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Weniger Thüringer, mehr Nordhäuser

Freitag, 05. August 2011, 10:39 Uhr
Ende vergangenen Jahres hatte Thüringen 2 235 025 Einwohner. Das waren 14 857 Personen bzw. 0,66 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Nur drei kreisfreie Städte und Nordhausen "kämpfen" gegen den Trend. Hier der Überblick...

Der Überblick (Foto: TLS) Der Überblick (Foto: TLS)

Die Bevölkerungseinbuße des Landes lag damit im vergangenen Jahr vergleichsweise um mehr als 3.000 Personen unter der des Vorjahres (17 881). Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, meldeten nur die kreisfreien Städte Jena, Erfurt und Weimar im Jahr 2010 einen Bevölkerungszuwachs zwischen 0,7 und 0,4 Prozent. Dabei ist mit zu berücksichtigen, dass sie zu den Thüringer Städten gehören, die als Universitätsstädte zusätzliche Anreize für Studenten bieten, die dort ihren Hauptwohnsitz wählen. In allen anderen kreisfreien Städten sowie allen Landkreisen gab es einen sehr differenzierten Bevölkerungsrückgang.

Günstiger als im Landesdurchschnitt (-0,7 Prozent) lagen, neben den drei genannten Städten mit Zu-wachs, auch die kreisfreie Stadt Eisenach (-0,2 Prozent) und die Landkreise Weimarer Land (-0,3 Prozent), der Ilm-Kreis und der Landkreis Nordhausen (je -0,4 Prozent) sowie der Landkreis Gotha (-0,6 Prozent). Dem Thüringer Durchschnitt entsprach die Einwohnerentwicklung im ostthüringischen Saale-Holzland-Kreis. Die größten Verluste musste wieder die kreisfreie Stadt Suhl (-1,9 Pro-zent) hinnehmen, mit Abstand gefolgt von den Landkreisen Kyffhäuserkreis und Altenburger Land (-1,5 bzw. -1,4 Prozent).

Jetzt aber zu den Zahlen von Nordhausen, dem Leuchtturm, wenn es um Wachstum geht. Weisen die offiziellen Zahlen für das Jahr 2009 eine Gesamtbevölkerung 44.127 Einwohnern aus, so werden am Ende des Jahres 2010 schon 44.296 Einwohner registriert, ein Plus von 169. Nur an neuen Studenten, die ihren Erstwohnsitz angemeldet haben, kann es nicht liegen, denn auch Schmalkalden geht mit den Einwohnerzahlen nach unten.

Zurück zum "Verlustgeschäft": Der Einwohnerrückgang resultierte in Thüringen im Jahr 2010 aus einem Wanderungsverlust von 5.700 Personen sowie einem Sterbefallüberschuss von unter 9.200 Personen. Die Stadt Jena konnte als einzige Stadt unter allen kreisfreien Städten und Landkreisen sowohl beim Saldo von Geborenen und Gestorbenen (+141 Personen) als auch beim Wanderungssaldo (+541 Personen) ein Plus erzielen. Mit 1 068 Lebendgeborenen und 927 Sterbefällen sowie 6 627 Zuzügen bei gleichzeitig 6 086 Fortzügen gewann die Stadt weitere 680 neue Einwohner hinzu.

Auf ein fast ausgeglichenes natürliches Saldo konnten im letzten Jahr Erfurt (-46 Personen) und Wei-mar (-45 Personen) bei gleichzeitigem Wanderungsgewinn (Erfurt: +1 201 Personen, Weimar: +291 Personen) verweisen. Bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl kamen in Jena, Erfurt, Weimar und im Eichsfeld die meisten Kinder zur Welt - die wenigsten im Altenburger Land und in Suhl. Dabei kann Suhl im Jahr 2010 auf die höchste Steigerung in der Geburtenrate (+ 27 Prozent) gegenüber dem Jahr zuvor im Vergleich zu allen anderen Kreisen verweisen.

In Erfurt und Weimar basiert der Bevölkerungszuwachs von 2010, wie bereits angemerkt, auf der posi-tiven Wanderungsbilanz, die den nur leicht negativen natürlichen Saldo erheblich kompensierte. Bis auf die Landkreise Nordhausen und Ilm-Kreis, die einen leichten Wanderungsgewinn verbuchen konnten, registrierten alle übrigen kreisfreien Städte und alle Landkreise im Jahr 2010 stets mehr Fort- als Zuzüge und - außer Jena - generell mehr Sterbefälle als Neugeborene.

Den Hauptgrund für den größten Bevölkerungsverlust im Rahmen der Thüringer (Kreis-) Regionalskala bildet für die Stadt Suhl auch im Jahr 2010 der überproportional große Wanderungsverlust. Mit mehr als 12 Personen je 1 000 Einwohner fiel er fast viermal so hoch aus wie der im Landesdurchschnitt (2,6 Personen je 1 000 Einwohner).
Autor: nnz

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