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Mein schönstes Ferienerlebnis

Donnerstag, 14. August 2003, 12:30 Uhr
Nordhausen/Burg Lohra (wf). Wer erinnert sich nicht mit Schrecken an dieses jährlich wiederkehrende Aufsatzthema? Für die Teilnehmer des Workcamps auf der Burg Lohra dürfte diese Frage trotz der zahlreichen Ausflüge und Exkursionen leicht zu beantworten sein, die Filmdreharbeiten. nnz sprach mit "Burgvater" Bert Ludwig über das Projekt Open Houses - Offene Häuser.


Schauspieler sind sie eigentlich nicht, die aus über zehn europäischen und asiatischen Ländern kommenden 28 junge Frauen und Männer zwischen 18 und 22 Jahren. Sie sind vielmehr die Teilnehmer eines internationalen Workcamps auf der Burg Lohra. Zu ihren Statistenrollen kamen die jungen Leute eher durch Zufall. Die Ottonia Media produzierte hier Teile einer Dokumentation der Reihe "Geschichte Mitteldeutschlands". Regisseur Dirk Otto war begeistert von den vielen fremden Gesichtern und organisierte promt die Hochzeitsszene der Radegunde um. (nnz berichtete vom Nachtdreh).

Burgvater und Vorstand des Projektes Offene Häuser, Bert Ludwig, ist ebenfalls ganz begeistert vom der daraus resultierenden Öffentlichkeit. Worum geht es eigentlich bei diesem Projekt? Die offenen Häuser, es sind sieben in den neuen Bundesländern, bieten Gruppen und Einzelpersonen die Möglichkeit zur Einkehr, zum Kennenlernen und zum Arbeiten in historischen Gebäuden. Die Idee Menschen zusammenzubringen und ihnen Räume zu schaffen für Kreativität und Gemeinsinn, entstand in den 80 er Jahren, als Jugendliche begannen vom Verfall bedrohte Dorfkirchen in ehrenamtlicher Arbeit zu restaurieren. Die unbezahlte Arbeit ist nach wie vor ganz wichtig. Auch die ausländischen Helfer bekommen keinen Cent, dafür jedoch ein interessantes Freizeitangebot mit Ausflügen und der Möglichkeit Land und Leute kennenzulernen. Heute geht es zum Beispiel nach Weimar. Der Aufenthalt ist für die Teilnehmer kostenlos, nur die Reise mußten sie bezahlen. Wer es sich leisten kann, der entrichtet 20 bis 45 € für Verpflegung. Junge Deutsche können zu den selben Bedingungen in ausländische Camps fahren.

Im Sommer ist die mittelalterliche Burg gut ausgebucht. Pfadfinder lagern auf dem großen Zeltplatz des ehemaligen Betriebsferienlagers. Die Workcamp Teilnehmer und eine katholische Jugendgruppe bewohnt das feste Gebäude. Kunstprojekte und Theaterworkshops, Naturschutzcamps und Bauwochen werden angeboten. Einige Projekte für junge Handwerker werden als Praktika anerkannt. Auch wer ein freiwilliges ökologisches Jahr absolvieren möchte ist in den offenen Häusern herzlich willkommen. Weitere Informationen über das Projekt finden Interessierte im Internet.
Autor: nnz

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