nnz-Betrachtung: Rumgereist
Donnerstag, 04. August 2011, 16:55 Uhr
Es gibt Rituale in der Politik, über die schüttelt der Otto-Normal-Bürger eigentlich nur noch seinen Kopf. Dazu gehört das Verteilen von Geldern, das Sie, liebe Leser, erst einmal eingezahlt haben. Und da meine ich nicht einmal die Steuern...
Es geht in diesem Fall um ein Teil des Geldes, das Lottospieler in den zurückliegenden Wochen und Monaten eingezahlt haben in dem Glauben, den Jackpot zu knacken. Und weil das nicht "immer" klappt, bleibt von dem eingezahlten Geld ein hübsches Sümmchen übrig. Der Überschuss. Ein Teil dieses Geld fließt in Thüringen in gemeinnützige Projekte, geht an unterschiedlichste Vereine. Das, so finde ich, ist gut und richtig und auch deshalb spekuliere ich ab und an mit dem Jackpot.
Doch über die Verteilung dieser Gelder befindet einzig und allein die Landesregierung, genauer gesagt, die Parteien, die das Sagen haben. In unserem Fall die CDU und die SPD, eine Zusammenkunft von mehr oder weniger Macht besessenen Menschen, die sich auch noch große Koalition nennt.
Und deren Mitglieder, ob Minister, Staatssekretäre und Landtagsabgeordnete, die überbringen diese Gelder an die Vereine. Heute darf Egon Primas mal wieder "Glücksbote" spielen: In Uthleben sind es 1.700 Euro für die Sanierung von Kelchen, in Hainrode freut sich der Schützenverein über 4.000 Euro und in Großwechsungen kann nun endlich der Sportplatz ordentlich gemäht werden.
Zwischen 14 Uhr und 17 Uhr wurde die nnz zu drei Fototerminen eingeladen. Die "Statisten" wechseln je nach Örtlichkeit. Mal eine Kirchenratsvorsitzende, mal ein Schütze, mal ein Sportler. Im Mittelpunkt der kompletten dreiteiligen Zeremonie steht der CDU-Landtagsabgeordneten Primas und neben ihm Landrat Joachim Claus. Und immer wird in die entsprechende Kamera gelacht.
Es ist ein gönnerhaftes Lächeln, frei nach dem Motto: Das haben wir (ich) vollbracht. Was folgt, das sind leuchtende Augen und ein tausendfaches Dankeschön der Beschenkten. Die Politwelt ist damit in Ordnung.
Aller guten Dinge sind drei - sagt der Volksmund. Das mag auch in diesem Fall heute richtig und gut sein, denn die Vereine brauchen das Geld, um ihre ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen. Was sie nicht brauchen, das sind die Überbringer, weil: Es ist unser aller Geld, das sie überbringen. Das jedoch wird geflissentlich vergessen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEs geht in diesem Fall um ein Teil des Geldes, das Lottospieler in den zurückliegenden Wochen und Monaten eingezahlt haben in dem Glauben, den Jackpot zu knacken. Und weil das nicht "immer" klappt, bleibt von dem eingezahlten Geld ein hübsches Sümmchen übrig. Der Überschuss. Ein Teil dieses Geld fließt in Thüringen in gemeinnützige Projekte, geht an unterschiedlichste Vereine. Das, so finde ich, ist gut und richtig und auch deshalb spekuliere ich ab und an mit dem Jackpot.
Doch über die Verteilung dieser Gelder befindet einzig und allein die Landesregierung, genauer gesagt, die Parteien, die das Sagen haben. In unserem Fall die CDU und die SPD, eine Zusammenkunft von mehr oder weniger Macht besessenen Menschen, die sich auch noch große Koalition nennt.
Und deren Mitglieder, ob Minister, Staatssekretäre und Landtagsabgeordnete, die überbringen diese Gelder an die Vereine. Heute darf Egon Primas mal wieder "Glücksbote" spielen: In Uthleben sind es 1.700 Euro für die Sanierung von Kelchen, in Hainrode freut sich der Schützenverein über 4.000 Euro und in Großwechsungen kann nun endlich der Sportplatz ordentlich gemäht werden.
Zwischen 14 Uhr und 17 Uhr wurde die nnz zu drei Fototerminen eingeladen. Die "Statisten" wechseln je nach Örtlichkeit. Mal eine Kirchenratsvorsitzende, mal ein Schütze, mal ein Sportler. Im Mittelpunkt der kompletten dreiteiligen Zeremonie steht der CDU-Landtagsabgeordneten Primas und neben ihm Landrat Joachim Claus. Und immer wird in die entsprechende Kamera gelacht.
Es ist ein gönnerhaftes Lächeln, frei nach dem Motto: Das haben wir (ich) vollbracht. Was folgt, das sind leuchtende Augen und ein tausendfaches Dankeschön der Beschenkten. Die Politwelt ist damit in Ordnung.
Aller guten Dinge sind drei - sagt der Volksmund. Das mag auch in diesem Fall heute richtig und gut sein, denn die Vereine brauchen das Geld, um ihre ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen. Was sie nicht brauchen, das sind die Überbringer, weil: Es ist unser aller Geld, das sie überbringen. Das jedoch wird geflissentlich vergessen.
Peter-Stefan Greiner
