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Romantik im Kunsthaus Meyenburg

Mittwoch, 27. Juli 2011, 17:41 Uhr
Unter dem Titel „Die Romantik“ widmet sich die Berliner Kunsthistorikerin Dr. Katharina Lippold am 28. Juli der kunstgeschichtlichen Einordnung der Romantik und ihres bedeutendsten Vertreters Caspar David Friedrich.

Das in der Romantik Dargestellte, das oft übernatürlich oder märchenhaft ist, kann aktuell an 130 ausgestellten Kunstwerken im Kunsthaus Meyenburg bis zum 2. Oktober ergründet werden. Die aktuelle Ausstellung steht unter dem Titel „Künstlerinnen und Künstler um Caspar David Friedrich“.

Die erste öffentliche Führung durch die Ausstellung findet am Sonntag, den 31. Juli, um 15.00 Uhr statt. Es führt Heidelore Kneffel. Der Eintritt in die Ausstellung und zum Vortrag beträgt 6 , mit Ermäßigung 4,50 . Für die Führung werden zusätzlich 3 zum Eintritt erhoben.

Die Romantik ist eine kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte und sich insbesondere auf den Gebieten der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik äußerte. Man unterscheidet zwischen Frühromantik (ca. 17951804), Hochromantik (ca. 18041815) und Spätromantik (ca. 18151848). Die Grundthemen der Romantik sind Gefühl, Leidenschaft, Individualität und vor allem die gequälte Seele. Romantik entstand als Reaktion auf das Monopol der vernunftgerichteten Philosophie der Aufklärung und auf die Strenge des durch die Antike inspirierten Klassizismus. Im Vordergrund stehen Empfindungen wie Sehnsucht, Mysterium und Geheimnis. Diese Charakteristika sind bezeichnend für die romantische Kunst und für die entsprechende Lebenseinstellung.

Zur Ausbreitung der Romantik kam es, als am Ende des 18. Jahrhunderts, nach einer Ära relativer Ruhe, in der viele Konflikte auf diplomatischem Wege geregelt worden waren, plötzlich die Französische Revolution und Napoleon den europäischen Kontinent mit Kriegen überzogen. Ein weiterer Faktor war die gestiegene Bildung der Bürger, die den Boden für Kunst und Literatur bereitete. Wirtschaftlicher Aufschwung und der damit verbundene höhere Wohlstand ermöglichten es den Bürgern, sich mehr Bücher, Musikinstrumente oder Theater- und Konzertkarten zu leisten.

Das Motiv der Sehnsucht wird sowohl in vielen Texten als auch in der Malerei etwa eines Caspar David Friedrich ausgedrückt. Aus ihm ergeben sich auch das Wander- und Reisemotiv sowie die Motive des Fernwehs und des Müßiggangs.

So wundert es nicht, dass Caspar David Friedrichs Harzwanderung, die er vor 200 Jahren begangen hat, den Ausgangspunkt für die Ausstellung „Künstlerinnen und Künstler um Caspar David Friedrich“ im Kunsthaus bildet, die vor 2 Wochen mit einem großen Besucheransturm eröffnet wurde. Auch wenn in der Ausstellung keine Werke des bekannten Romantikers ausgestellt werden, so zeigt sich doch sein Geist in den Werken der präsentierten Künstler. Herausragend sind dabei die Werke von Caroline Bardua und Wilhelm von Kügelgen. Aber auch die Harzlandschaften von Elise Crola und Heinrich Gottlieb Crola zeigen die Einflüsse der romantischen Malerei.

Das Motiv der Nacht war in der Romantik beliebt, da es die von den Romantikern propagierte Verschmelzung von Sinneseindrücken besonders gut propagierte. In diesen Motivkreis gehören auch die Motive der Verbundenheit mit der Natur, die auch sehr schön an den Zeichnungen von Carl Blechen zu seiner Harzreise erkennbar sind. Die Lieblingsschauplätze der Romantik sind häufig Ruinen oder alte Burgen, dunkle Wälder, ein Berginneres oder Höhlen und Naturlandschaften. Da bietet der Harz natürlich den Künstlerinnen und Künstler großes Potential.
Autor: nnz

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