schieben. Zum Leben gehören mehrere Elemente.
Der Mensch von heute hat andere Ansprüche an das Leben als ein Mensch vor 50 Jahren. So braucht der Mensch u.a. auch Kultur – ein hochwertiges Gut für uns Menschen. Sie findet den Weg in die Herzen. Ein Beispiel hierfür war vor kurzem die Gemeinschaftsproduktion des Theater Nordhausen und ev. Kirchengemeinde St. Blasii – Altendorf im hiesigen Theater unter dem Motto: Genug für alle. Ein deutliches Beispiel für Gemeinsamkeiten in unserer Gesellschaft. Als Bürgerinitiative unterschätzen wir keinesfalls den sozialen Faktor Arbeit. Mit ehrlichem Interesse, Leidenschaft, Kenntnisse und Überraschungen wenden wir uns den Problemen zu. Lassen sie uns die Lebensräume mit Sonne fluten.
Das Maß aller Dinge ist der Mensch und für alle gilt das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Nicht zum Eigennutz oder wegen egoistischen, besitzindividualistischenInteressen, wie von der Stadtverwaltung behauptet, sondern wegen des Erhaltes der Schöpfung engagieren wir uns. Wir möchten nicht bereuen, daß wir das, was was wir heute tun könnten, nicht getan haben – Erhalten wir das schöne Landschaftsbild der Goldenen Aue mit all seinen Reichtümer.
Roswitha Dembeck, Görsbach
Alles will gelernt sein, so auch die Demokratie. Alles miteinander angehen, dabei die äußeren Formen wahren. Erforderlich sind Einsicht, Mut, vernetztes Denken im Umweltbereich. Wir versiegeln zu viele Flächen und leben auf Kosten der dritten Welt. Wir müssen Sinne für Umweltbereiche entwickeln, in den Schulen, Kindergärten u.a.
Diese Worte sind Inhalt der Abschiedsrede des einstigen Thüringer Ministerpräsidenten Dr. B. Vogel am 5.Juni d.J. vor dem Thüringer Landtag. Als Kunst des Möglichen bezeichnete er die Politik. So verstehe ich von der politischen Klasse mitgenommen zu werden, mir das Recht in der Demokratie zu nehmen, Politik zu hinterfragen und den Politiker als Diener der Bürger zu sehen. Hehre Worte, doch wie sieht unsere Realität aus?
Haben wir eine schleichende Fehllenkung der öffentlichen Meinung? – manchmal scheint dies so. Viele scheinen nicht zu begreifen, das die Zeiten der Disziplinierung und Bevormundung lange schon zu Ende sind. Muß ich mich als Mitglied der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue erklären, wenn ich für die Natur und deren Prozesse bin. Spielt denn die Schöpfung heute keine Rolle, ob Christ oder nicht?
Die Rache der Natur zeigt sich: Die Folgen menschlichen Handelns und Tun zeigen sich nachweislich. So spüren wir in Europa und der Welt bereits Klimaveränderungen, einen Prozeß der Erderwärmung, dessen langfristige Folgen noch gar nicht abschätzbar sind. Täglich gehen 130 Arten von Tieren und Pflanzen verloren. Wie lange können wir es uns noch erlauben Landschaft, Ressourcen zu verschwenden, nur mit der Rechtfertigung wirtschaftlicher und damit rein materiellem Gewinnes?
Vielfältig ist in den Medien über das geplante Industriegebiet in der Goldenen Aue geschrieben worden, nicht immer glücklich in der Wortwahl. So ist jetzt ein sachlicher Erörterungsbedarf vonnöten. In den letzten Wochen konnte ich Leserbriefe und deren Beantwortung studieren, worin nicht immer der Bürgersinn Beachtung gefunden hat. Wie sagte doch Dr. B. Vogel: alles will gelernt sein, auch die Demokratie, helfen wir dabei Aber wie soll Entscheidungsfähigkeit vorhanden sein, wenn Politiker und Bürger nicht sachlich und klug das Gespräch suchen. Eben: Politische Kultur. Politik ist doch auch ein Teil Psychologie.
Müssen wir Arbeit schaffen um jeden Preis? Was geschieht, wenn die Fördermöglichkeiten abgeschöpft sind? Ergebnisse und Beispiele dieser Fehlentwicklung gibt es genug – und Industriebrachen auch. Fördertürme für Gold und Reichtum – haben wir Sie? Wir haben Menschen mit ihren Leistungen. Ist denn immer nur das fehlende Geld schuld? Subventionen sind nichts weiter als Staatsaktionen. Sollten diese nicht tiefgründig geprüft werden? Wir haben das Recht zu hinterfragen, unsere gewählten Politiker sollten es auch tun. Es dem Ermessen von Lobbyisten zu überlassen, dient nie dem Allgemeinwohl.
Fehler der vergangenen Jahre in Westdeutschland sollten im Osten Deutschlands nicht wiederholt werden. Die Natur darf nicht Opfer für verpasste Chancen sein! Globalisierung, neue Mobilität, politische und ökonomische Veränderungen bestimmen immer mehr unser Leben. So konnte ich kürzlich lesen, das täglich 53 Personen in Thüringen durch Abwanderung und Geburtenrückgang die Einwohnerzahl reduzieren. Machen wir es uns aber nicht zu leicht, alles auf fehlende Arbeit zu schieben. Zum Leben gehören mehrere Elemente.
Der Mensch von heute hat andere Ansprüche an das Leben als ein Mensch vor 50 Jahren. So braucht der Mensch u.a. auch Kultur – ein hochwertiges Gut für uns Menschen. Sie findet den Weg in die Herzen. Ein Beispiel hierfür war vor kurzem die Gemeinschaftsproduktion des Theater Nordhausen und ev. Kirchengemeinde St. Blasii – Altendorf im hiesigen Theater unter dem Motto: Genug für alle. Ein deutliches Beispiel für Gemeinsamkeiten in unserer Gesellschaft. Als Bürgerinitiative unterschätzen wir keinesfalls den sozialen Faktor Arbeit. Mit ehrlichem Interesse, Leidenschaft, Kenntnisse und Überraschungen wenden wir uns den Problemen zu. Lassen sie uns die Lebensräume mit Sonne fluten.
Das Maß aller Dinge ist der Mensch und für alle gilt das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Nicht zum Eigennutz oder wegen egoistischen, besitzindividualistischenInteressen, wie von der Stadtverwaltung behauptet, sondern wegen des Erhaltes der Schöpfung engagieren wir uns. Wir möchten nicht bereuen, daß wir das, was was wir heute tun könnten, nicht getan haben – Erhalten wir das schöne Landschaftsbild der Goldenen Aue mit all seinen Reichtümer.
Roswitha Dembeck, Görsbach
| Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
